Politiker sollten mit dem Ackermann-Bashing aufhören
Joseph Ackermann ist kein beliebter Banker im Volk: Geburtstagsfeier im Kanzleramt. Victoryzeichen im Mannesmann-Prozess und eine Rendite von 25 Prozent auf das Eigenkapital. Jetzt wird der Chef der Deutschen Bank sogar von Brüdern im Geiste attackiert. Ein absurdes populistisches Schauspiel.
Ackermann bezweifelte öffentlich die Griechenland-Rettung. Er sagte: »Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.« Durch den Rettungsschirm habe man Zeit gewonnen, sonst nichts. Ackermann liegt völlig richtig mit seiner Einschätzung. Das bestätigen ihm auch typische Kritiker, wie der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel und andere Ökonomen.
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Koch-Mehrin blamiert die FDP und sich selbst
Jetzt wissen die Wähler endlich warum die FDP immer noch Steuern senken will. Führende Vertreter der FDP besitzen nicht einmal die Kernkompetenz jedes Lehrlings - den guten alten Dreisatz. Silvana Koch-Mehrin, promovierte Volkswirtin und Historikerin blamierte sich bis auf die Knochen zu bester Sendezeit.
Der Moderator Frank Plasberg fragte in seiner Schlussrunde bei “Hart aber fair” in die Runde, ob die Politiker wüssten, um wie viel Euro die deutsche Schuldenuhr in der Sendezeit von 75 Minuten angestiegen sei. Gemeinerweise nahm er die FDP-Frau und letzte Spitzenkandidatin der FDP bei der Europawahl zuerst dran. Sie schätzte grandiose 6.000 Euro. Der Moderator kommentierte, er würde vorschlagen, Koch-Mehrin solle nicht Finanzministerin werden, sondern seine Co-Moderatorin. Richtig so.
FDP: Wenn Ideologie die Sinne vernebelt
Die Freidemokraten blamieren sich gerade in vielen Politikfeldern. Besonders ärgerlich ist der Nachweis mangelnder Kompetenz in Wirtschaftsfragen. Denn das ist Teil des Markenkerns der FDP. Auf Pump finanzierte Steuersenkungen sind ökonomischer Woodoo und sonst nichts.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass in der Bevölkerung der ökonomische Verstand weiter verbreitet ist als in der FDP. Für eine Partei, die sich selbst als Elite und ökonomische Vordenker-Partei versteht, ist das ein Debakel: Zwei Drittel der Deutschen lehnen instinktiv richtig “Steuersenkungen auf Pump” ab - so meldet die Süddeutsche Zeitung.
Wirtschaft neu denken: Was des Staates ist
Puristen des Marktes schreien auf, wenn der Staat in die Märkte eingreift. Das ist falsch und zu einfach gedacht. Innovationen und Weichenstellungen gehen seit jeher von der Politik oder gesellschaftlichen Entwicklungen aus. Selten sind es reine Marktprozesse, die ganze Märkte neu erschaffen.
Die Liberalen haben schon in den 80er-Jahren die grüne Revolution aus falscher ideologischer Verblendung heraus komplett verschlafen. Das liegt an einem Dogma, das zumindest im deutschen Verständnis des Liberalismus weit verbreitet ist. Schade, denn schon der ökonomische Ur-Vater Adam Smith hatte ein besseres Staatsverständnis als mancher liberale Lautsprecher heute.
Lindner überzeugt - Westerwelle nicht
Der Klub für klare Aussprache hat ein neues Mitglied: Christian Lindner, neuer Generalsekretär der FDP griff in freier Rede an und gewann. Guido Westerwelle ist auch zurück - sagt er. Nur glauben wird es ihm niemand. Er war schwach in Form.
Auf dem diesjährigen Treffen der FDP in Stuttgart wurde der politische Gegner verspottet, wie das Brauch ist zu Jahresanfang. Die CSU regiere weniger Menschen als die FDP und solle daher nicht über den Koalitionspartner spotten. Die SPD zerbrösele und ansonsten sind vor allem die FDP-Minister die strahlenden Helden der Koalition. So zumindest meinen die Redner der Freidemokraten - ohne denen mal in die Augen zu schauen.
Wirtschaft neu denken: die Wachstumsblase
In der modernen Ökonomie von heute sind Kapitalhebel überall im System notwendig: Jedes Unternehmen benötigt Fremdkapital, um Projekte zu finanzieren und das Geschäft weiter zu betreiben. Was ist jedoch das richtige Maß für den Einsatz von Fremdkapital?
Die Finanzbranche hat überdreht und zu viel Hebel im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung gesetzt. Jeder Kredit an ein Unternehmen oder an eine Privatperson ist solch ein Hebel. Dient er dazu, um spekulative Geschäfte zu finanzieren, dann handelt es sich um eine Finanzwette, die für sich genommen noch kein Problem darstellt. Fallen aber Wettpartner zu häufig aus, dann kommt es zu einer schädlichen Kettenreaktion - “Deleveraging” genannt. Das ist in Kurzform die Geschichte der aktuellen Finanzkrise.




