Crash 2010: Ist Griechenland das neue Lehman?
Die Panik ist zurück. Tumultartig ist der Markt vergangene Woche durch die europäische Schuldenkrise zurück in den Ausverkaufs-Modus gestürzt. Keine Frage: Ersetzt man Griechenland durch Lehman Brothers, fühlt es sich an, als hätten wir den Film schon mal gesehen. Die Frage ist nur: Endet er genauso fatal?
Das Drama ist zurück. Panikverkäufe. Der größte Crash nach Punkten aller Zeiten im Dow Jones. Keine realen Kurse. Gameover 2.0? weiterlesen …
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Börse paradox: Beständig daneben
Während das Börsenjahr 2009 allmählich auf die Zielgerade geht, werden nicht wenige Anleger immer heftiger mit dem Kopf schütteln. An den Aktienmärkten kam nämlich wieder einmal alles anders, als viele dachten. Weder der harte Frühjahrseinbruch noch die anschließende Rallye sind von Experten richtig prognostiziert worden – wie fast immer.
Es ist schon ein Kreuz mit der Börse: Ewig locken die wilden Kursausschläge, die Millionen von Anlegern seit Jahrhunderten vom Reichtum träumen lassen, doch kaum einer sieht sie kommen. Das gilt bekannterweise in beide Richtungen – nach oben wie nach unten.
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Lehman Brothers war kein “Jahrhundertfehler”
Am 15. September 2008 meldete Lehman Brothers Insolvenz an. In der Folge kam es zu schweren Verwerfungen an den Börsen und die Kurse fielen scheinbar ins Bodenlose. Dennoch sollte niemand glauben, dass die Probleme an den Märkten bei einem “Weiter so” ausgeblieben wären. Dass es sich um einen Jahrhundertfehler handelte, ist jedenfalls eine Legende.
Unter angelsächsischen Ökonomen wird die Frage, ob Lehman Brothers der eigentliche Sündenfall in dieser Krise war und man die Investmentbank besser gerettet hätte, viel kontroverser diskutiert als hierzulande. Natürlich kann man im Nachhinein formulieren, dass wenige Milliarden US-Dollar Rettungssumme - verglichen mit dem Desaster danach - eventuell günstiger für alle Beteiligten gewesen wären. Das klingt logisch, aber ist es auch richtig?
Bestand damals diese Rettungsoption überhaupt? Was wäre gewesen, wenn die Welt das Verbriefungsspiel einige Jahre weiter betrieben hätte? Wer in Szenarien und Fundamentaldaten denkt, der dürfte schnell zu dem Ergebnis kommen, dass der Knall über kurz oder lang ohnehin erfolgt wäre.
Märkte nach dem Crash: Die Zeit des Erwachens
Es tut sich etwas an den Aktienmärkten. Seit nunmehr fünf Wochen erleben Anleger, was sie in der Finanzmarktkrise lange Zeit vergessen hatten: steigende Kurse. Steil ziehen einige Notierungen an und lassen sich auch von zwischenzeitlichen Rückgängen nicht von ihrem Aufwärtstrend abbringen – zumindest für den Moment. Die plötzliche Kehrtwende beweist einmal mehr, warum der Aktienmarkt sich vielen Anlegern als suspekt erweist: die Börse bleibt ein Hort der Irrationalitäten – auf den ersten Blick zumindest.
Man muss es so deutlich sagen: Die Märkte lieben das Abnorme. Es scheint wirklich nur diese beiden Richtungen zu geben – ganz euphorisch oder komplett in Moll. Rückblende um sechs Wochen: Scheinbar unaufhörlich gaben die Notierungen an den Weltbörsen nach und hatten nach zwei Monaten schon wieder Verluste von mehr als 20 Prozent in den großen Indizes in Frankfurt und New York angehäuft. weiterlesen …
Black Monday 2008: Der große Crash
Es ist eine der meiststrapazierten Metaphern der Wirtschaftspresse: Die Rede von historischen Zeiten. Nun jedoch sind sie wirklich da. Was wir in den vergangenen zwei Wochen an der Wall Street miterlebt haben, verdient nicht weniger als diese Bezeichnung: Es sind Tage von geschichtsträchtigem Ausmaß.
In einer einzigartigen Schieflagenserie ist die gesamte Investmentbanking-Szene zusammengebrochen: Einige der einst hochgehandeltesten Sterne der Wall Street gingen krachend pleite (Lehman Brothers) oder wurden not- oder teilverkauft (Merrill Lynch, Morgan Stanley). Und selbst Goldman Sachs, der Star der Branche, wurde am Ende nur noch taumelnd in den Armen Warren Buffetts aufgefangen – und verlor den Investmentbank-Status.
Wer jedoch am Wochenende nach der turbulentesten Woche seit den Verwerfungen des 11. Septembers 2001 dachte, damit wäre das Schlimmste vorbei, erlebte am gestrigen Montag sein blaues Wunder. Hier kam nun schließlich der Schwarze Montag, den Anleger seit der Lehman-Pleite vor 14 Tage befürchtet hatten. Um unfassbare 777 Punkte stürzte der Dow Jones Industrial Average nach den überraschenden Scheitern des 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplans in die Tiefe – so tief wie nach Punkten noch nie innerhalb eines Tages.
Dieselben Negativrekorde mussten Aktionäre auch im marktbreiten S&P 500 Index und an der Technologiebörse Nasdaq verkraften, die beide um 9 Prozent einbrachen. Prozentual betrachtet sind es die schlimmsten Einbrüche seit dem Platzen der Technologieblase im März 2000 (Nasdaq) bzw. seit dem Jahrhundert-Crash von 1987 (S&P).
Schwerster Einbruch seit 1987
Damit befinden sich die amerikanische Aktienmärkte nicht länger in einer Krise – und auch nicht länger in einer Korrektur: Sie befinden sich mitten im Crash. Und tatsächlich im schlimmsten Crash seit 1987, nur dass sich dieser nicht an einem Tag ereignet, sondern scheibchenweise auf mehrere Tage verteilt. Seit Anfang September haben die Märkte die folgt verloren:
• Dow Jones: 11 Prozent
• S&P: 14 Prozent
• Nasdaq: 17 Prozent
Unter der Oberfläche geht der Aderlass weiter: Anleger lernen vielleicht zum ersten Mal in ihrer Börsenkarriere, wie schnell und gnadenlos mit der Anlageklasse der Aktien Werte vernichtet werden können. Der Finanzsektor, über acht Jahrzehnte eines der konservativsten Segmente, hat im vergangenen Jahr die vermutlich einzigartigste Pleite- und Bereinigungsserie in ihrer Jahrhunderte langen Geschichte erlebt. Neben den zahlreichen Insolvenzen und Notübernahmen sind auch die verbliebenen Player hart zurechtgestutzt worden. Es gibt fast keine namhafte Bankaktie mehr, die seit Beginn der Subprime-Krise nicht zumindest die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt hat.
Massiver Ausverkauf auch im Technologiesektor
Doch auch andere ausgewählte Blue Chips halbieren sich – und zwar im Rekordtempo. So etwa im Technologiesektor, wo Blackberry-Hersteller Research in Motion mal eben 40 Prozent seine Börsenwertes in zwei Handelstagen hergeben musste, nachdem die Quartalsgewinne die Analystenschätzungen marginal verfehlt hatten. Auch Technologie-Schwergewicht Apple büßte im September fast als 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung ein, nachdem Analysten Kursziele und ihren Prognosen der problematischen konjunkturellen Lage anpassten. Gerade die Kursmassaker bei Apple und RIM mit Verlusten von mehr als 20 Prozent an einem Handelstag unterstreichen, welches erstaunliche Ausmaß der jüngste Ausverkauf inzwischen erreicht hat. Längst regiert die nackte Panik oder – was, manchmal dasselbe ist – der bloße Wille, zu überleben, der über den Sell-Button Ausdruck findet.
Die daraus resultierenden Bewertungsniveaus sind dabei so vermeintlich attraktiv sind wie nie in diesem Jahrzehnt. Wachstumswerte wie RIM, Apple oder Google, für die Anleger vor einem Jahr noch Multiplen zwischen 35 und 60 zu bewilligen bereit warten, werden nun mit KGVs von 15 bis 20 gehandelt. Für Dax-Blue Chips wie Daimler oder die Allianz, die – noch immer – Milliarden Euro verdienen, sind Anleger nicht einmal mehr bereit, die Hälfte zu bewilligen. Dax-Aufsteiger K+S, der seinen Gewinn 2008 bislang mehr als vervierfachen konnte, wird, kommt inzwischen gar auf ein KGV unter 7. Wenn das keine Schnäppchen sind, was denn?
Die Rezession wird eingepreist
Der Markt suggeriert, es sind schlicht die falschen Multiplen. Mit den gegenwärtig drastischen Preisabschlägen unterstellen Aktionäre nicht nur eine Verlangsamung des Wachstums, sondern zum Gutteil ein Ausbleiben und damit gleichzeitig ein Abgleiten in die Rezession – so kräftig und dramatisch wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Auch reinrassige Wachstumschampions können da nicht mehr gegenansteuern, glauben Analysten und stutzten gestern entsprechend die 2009er-Prognosen von Apple zurecht.
Das Spiel dürfte in Mode kommen. Die Rezession in den USA ist – obwohl noch nicht statistisch bewiesen – nun Konsens. Sie wird das Börsenjahr 2009 wohl beherrschen. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wie lange sie bleibt und wie schmerzhaft sie wird. Dasselbe gilt auch für Europa, vielleicht um 6 Monate verzögert. Vielleicht aber auch, mit Blick auf die Bundesrepublik, sogar um einige Monate vorgezogen, wenn nämlich klar wird, das auch das dritte Quartal negativ verlaufen ist.
Washington blamiert Bush – und lässt die Wall Street im Regen stehen
Aktionäre preisen die Rezession nun im Rekordtempo ein, die – wenn man die Kurse der letzten Tage für bare Münze nimmt – so schlimm wird, wie seit Jahrzehnten, vielleicht seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Exakt das hatte Notenbankchef Alan Greenspan voraus gesagt. Andere Marktauguren wie James Cramer folgen ihm inzwischen: „Ohne den 700-Milliarden-Rettungsplan droht unserer Nation der Kollaps.“
Angesichts dieses Horrorszenarios, das nach dem überraschenden Scheitern im Repräsentantenhaus an der Wall Street nun herumgeistert, stehen Anleger jetzt vor der vielleicht schwersten Entscheidung ihrer Börsenkarriere: Was tun mit den Aktien? Aktuell, soviel ist klar, basiert der jüngste Kurssturz nur auf den schlimmsten Prognosen und der unfassbaren Handlungsunfähigkeit der amerikanischen Politik, die sich weigert, den vielleicht wichtigsten Rettungsplan der letzten Jahrzehnte zu verabschieden, der soviel dringender gebraucht worden wäre, als die fragwürdigen Milliarden-Bewilligungen für den Irak-Krieg oder andere Militär-Etats. Doch es herrscht Wahlkampf in Amerika, und im Wahlkampf ist alles möglich. Auch Possenspiele auf einer Titanic, deren Deck bereits mehr als zur Hälfte unter Wasser steht…
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple, Google, K+S und Research in Motion
Bankenkrise: Schwarzer Montag
Es ist der vorläufige Höhepunkt einer historischen Krise: In der Nacht zum Montag musste Lehman Brothers Insolvenz beantragen, während sich Konkurrent Merrill Lynch in die Arme der Bank of America warf. AIG benötigt unterdessen eine Finanzspritze in Höhe von 40 Milliarden Dollar. Börsianer ziehen an der Wall Street die Reißleine.
Der 15. September 2008 dürfte seinen Platz in den Gesichtsbüchern sicher haben. Binnen weniger Stunden braute sich ein Sturm zusammen, den die amerikanische Bankenlandschaft seit der Weltwirtschaftkrise 1929 nicht mehr gesehen hatte.
Dabei schien mit der Fast-Pleite von Bear Stearns vor exakt einem halben Jahr der Gipfel der Finanzmarktkrise erreicht zu sein. Sechs Monate später nun der ganze große Knall, vor dem notorische Skeptiker immer wieder gewarnt hatten: Trotz fieberhafter Verhandlungen konnte die viertgrößte amerikanische Investmentbank Lehman Brothers nicht mehr gerettet werden – eine überraschende Trendwende, nachdem im März bei der Nummer Fünf, Bear Stearns, von Politik und Finanzbranche noch alle Hebel in Bewegung gesetzt worden waren, um eine Insolvenz zu verhindern.
Nicht so beim einst begehrten Filetstück des amerikanischen Investmentbankings. Nach allen erdenklichen Planspielen zum Notverkauf einzelner Unternehmensteile und nach fieberhaften Verhandlungen zur Übernahme durch die Barclays Bank oder Bank of America blieb in den Morgenstunden zum Montag nur noch die Kapitulation auf ganzer Ebene – nämlich die Beantragung des Gläubigerschutzes nach Chapter 11.
“Lehman-Pleite: Das globale Vertrauen in die Stützung und Stabilität des Finanzsystems ist erschüttert“
Bei ganzen 19 US-Cent ging die Lehman-Aktie daraufhin gestern aus dem Handel. Bei knapp 86 Dollar hatte das Papier Anfang 2007 noch auf einem Allzeithoch notiert. Nun der Zusammenbruch, der gleichzeitig die größte Pleite in der US-Geschichte darstellt. Per 31. Mai hatte Lehman noch ein Vermögen von enormen 639 Milliarden Dollar in seinen Büchern geführt.
“Die Druckerschwärze unter dem Insolvenzantrag von Lehman ist noch nicht ganz trocken”, resümiert Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank gegenüber der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. “Wir hatten mit Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac die ganz klare Sicherheit, dass das Finanzsystem nicht wankt, da der Staat diesen Banken unter die Arme gegriffen hat. Lehman steht nun mit dem Rücken zur Wand, und das globale Vertrauen in die Stützung und Stabilität des Finanzsystems ist wieder einmal erschüttert”.
Schneller Merger Bank of America-Merrill Lynch: “Das führende Finanzinstitut der Welt”
Das gilt erst recht nach den nächsten Schockmeldungen, die die Märkte ebenfalls noch vor Handelseröffnung am Montag erreichten: So verschwand - buchstäblich über Nacht – auch die drittgrößte amerikanische Investmentbank, Merrill Lynch. Diesmal nicht durch eine Pleite, sondern durch einen überraschenden Verkauf an die Bank of America, der größten Bank der Vereinigten Staaten. Kaufpreis: 50 Milliarden Dollar in Aktien (0,8595 eigene Aktien für einen Merrill-Lynch-Anteilsschein).
Dass beide Unternehmen erklärten, sie würden nunmehr “das führende Finanzinstitut der Welt” bilden, wirkt in diesem Marktumfeld da eher wie schlechter Treppenwitz, zu desaströs ist die Stimmung an den globalen Finanzmärkten. Tatsächlich munkeln Marktbeobachter, das Traditionshaus Merrill Lynch, das im Zuge der Subprime-Krise ebenfalls heftig unter die Räder gekommen war, wollte einem ähnlichen Schicksal wie Lehman und Bear Stearns zuvorkommen und habe daher die Gunst der Stunde zu einer noch standesgemäßen Übernahme genutzt.
Nächster Krisenherd AIG: 40 Milliarden Dollar zum Überleben benötigt
Doch das war immer noch nicht alles: Auch der vor ein paar Monaten noch weltgrößte Versicherer AIG steht mit dem Rücken zur Wand. Und wie: Die American International Group musste in der Nacht zum Montag eingestehen, dass sie dringend frisches Kapital benötige. Nach Berichten der “New York Times” drohe eine Herabstufung des Kreditratings, wodurch reflexartig immense Mittelabflüsse losgetreten werden könnten. “AIG hätte nur noch 48 bis 72 Stunden zu leben gehabt”, wurde ein Insider in der Zeitung zitiert.
Durch eine Lockerung der Kreditregeln kann der Dow Jones-Konzern nun Vermögen von Tochterunternehmen in Höhe von 20 Milliarden Dollar zur Stützung der Muttergesellschaft verwenden. Weitere 20 Milliarden Dollar sollen folgen. Anleger reagierten auf die Not-Transaktion indes panisch und flüchteten aus dem ohnehin schon leckgeschlagenen Traditionskonzern. Gegen Handelsende stand ein tiefrotes Minus von mehr als 60 Prozent auf der Kurstafel.
Wall Street: “Der denkbar schlechteste Handelsschluss. Ein komplett hoffnungsloser Handelsschluss”
Auch in der Breite quittierten die Anleger das Desaster an den Finanzmärkten mit den stärksten Abschlägen seit dem 11. September 2001. Der Dow Jones Industrial Average schloss am Montagabend nur noch bei 10.917 Punkten. Das entsprach einem Verlust von 504 Punkten oder 4,4 Prozent. Damit notierte der Dow auf dem tiefsten Stand seit Juli 2006. Der marktbreite S&P-500 verlor sogar 4,6 Prozent auf 1193 Zähler, während die Technologiebörse Nasdaq mit einem Minus von 3,6 Prozent auf 2179 Punkte abtauchte.
Die Märkte schlossen damit allesamt auf Tagestiefs. Wall Street-Haudegen James Cramer schlägt dann auch in schrillsten Tönen Alarm: “Der denkbar schlechteste Handelsschluss. Ein komplett hoffnungsloser Handelsschluss. Ich will keine Hoffnung machen, wenn es keine gibt”, erklärte der CNBC-Marktkommentator.
“Das US-Finanzsystem befindet sich in seiner größten Krise seit 1929″
Andere Marktexperten sehen die amerikanische Bankenlandschaft dann auch bereits in der schwierigsten Lage seit der Weltwirtschaftskrise. “Fakt ist, das US-Finanzsystem befindet sich in seiner größten Krise seit 1929. Ohne die Intervention der US-Regierung sowie der US-Notenbank wäre das System sehr wahrscheinlich schon längst kollabiert”, erklärt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank, gegenüber manager-magazin.de “Sie versuchen das Schlimmste abzuwenden, um den Schaden für die Realwirtschaft in Grenzen zu halten.”
Wie das noch gelingen könnte, erklärt James Cramer: “Wir brauchen – noch in dieser Woche – eine Lösung für AIG, eine große Zinssenkung und einen weiteren Merger im Stile Bank of America-Merrill Lynch, um einen weiteren strauchelnden Player aufzufangen. Und wir brauchen die Liquiditätssicherung durch die Fed, um einen Crash zu vermeiden.” Damit ist das hässliche C-Wort ausgesprochen: Ein veritabler Crash – das wäre noch eine Steigerung des Schwarzen Montags vom 15. September 2008.
Ein Jahr nach dem Herbstcrash: Lektionen aus Lehman
Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als der größte Crash einer ganzen Anlegergeneration seinen Lauf nahm. Erst fiel Lehman, dann wackelte die Wall Street – und mit ihr der Rest der eng verzahnten Kapitalmärkte rund um die Welt. So dramatisch der Crash jener Herbsttage 2008 ausfiel – er beweist auch eines: Ein Jahr kann einen erheblichen Unterschied machen. Fünf Lektionen bleiben indes aus dem Lehman-Debakel.
1. Keine Angst vorm nächsten Crash
So lautet der Titel des bis heute meistverkauften Börsenbuches des Berliner Autors Bernd Niquet, erstmals erschienen zu einer Zeit, als der nächste Crash bereits in der Luft lag – im Herbst 1998. Erfahrene Anleger werden sich erinnern: Der Aufstieg im Zuge der Millenniumshausse war gewaltig, der darauf folgende Absturz im gerade mal ein paar Wochen alten neuen Jahrtausend umso gewaltiger. weiterlesen …
2 Jahre Bärenmarkt: Die Krise, die keiner ernst nahm
Es ist keiner schöner Anblick in diesen Sommertagen: Seit Wochen bereits dümpeln die Märkte vor sich her. Trotz einer dreimonatigen Rallye notieren die Indizes gerade mal auf dem Startniveau des Jahres - nach brutalen Verlusten 2008. Fast wie in einem vergessenen Zeitalter erscheint da der Blick zurück zum Sommer vor zwei Jahren, als die Finanzmarktkrise mit ersten Alarmsignalen auf sich aufmerksam macht, die jedoch keiner erkennen wollte…
Der Gipfelsturm ist auf den Tag zwei Jahre her: Bei 8105 Zählern schloss der Dax heute vor exakt zwei Jahren. Ein neues Allzeithoch war damit auch auf Basis des Schlusskurses aufgestellt worden – endlich, nach mehr als sieben Jahren. Viereinhalb Jahre zuvor noch hatte es so gar nicht danach ausgesehen: Bis auf seinerzeit unglaubliche 2188 Zähler sackte der deutsche Blue Chip-Index binnen dreier Jahre durch, ehe eine furiose Comebackrallye einsetzte. Zwei Jahre später sind Anleger nun bei 4900 Zählern im Dax erneut sehr weit von den einstigen Höchstständen entfernt – und irgendwo im Niemandsland zwischen Jahrzehnthochs- und Tiefs verschollen. weiterlesen …
Börsenjahr 2008: Ein Albtraum erster Klasse
Wenn alles gesagt, geschrieben und analysiert ist, zählt an den Märkten nur noch die einfache Mathematik. Und die spricht für die abgelaufenen 365 Tage eine ernüchternde Sprache: 2008, das war für viele Leitindizes das schlechteste Börsenjahr seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die deutschen Aktienmärkte verloren zwischen 40 und 48 Prozent ihres Wertes - und damit mehr als die Wall Street, an der die Krise ihren Ursprung genommen hatte.
Der Spuk ist vorbei, die Folgen bleiben: 2008 wird als das Börsenjahr in die Geschichte eingehen, in dem eine langsam herannahende Krise an dem US-Immobilienmarkt zum Tsunami heranwuchs, der erst den Kreditmarkt, dann die Kapitalmärkte erreichte und schließlich die Konjunktur mit einer Wucht traf, wie seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren nicht mehr.
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Aktienmärkte: Die Woche der Abrechnung
Im Ergebnis gab der Dow Jones in der letzten Woche knapp 0,3 Prozent ab. S&P 500 und Nasdaq konnten sogar etwas hinzugewinnen. Diese Summensicht ist jedoch verkürzt: Das System stand vor dem Kollaps.
Eigentlich wollte ich einen Kommentar schreiben, der verschiedene Indexentwicklungen auflistet: in Industriestaaten und Emerging Markets. Die Ereignisse lassen solch einen Kommentar aber nicht zu: Die Aktienmärkte der Welt tauchten zu Wochenbeginn bis Donnerstag bei unglaublicher Volatilität gemeinsam ab. Auslöser war einmal mehr die Bankenkrise in den USA. Am Freitag rettete dann die US-Regierung die Märkte vor dem Kollaps. Vorerst.
Die Ereignisse der letzten Tage im Zeitraffer
Die Investmentbank Lehman Brothers verschwindet von der Finanzlandkarte. Eine Rettungsaktion scheiterte am vorigen Wochenende. Jetzt wird das Unternehmen filettiert und einige Tausend Investmentbanker verlieren ihren Job. Barclays kauft einen US-Teil und auch in Japan gibt es Kaufinteressenten für Teile des Wallstreet-Traditionsunternehmens. Überraschend kam für hiesige Beobachter die Botschaft, dass neben den Banken ein Versicherungsriese angeschlagen war und um Hilfe bitten musste: Die American International Group (AIG) erhält einen Notfallkredit von der US-Notenbank Fed. Diese gewährte AIG einen Kredit von fast 60 Milliarden Euro und übernimmt dafür 79,9 Prozent der AIG-Aktien. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Merrill Lynch in die Arme der Bank of America flieht.





