Marktrückblick März 2009: Befreiungsschlag der Bullen
Es steckt doch noch Leben in den Aktienmärkten: Nach einem desaströsen Jahresstart, der bereits im Januar und Februar Verluste von mehr als 20 Prozent bescherte, rissen die Bullen in den vergangenen dreieinhalb Wochen das Ruder herum und brannten dabei ein wahres Kursfeuerwerk ab.
Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt, dass die Dinge erst richtig schlimm werden müssen, bevor sie sich zum Besseren wenden – das gilt für die Politik, für die Wirtschaft und wohl erst recht für die Börse. weiterlesen …
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The Final Countdown
Die Griechenlandkrise nimmt langsam präsidiale Ausmaße an - alles ist bereits gesagt, aber nichts entschieden. Das sendet ein ...
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Ein halbes Jahr nach dem Herbst-Crash: Licht am Ende des Tunnels?
Genau sechs Monate nach dem dramatischen Bankenbeben des vergangenen Herbstes schöpfen Börsianer wieder die zarte Hoffnung auf Erholung. Obwohl die Lage fundamental weiter alles andere als erbaulich aussieht, könnten Anleger mit dieser antizyklischen Einstellung nicht falsch liegen, glauben immer mehr Börsenexperten.
Der Frühling ist da –und mit ihm die Hoffnung auf einen neuen Anfang. Das ist an der Börse nicht anders: Ein halbes Jahr ist es her, als der seinerzeit für nicht möglich gehaltene Absturz an den Weltbörsen mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vom 14. auf den 15. September seinen Lauf nahm. weiterlesen …
Wall Street: Bricht der Damm?
Das Börsenjahr 2009 begann so, wie 2008 endete – mit erneuten Minuszeichen. Das Ausmaß der Rückschläge überrascht: Erste Konjunkturindikatoren machen Hoffnung auf Besserung. Auch aus den USA kommen Impulse: Der Regierungswechsel ist endlich vollzogen - obwohl Barack Obama in seinem ersten Monat so viel auf den Weg gebracht hat wie kaum ein Präsident zuvor, stürzen die Aktiemärkte weiter ab. Nun drohen sogar die alten Tiefs aus dem Herbst-Crash letzten Jahres unterboten zu werden…
Man muss die Märkte nicht verstehen. Allein: Man kann ihre Sprache nicht ignorieren. Bei 4810 Zählern beendete der Dax das Börsenjahr 2008, das mit einem Minus von 40 Prozent am zweitschlechtesten aller Zeiten ausfiel. Gerade mal sechs Wochen sind in 2008 vergangen, und schon wieder zeigt das Kursbarometer steil nach unten. Bei 4413 Zählern ist der deutsche Blue Chip-Index inzwischen angekommen – erneut ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem 31.12. letzten Jahres. weiterlesen …
US-Quartalssaison: Abgründe tun sich auf
In der dieser Woche rüsten sich die USA für ein Fest, dass God’s own Country noch nicht gesehen hat. An der Wall Street herrschen dagegen umgekehrte Vorzeichen: Zeitgleich zur Inauguration von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA müssen die Vorzeige-Unternehmen Amerikas bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen Farbe bekennen. Den Auftakt hatten in der letzten Woche bereits die US-Großbanken gemacht - mit desaströsen Ergebnissen.
Das Prinzip Hoffnung währte nicht mal eine Woche. Hoffnungsvoll waren die Aktienmärkte in der vorvergangenen Woche ins neue Jahr gestartet. Doch spätestens, als die ersten schlechten Nachrichten von Corporate America eintrafen, ergriffen Anleger reflexartig die Flucht. Intel warnte, Time Warner warnte – und die Konjunkturdaten verschreckten.
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Börsenjahr 2008: Ein Albtraum erster Klasse
Wenn alles gesagt, geschrieben und analysiert ist, zählt an den Märkten nur noch die einfache Mathematik. Und die spricht für die abgelaufenen 365 Tage eine ernüchternde Sprache: 2008, das war für viele Leitindizes das schlechteste Börsenjahr seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die deutschen Aktienmärkte verloren zwischen 40 und 48 Prozent ihres Wertes - und damit mehr als die Wall Street, an der die Krise ihren Ursprung genommen hatte.
Der Spuk ist vorbei, die Folgen bleiben: 2008 wird als das Börsenjahr in die Geschichte eingehen, in dem eine langsam herannahende Krise an dem US-Immobilienmarkt zum Tsunami heranwuchs, der erst den Kreditmarkt, dann die Kapitalmärkte erreichte und schließlich die Konjunktur mit einer Wucht traf, wie seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren nicht mehr.
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Marktrückblick Februar 2009: Tief, Tiefer, Aktien
Der Trend zeigt weiter steil nach unten: Im Zuge der Finanzmarktkrise geben die Weltbörsen weiter kräftig nach. Erschreckende Erkenntnis: In Rekordgeschwindigkeit rauschen die Leitindizes in die Tiefe – in nur zwei Monaten sind Dax und Dow Jones schon wieder um 20 Prozent eingebrochen. Und als sollte das noch nicht genügen, droht Anlegern nun neues Ungemach: Wichtigste Unterstützungsmarken sind nach unten durchbrochen worden.
Es gibt dieses alte Beispiel von André Kostolany, das das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Börse mit den Platzhaltern vom Herren und seinem Hund symbolisiert – der Hund ist demnach die Börse, die seinem Herrchen, der Wirtschaft, vorauseilt, dann wieder zurückläuft, aber am Ende in dieselbe Richtung läuft. weiterlesen …
US-Quartalssaison: Gute Zahlen, schlechte Zahlen
Immerhin: Wachstum ist auch in schwersten Krisenzeiten möglich – das ist die Erkenntnis der Auftaktwoche der US-Quartalssaison. Während es die erwarteten Enttäuschungen gab, stemmten sich zwei Schwergewichte des Technologiesektors gegen den Abwärtstrend. Apple und Google konnten auch bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanzen zweistellige Zuwächse vorweisen. Ob die beiden Vorzeigeunternehmen des Technologiesektors Ausnahmen bleiben, wird sich in den nächsten Tagen zeigen…
Es war mehr als ein Ausrufezeichen in schwierigen Tagen: Um ganze 28 Prozent besser zu sein als die Wall Street-Schätzungen lagen, ist ein seltenes Kunststück, zumal in Zeiten der reihenweisen Gewinn-Verfehlungen. Gelungen ist dies einmal mehr dem Computerpionier Apple: Wie das an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, konnte der Unternehmensgewinn – der Finanzkrise zum Trotz - im abgelaufenen Geschäftsquartal sogar noch einmal gesteigert werden. weiterlesen …
Ausblick: Zittern vor dem Börsenjahr 2009
Neustart: Das Horrorjahr 2008 ist Geschichte – das ist die beste Nachricht, die Anleger aus dem Jahreswechsel mitnehmen. Viel Grund zum Optimismus bietet die Nachrichtenlage zu Jahresbeginn tatsächlich nicht: Eine Schreckensmeldung jagt die nächste – die Stimmung ist miserabel. Doch genau daraus ziehen Börsianer die Hoffnung.
Das Börsenjahr 2008 begann gut und endete schlecht. Warum sollte es diesmal also nicht anders kommen: Ein glückliches Ende nach einem vermurksten Beginn? So oder so ähnlich könnte die optimistische Hypothese aussehen, die Anleger zu Beginn des neuen Börsenjahres vage formulieren. weiterlesen …
Black Monday 2008: Der große Crash
Es ist eine der meiststrapazierten Metaphern der Wirtschaftspresse: Die Rede von historischen Zeiten. Nun jedoch sind sie wirklich da. Was wir in den vergangenen zwei Wochen an der Wall Street miterlebt haben, verdient nicht weniger als diese Bezeichnung: Es sind Tage von geschichtsträchtigem Ausmaß.
In einer einzigartigen Schieflagenserie ist die gesamte Investmentbanking-Szene zusammengebrochen: Einige der einst hochgehandeltesten Sterne der Wall Street gingen krachend pleite (Lehman Brothers) oder wurden not- oder teilverkauft (Merrill Lynch, Morgan Stanley). Und selbst Goldman Sachs, der Star der Branche, wurde am Ende nur noch taumelnd in den Armen Warren Buffetts aufgefangen – und verlor den Investmentbank-Status.
Wer jedoch am Wochenende nach der turbulentesten Woche seit den Verwerfungen des 11. Septembers 2001 dachte, damit wäre das Schlimmste vorbei, erlebte am gestrigen Montag sein blaues Wunder. Hier kam nun schließlich der Schwarze Montag, den Anleger seit der Lehman-Pleite vor 14 Tage befürchtet hatten. Um unfassbare 777 Punkte stürzte der Dow Jones Industrial Average nach den überraschenden Scheitern des 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplans in die Tiefe – so tief wie nach Punkten noch nie innerhalb eines Tages.
Dieselben Negativrekorde mussten Aktionäre auch im marktbreiten S&P 500 Index und an der Technologiebörse Nasdaq verkraften, die beide um 9 Prozent einbrachen. Prozentual betrachtet sind es die schlimmsten Einbrüche seit dem Platzen der Technologieblase im März 2000 (Nasdaq) bzw. seit dem Jahrhundert-Crash von 1987 (S&P).
Schwerster Einbruch seit 1987
Damit befinden sich die amerikanische Aktienmärkte nicht länger in einer Krise – und auch nicht länger in einer Korrektur: Sie befinden sich mitten im Crash. Und tatsächlich im schlimmsten Crash seit 1987, nur dass sich dieser nicht an einem Tag ereignet, sondern scheibchenweise auf mehrere Tage verteilt. Seit Anfang September haben die Märkte die folgt verloren:
• Dow Jones: 11 Prozent
• S&P: 14 Prozent
• Nasdaq: 17 Prozent
Unter der Oberfläche geht der Aderlass weiter: Anleger lernen vielleicht zum ersten Mal in ihrer Börsenkarriere, wie schnell und gnadenlos mit der Anlageklasse der Aktien Werte vernichtet werden können. Der Finanzsektor, über acht Jahrzehnte eines der konservativsten Segmente, hat im vergangenen Jahr die vermutlich einzigartigste Pleite- und Bereinigungsserie in ihrer Jahrhunderte langen Geschichte erlebt. Neben den zahlreichen Insolvenzen und Notübernahmen sind auch die verbliebenen Player hart zurechtgestutzt worden. Es gibt fast keine namhafte Bankaktie mehr, die seit Beginn der Subprime-Krise nicht zumindest die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt hat.
Massiver Ausverkauf auch im Technologiesektor
Doch auch andere ausgewählte Blue Chips halbieren sich – und zwar im Rekordtempo. So etwa im Technologiesektor, wo Blackberry-Hersteller Research in Motion mal eben 40 Prozent seine Börsenwertes in zwei Handelstagen hergeben musste, nachdem die Quartalsgewinne die Analystenschätzungen marginal verfehlt hatten. Auch Technologie-Schwergewicht Apple büßte im September fast als 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung ein, nachdem Analysten Kursziele und ihren Prognosen der problematischen konjunkturellen Lage anpassten. Gerade die Kursmassaker bei Apple und RIM mit Verlusten von mehr als 20 Prozent an einem Handelstag unterstreichen, welches erstaunliche Ausmaß der jüngste Ausverkauf inzwischen erreicht hat. Längst regiert die nackte Panik oder – was, manchmal dasselbe ist – der bloße Wille, zu überleben, der über den Sell-Button Ausdruck findet.
Die daraus resultierenden Bewertungsniveaus sind dabei so vermeintlich attraktiv sind wie nie in diesem Jahrzehnt. Wachstumswerte wie RIM, Apple oder Google, für die Anleger vor einem Jahr noch Multiplen zwischen 35 und 60 zu bewilligen bereit warten, werden nun mit KGVs von 15 bis 20 gehandelt. Für Dax-Blue Chips wie Daimler oder die Allianz, die – noch immer – Milliarden Euro verdienen, sind Anleger nicht einmal mehr bereit, die Hälfte zu bewilligen. Dax-Aufsteiger K+S, der seinen Gewinn 2008 bislang mehr als vervierfachen konnte, wird, kommt inzwischen gar auf ein KGV unter 7. Wenn das keine Schnäppchen sind, was denn?
Die Rezession wird eingepreist
Der Markt suggeriert, es sind schlicht die falschen Multiplen. Mit den gegenwärtig drastischen Preisabschlägen unterstellen Aktionäre nicht nur eine Verlangsamung des Wachstums, sondern zum Gutteil ein Ausbleiben und damit gleichzeitig ein Abgleiten in die Rezession – so kräftig und dramatisch wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Auch reinrassige Wachstumschampions können da nicht mehr gegenansteuern, glauben Analysten und stutzten gestern entsprechend die 2009er-Prognosen von Apple zurecht.
Das Spiel dürfte in Mode kommen. Die Rezession in den USA ist – obwohl noch nicht statistisch bewiesen – nun Konsens. Sie wird das Börsenjahr 2009 wohl beherrschen. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wie lange sie bleibt und wie schmerzhaft sie wird. Dasselbe gilt auch für Europa, vielleicht um 6 Monate verzögert. Vielleicht aber auch, mit Blick auf die Bundesrepublik, sogar um einige Monate vorgezogen, wenn nämlich klar wird, das auch das dritte Quartal negativ verlaufen ist.
Washington blamiert Bush – und lässt die Wall Street im Regen stehen
Aktionäre preisen die Rezession nun im Rekordtempo ein, die – wenn man die Kurse der letzten Tage für bare Münze nimmt – so schlimm wird, wie seit Jahrzehnten, vielleicht seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Exakt das hatte Notenbankchef Alan Greenspan voraus gesagt. Andere Marktauguren wie James Cramer folgen ihm inzwischen: „Ohne den 700-Milliarden-Rettungsplan droht unserer Nation der Kollaps.“
Angesichts dieses Horrorszenarios, das nach dem überraschenden Scheitern im Repräsentantenhaus an der Wall Street nun herumgeistert, stehen Anleger jetzt vor der vielleicht schwersten Entscheidung ihrer Börsenkarriere: Was tun mit den Aktien? Aktuell, soviel ist klar, basiert der jüngste Kurssturz nur auf den schlimmsten Prognosen und der unfassbaren Handlungsunfähigkeit der amerikanischen Politik, die sich weigert, den vielleicht wichtigsten Rettungsplan der letzten Jahrzehnte zu verabschieden, der soviel dringender gebraucht worden wäre, als die fragwürdigen Milliarden-Bewilligungen für den Irak-Krieg oder andere Militär-Etats. Doch es herrscht Wahlkampf in Amerika, und im Wahlkampf ist alles möglich. Auch Possenspiele auf einer Titanic, deren Deck bereits mehr als zur Hälfte unter Wasser steht…
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple, Google, K+S und Research in Motion




