Über Willkür in der politischen Berichterstattung


Gerne werden Politiker und Banker in diesen Tagen gescholten. Das ist in Fällen der zweiten Gruppe durchaus nachvollziehbar und verständlich. Merkwürdigerweise werden Bankvorstände selten derart persönlich beschimpft und geschmäht wie Politiker.

Unser Finanzminister ist dünnhäutiger geworden. Das kann man verstehen angesichts der Tatsache, dass er von manchen Kommentatoren, wie einigen von der Financial Times Deutschland (FTD), ständig als unfähig hingestellt und beschimpft wird. Aber auch andere Zeitungskommentatoren sind nicht anders. Natürlich ist es das Recht eines Kommentators in einem geeigneten Umfeld seine Meinung zu schreiben. Und gerade der Kommentarteil in der FTD ist nach meiner Einschätzung der beste Teil der Zeitung überhaupt. Dennoch übertreiben einige Kollegen, die das eigentlich nicht nötig hätten, ihre Meinungskampagne gegen den Finanzminister. weiterlesen …

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Irgendwie clever - Peer Steinbrück und die Bundesregierung


In dieser Woche sind Haushaltsberatungen. Die Bundesregierung kleckert nach Ansicht mancher parteiernannter Konjunktur- und Wirtschaftsexperten im Bundestag. Ohnehin hört sich toll an, was an Vorschlägen auf dem Tisch liegt: Steuersenkungen, Soli abschaffen und Steuerschecks verschicken. Nur sinnvoll ist das nicht unbedingt.

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Markt bricht ein auf Jahrestief


Die Hypo Real Estate (HRE) wird weiter gestützt. Die privaten Banken erhöhten ihr Engagement nach einer nächtlichen Krisensitzung. Das Paket umfasst insgesamt 50 Milliarden Euro. Inzwischen fordert Finanzminister Peer Steinbrück den Rücktritt von HRE-Chef Georg Funke.

Der Deutsche Aktienindex Dax brach zu Handelsbeginn um etwa viereinhalb Prozent ein. Der Finanzminister strebt nach seinen Erfahrungen mit der HRE eine Gesamtabschirmung für die Finanzindustrie an. Immerhin konnte das Ministerium nach der Krisensitzung eine Lösung präsentieren, die den Steuerzahlern keine neuen Bürgschaften abverlangt. Der Ruf nach einer Ablösung des Vorstandschefs der HRE wird immer lauter. Nach Erfahrungswerten mit solchen öffentlich diskutierten Rücktrittforderungen ist sein Verbleib im Vorstand inzwischen kaum noch zu erwarten.

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Finanzminister Steinbrück: “Schwarzer September 2008.”


In einer bewegten Debatte beschäftigte sich heute der Bundestag mit der Lage an den Finanzmärkten. Alle Parteien fordern neue, wirkungsvollere Regeln. Einigkeit herscht insoweit: Die Banken sollen transparentere Bilanzen vorweisen und Zweckgesellschaften ausserhalb der Bilanz sollen nicht mehr möglich sein. Darüber hinaus kam es zu einiger Polit-Rhetorik zwischen den Akteuren.

In seiner bekannt nüchternen und in gewohnt pointierter Art begann Finanzminister Peer Steinbrück seine Rede. Das Positive erwähnte Steinbrück zuerst: “Bislang hat das weltweite Krisenmanagement funktioniert. Es ist nicht zum Kollaps gekommen.” Er prägte während seiner Rede aber auch den Begriff vom “schwarzen September 2008.” Interessante Zahlen kamen auch zur Sprache: Abschreibungen von 500 Milliarden US-Dollar stehen bisher Mittelzuflüsse von 350 Milliarden US-Dollar an das Bankensystem gegenüber. Steinbrücks Meinung nach verlieren die USA den Status als Wirstchaftssupermacht. “Die USA sind der Ursprung der Krise und der Schwerpunkt der Krise.” Dem “Epizentrum” Wallstreet sagte Steinbrück voraus, dass diese nie mehr so sein werde wie zuvor. So seien die Investmentbanken von der Landkarte verschwunden. Anders als das “Trendbankensystem der USA” habe sich hierzulande das Universalbankensystem mit seinen drei Säulen bewährt. Steinbrück will dieses System in Brüssel weiter verteidigen. Beifall gab es für diese Forderung auch von Guido Westerwelle.

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Banken vor der Verstaatlichung – ein Modell auch für Deutschland?


Die Briten machen es, die Amerikaner haben es getan und auch die Isländer beteiligten sich bisher an zwei Großbanken. In Deutschland ist man noch nicht so weit. Kritiker solcher Ideen werden aber immer leiser.

Über den 700 Milliarden Dollar Plan in den USA ist schon viel geschrieben worden. Vorher war der Staat bei Fannie Mae und Freddie Mac in die Bresche gesprungen und hat sich bei dem schrumpfenden Investmentbankensektor ebenfalls eingebracht. Nach Börsenschluss kam am späten Mittwoch die wenig erfreuliche Kunde heraus, dass die American International Group (AIG) weiteren Kapitalbedarf angemeldet hat. Die Fed muss der AIG offenbar weitere 38 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. In den USA ist die Fed – anders als in Deutschland - dem Staatssektor zuzuordnen. Die Notenbank hatte dem Unternehmen bereits vor wenigen Wochen eine Injektion von 85 Milliarden verabreicht.

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Labile Finanzmärkte: Gut gemeint reicht oft nicht! Über Rettungspakete.


Anfang der letzten Woche durfte die Hypo Real Estate (HRE) sich als gerettet fühlen. Am Donnerstag war das nicht mehr so klar, da die rettenden Banken sich nicht einigen konnten. Freitag gab es Entwarnung und jetzt ist das Paket wieder offen.

Ähnliches machten Anleger beim US-Rettungspaket mit. Jetzt ist das Paket durch und die Börsen geben dennoch nach. Das ist nicht einmal überraschend: Denn das Vertrauen ist weg und diverse Zinssätze spielen verrückt. So zum Beispiel der US-Interbankensatz ist hoch wie selten. Der Interbankensatz ist der Zinssatz zu dem Banken sich untereinander Geld leihen. Ist dieser - wie derzeit - auch bei kurzfristigen Engagements sehr hoch, spricht das für einen Mangel an Vertrauen.

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Aktienmärkte: Die Woche der Abrechnung


Im Ergebnis gab der Dow Jones in der letzten Woche knapp 0,3 Prozent ab. S&P 500 und Nasdaq konnten sogar etwas hinzugewinnen. Diese Summensicht ist jedoch verkürzt: Das System stand vor dem Kollaps.

Eigentlich wollte ich einen Kommentar schreiben, der verschiedene Indexentwicklungen auflistet: in Industriestaaten und Emerging Markets. Die Ereignisse lassen solch einen Kommentar aber nicht zu: Die Aktienmärkte der Welt tauchten zu Wochenbeginn bis Donnerstag bei unglaublicher Volatilität gemeinsam ab. Auslöser war einmal mehr die Bankenkrise in den USA. Am Freitag rettete dann die US-Regierung die Märkte vor dem Kollaps. Vorerst.

Die Ereignisse der letzten Tage im Zeitraffer

Die Investmentbank Lehman Brothers verschwindet von der Finanzlandkarte. Eine Rettungsaktion scheiterte am vorigen Wochenende. Jetzt wird das Unternehmen filettiert und einige Tausend Investmentbanker verlieren ihren Job. Barclays kauft einen US-Teil und auch in Japan gibt es Kaufinteressenten für Teile des Wallstreet-Traditionsunternehmens. Überraschend kam für hiesige Beobachter die Botschaft, dass neben den Banken ein Versicherungsriese angeschlagen war und um Hilfe bitten musste: Die American International Group (AIG) erhält einen Notfallkredit von der US-Notenbank Fed. Diese gewährte AIG einen Kredit von fast 60 Milliarden Euro und übernimmt dafür 79,9 Prozent der AIG-Aktien. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Merrill Lynch in die Arme der Bank of America flieht.

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