Kaufempfehlung: Strong Buy für TAOH
Zu meinem journalistischen Selbstverständnis gehört es normalerweise, in Kolumnen keine Kaufempfehlungen zu geben. Ich muss diesmal eine Ausnahme machen, da die Argumente zu überzeugend sind.
Barack Obama wurde zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, da er sich glänzend verkauft hat und weil er genau der richtige Präsident in dieser schwierigen Zeit ist. Er will durch ein gigantisches Konjunkturprogramm der US-Wirtschaft zu einem Kaltstart verhelfen. Obama wird vermutlich im nächsten Jahr 1.000 Milliarden US-Dollar in die US-Wirtschaft pumpen. Vor wenigen Monaten wäre er für ein solches Hilfspaket gescholten worden. Jetzt ist es opportun.
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Die Konjunktur bricht ein - was tun?
Es gibt zwei Sichtweisen auf staatliche Konjunkturprogramme: Sie wirken und stützen die Wirtschaft um sich selbst zu finanzieren. Oder sie wirken nicht und erhöhen langfristig nur die Staatsschulden. Ein Pro und Kontra.
Für beide Sichtweisen gibt es Beispiele sowie stichhaltige ökonomische und praktische Argumente und Erfahrungen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist ein ständiges Auf- und Ab. Erfreulicher wäre eine stetige Wirtschaftsentwicklung möglichst gen Norden. Dann könnten Unternehmer und Privatleute ihre Einnahmen besser planen. Das wäre das Ziel einer funktionierenden Fiskalpolitik.
Barack Obama übernimmt eine kränkelnde US-Wirtschaft
Es ist Fluch und Segen zugleich. Barack Obama folgt dem historisch vermutlich am wenigsten erfolgreichen US-Präsidenten. Der jetzt mächtigste Mann der Welt muss einen Scherbenhaufen zusammenkehren, an dem sich selbst Herkules verhoben hätte. Was wir erwarten können.
Der Vorgänger von Barack Obama hat nicht nur einen nicht legitimierten Krieg geführt, sondern auch die US-Wirtschaft ruiniert. In den USA gab es schon immer eine Auf-Pump-Mentalität, die langfristiges Wirtschaften konterkariert. Die Zynik der US-Geschichte hat dafür gesorgt, dass die Blase noch rechtzeitig vor der Amtsübergabe von Georg W. Bush an Barack Obama platzte. Jetzt muss die Kreditpyramide geordnet wieder zurückgebaut werden.
Banken vor der Verstaatlichung – ein Modell auch für Deutschland?
Die Briten machen es, die Amerikaner haben es getan und auch die Isländer beteiligten sich bisher an zwei Großbanken. In Deutschland ist man noch nicht so weit. Kritiker solcher Ideen werden aber immer leiser.
Über den 700 Milliarden Dollar Plan in den USA ist schon viel geschrieben worden. Vorher war der Staat bei Fannie Mae und Freddie Mac in die Bresche gesprungen und hat sich bei dem schrumpfenden Investmentbankensektor ebenfalls eingebracht. Nach Börsenschluss kam am späten Mittwoch die wenig erfreuliche Kunde heraus, dass die American International Group (AIG) weiteren Kapitalbedarf angemeldet hat. Die Fed muss der AIG offenbar weitere 38 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. In den USA ist die Fed – anders als in Deutschland - dem Staatssektor zuzuordnen. Die Notenbank hatte dem Unternehmen bereits vor wenigen Wochen eine Injektion von 85 Milliarden verabreicht.
Die selbstverschuldete Krise des Liberalismus
„Raubtierkapitalismus“ nennt Helmut Schmidt die Spielart des Wirtschaftssystems, das die Welt an den Rand einer Katastrophe gebracht hat. Auf den Begriff ist Schmidt zu Recht stolz. Die Frage ist jetzt nur: Wie geht es weiter. Soll die Gesellschaft auf die Selbstheilung der Märkte hoffen? Einige Gedanken dazu.
Jahrelang forderte jeder Liberale automatisch von der Politik, dass diese Zurückhaltung bei Markteingriffen jeglicher Art walten lassen solle. Immer wenn kleinere Wucherungen wie Korruption oder unethisches Verhalten von Vorständen an die Oberfläche kamen, wurden die Selbstheilungskräfte des Marktes beschworen. Selbst jetzt formulieren einige Liberale noch in ihrem alten Gedankengerüst: Der Staat – die Notenbanken werden diesem Gebilde mal eben zugeordnet – hat versagt. Das ist zu einfach und verweigert eine zielgerichtete Problemanalyse.
Finanzmärkte - Weltuntergang bleibt aus
Rekordarbeitslosenzahlen in den USA. Ein neues 20 Jahres Tief beim ifo-Geschäftsklima. Opel mit Problemen und sogar BASF muss die Produktion drosseln. Dennoch geht die Welt nicht unter. Sie wird nur nach der Krise erstmal anders aussehen. Hoffentlich.
Die Krisenursachen sind im Herbst 2008 fast unbestritten: Eine zu üppige Kreditausstattung wurde durch immer neue Finanzprodukte unter die Leute gebracht. Die Notenbanken hatten die Kontrolle über die Geld- und Kreditwirtschaft verloren und ohnehin zu viel Geld in das System gepumpt. Ratingagenturen spielten nicht die Hauptrolle, sondern waren nützliche Beschleuniger eines Kreditrads, das jetzt zum Stillstand kommt und dringend zum Weiterbetrieb nötig ist.
“Neuer Kapitalismus” auf der Agenda
Die Politik hat in den letzten Tagen und Wochen schnell und entschlossen im Weltverbund gehandelt. Zuletzt hat sich insbesondere der französische Präsident Nicolas Sarkozy in den Vordergrund geschoben. Jetzt macht er weiter Druck und will einen neuen Kapitalismus einführen. Eine Diskussion zur Unzeit.
In der Euphorie des gewonnenen Ansehens macht Sarkozy eine Vorstoß in Richtung neuer Weltordnung. Das große Wort von einer Weltwirtschaftskonferenz geistert durch die Gazetten: Der Geist von Bretton Woods wird beschworen. 1944 einigten sich 44 Staaten auf ein Wechselkursregime, das an den US-Dollar gekoppelt war. IWF und Weltbank wurden gegründet.
Angela Merkel spricht etwas vorsichtiger von einer neuen Finanzmarkt-Verfassung oder von einer tragfähigen Architektur der Finanzmärkte. Am Wochenende wollen sich die Regierungsschefs mit Georg W. Bush auf einem Weltfinanz-Gipfel treffen. Richtiger wäre es, abzuwarten bis der neue US-Präsident introhnisiert ist, und die Märkte erkennbar ihren Boden gefunden haben. Zumal die bisherige Ursachenanalyse noch etwas zu oberflächlich ist. So wird in der deutschen Diskussion beispielsweise zu wenig differenziert. Populismus überall auf der Welt gefährdet - bei aller berechtigter Kritik - das angeschlagene Finanzsystem zusätzlich. weiterlesen …
Zertifikate - Hart aber unfair in der ARD behandelt
Zertifikate wurden in der Sendung “Hart aber fair” als völlig unverständliche Produkte und Teufelszeug bezeichnet. Der Moderator Frank Plasberg hat sich an ein Thema gewagt, dessen Zusammenhänge er und seine Redaktion nicht verstanden haben. Leider sind auch einige seiner Gäste wenig hilfreich gewesen.
Die Sendung mit dem Titel “Börsencrash und Bankenpleite - wie sicher ist unser Geld noch?” griff ein für viele Menschen beunruhigendes Thema auf. Und natürlich sind viele der Finanzmarktprobleme kaum zu vermitteln. So ist es immer ein Aufreger, die Frage zu stellen, was hätte man mit dem Geld noch alles anstellen können? Gemeint sind über 26 Milliarden Euro für die der Bund der Hypo Real Estate eine Bürgschaft gegeben hat. Zur Darstellung hätte aber gehört: Was wäre passiert wenn der Bund genau diese Bürgschaft, die hoffentlich nicht zum Zuge kommt, nicht gegegeben hätte. Durch die Maßnahme wird nämlich eine systemische Kettenreaktion verhindert - die Kernschmelze wie Peer Steinbrück sich auszudrücken pflegt.




