Politiker sollten mit dem Ackermann-Bashing aufhören


Joseph Ackermann ist kein beliebter Banker im Volk: Geburtstagsfeier im Kanzleramt. Victoryzeichen im Mannesmann-Prozess und eine Rendite von 25 Prozent auf das Eigenkapital. Jetzt wird der Chef der Deutschen Bank sogar von Brüdern im Geiste attackiert. Ein absurdes populistisches Schauspiel.

Ackermann bezweifelte öffentlich die Griechenland-Rettung. Er sagte: »Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.« Durch den Rettungsschirm habe man Zeit gewonnen, sonst nichts. Ackermann liegt völlig richtig mit seiner Einschätzung. Das bestätigen ihm auch typische Kritiker, wie der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel und andere Ökonomen.

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Euro-Krise - Wer sind eigentlich die Zocker?


Leider verstehen Politiker diese Krise nicht: Der Absturz des Euro ist Ausdruck tiefen Misstrauens gegenüber den Staaten in Euroland und nicht das Resultat verantwortungsloser Spekulanten. Wenn jemand zockt in dem Spiel, dann sind es die Regierungen der Euroländer selbst und die Europäische Zentralbank(EZB).

Angriffskrieg auf den Euro. Euro unter Beschuss. Terrorangriff von Spekulanten. Politikern ist kein Bild martialisch genug, um die aktuelle Krisensituation zu beschreiben. Nur mit der aktuellen Situation hat das wenig zu tun. Auch die üblichen Verdächtigen - Hedgefonds, Ratinagenturen und böse Spekulanten - sind schnell als Verursacher ausgemacht. In Wirklichkeit haben unsere Politiker und Jean-Claude Trichet gerade die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank auf dem Altar eines Strohfeuers geopfert. Die wahren Zocker sitzen in Berlin, Paris und Luxemburg und nicht in Hongkong, Frankfurt oder New York.

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Über Griechen-Bonds und nutzlose Symbolpolitik


Zurzeit diskutiert alle Welt über die Milliarden, die in Zukunft aufgebracht werden müssen, um Griechenland vor der Staatspleite zu retten. Viel interessanter sind die Milliarden, die bislang zu unrecht als Risikoprämie gezahlt wurden. Diese sollten als Verhandlungsmasse mit den Banken genutzt werden.

Hätte Griechenland in den letzten zwanzig Jahren Zinsen auf deutschem Niveau gezahlt, wäre die Krise jetzt gar nicht so gefährlich und Griechenlands Haushalt wäre weniger belastet. Die Euro-Staaten, die jetzt Griechenland helfen, sollten Zinsen von den Anleihegläubigern zurückfordern. Ökonomisch, und in der Rückschau betrachtet, macht ein Risikoaufschlag auf Griechen-Bonds keinen Sinn, wenn man die Anleihenkäufer letztlich(!) doch rauskauft. Die vereinnahmten Risikoprämien sind daher die minimale Verhandlungsmasse bei einem denkbaren Haircut für Griechen-Anleihen. Genau so sollte man die Bankensolidarität organisieren.

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Guido Westerwelle - der Mann ohne Schneid


Der Vorsitzende der Freidemokraten steht seit Wochen neben sich. Vor der NRW-Wahl hält Westerwelle sich erkennbar mit Äußerungen zurück. Jetzt versucht er es mit Populismus statt ökonomischer Vernunft.

Es ist erst wenige Wochen her, da attackierte der FDP-Chef am Ende seiner Rede Journalisten: »Ihr kauft mir den Schneid nicht ab«. Gemeint waren die anwesenden Journalisten. Westerwelle vermutete eine Kampagne in den Medien gegen sich und gab sich kampfesmutig. Vor der Bundespressekonferenz versuchte er bereits einen Tag später gegenzusteuern. Danach wurde es still um den Lautsprecher Guido Westerwelle. Jetzt hat er sich zur Griechenlandkrise geäußert und will eine europäische Ratingagentur. Diese Forderung hat nur leider nichts mit dem zugrunde liegenden Problem zu tun oder ist ein Anwärter auf eine Teillösung.

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Crash 2010: Ist Griechenland das neue Lehman?


Die Panik ist zurück. Tumultartig ist der Markt vergangene Woche durch die europäische Schuldenkrise zurück in den Ausverkaufs-Modus gestürzt. Keine Frage: Ersetzt man Griechenland durch Lehman Brothers, fühlt es sich an, als hätten wir den Film schon mal gesehen. Die Frage ist nur: Endet er genauso fatal?

Das Drama ist zurück. Panikverkäufe. Der größte Crash nach Punkten aller Zeiten im Dow Jones. Keine realen Kurse. Gameover 2.0? weiterlesen …

Anlageklasse Cash


Der Euro ist weiter unter Druck und China muss mit Vermögensblasen kämpfen. Wer soll angesichts der hohen weltweiten Staatsschulden das Wachstum der Zukunft finanzieren? Vor anderthalb Jahren waren Staaten die bevorzugten Schuldner. Angesichts der Griechenlandkrise ist klar: die Staatsstimuli laufen aus.

China veranstaltet zurzeit die Expo zur “Stadt der Zukunft”. Gleichzeitig versuchen die Geldpolitiker im Land eine Vermögensblase bei Immobilien zu stoppen. Sie erhöhten dieses Jahr schon dreimal die Geldreserven der Banken, wodurch eine reduzierte Kreditvergabe erreicht werden soll. Die Häuserpreise in China sind in den letzten Jahren explodiert und das Wachtsum des Landes beruht fast ausschließlich auf steigenden Immobilienpreisen und verstärkter Bautätigkeit. Gleichzeitig zeigt die Krise in Europa, dass ab sofort Haushaltskonsolidierung angesagt ist. Keine gute Aussichten für die Wirtschaft also.

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Wie man mit CDS-Zockern umgeht


Credit Default Swaps (CDS) sind Ausfallversicherungen auf Kredite, Anleihen oder Schuldner. Hedgefonds nutzen diese Finanzwetten, um gegen Staaten oder Unternehmen zu spekulieren. Wollen Politiker den großen Jungs endgültig das Handwerk legen, dann sollten sie die Sicherheitsarchitektur der Geschäfte grundlegend verändern.

Offenbar hat inzwischen auch der letzte Politiker begriffen, dass die Spekulationen gegen Griechenland Kredite für öffentliche Haushalte verteuerten. Aus genau diesem Grunde sind CDS-Wetten weltweit in Verruf gekommen. Das Problem ist eigentlich nicht einmal die Grundidee des Instruments: Ein Anleger kann sich gegen Ausfallrisiken schützen, wenn er das Risiko nicht mehr tragen will und jemand anders ist bereit dazu. Genau so funktionieren auch Hermes-Bürgschaften, die Geschäfte für Unternehmen im Ausland absichern sollen. Darauf haben Industrievertreter jüngst bei einem Gespräch in Berlin hingewiesen. Was jedoch an den Finanzmärkten im Namen grenzenloser Freiheit teilweise passiert, ist grob missbräuchlich und ohne volkswirtschaftlichen Nutzen.

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