Crash 2010: Ist Griechenland das neue Lehman?
Die Panik ist zurück. Tumultartig ist der Markt vergangene Woche durch die europäische Schuldenkrise zurück in den Ausverkaufs-Modus gestürzt. Keine Frage: Ersetzt man Griechenland durch Lehman Brothers, fühlt es sich an, als hätten wir den Film schon mal gesehen. Die Frage ist nur: Endet er genauso fatal?
Das Drama ist zurück. Panikverkäufe. Der größte Crash nach Punkten aller Zeiten im Dow Jones. Keine realen Kurse. Gameover 2.0? weiterlesen …
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The Final Countdown
Die Griechenlandkrise nimmt langsam präsidiale Ausmaße an - alles ist bereits gesagt, aber nichts entschieden. Das sendet ein ...
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Börse paradox: Beständig daneben
Während das Börsenjahr 2009 allmählich auf die Zielgerade geht, werden nicht wenige Anleger immer heftiger mit dem Kopf schütteln. An den Aktienmärkten kam nämlich wieder einmal alles anders, als viele dachten. Weder der harte Frühjahrseinbruch noch die anschließende Rallye sind von Experten richtig prognostiziert worden – wie fast immer.
Es ist schon ein Kreuz mit der Börse: Ewig locken die wilden Kursausschläge, die Millionen von Anlegern seit Jahrhunderten vom Reichtum träumen lassen, doch kaum einer sieht sie kommen. Das gilt bekannterweise in beide Richtungen – nach oben wie nach unten.
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US-Quartalssaison: Das erstaunliche Comeback der Technologiewerte
Die Schockstarre an den Aktienmärkten ist seit einigen Wochen durchbrochen – allein: Die allgegenwärtige Skepsis bleibt. Dass tatsächlich auch mitten in der schwersten Krise seit 1929 veritables Wachstum zu beobachten ist, beweist ein Sektor, der sich gegen den Abwärtstrend stemmt – die Technologiebranche. Und das auch fundamental: In verblüffender Regelmäßigkeit haben die Zugpferde der Nasdaq bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist.
Noch immer dominieren die Negativschlagzeilen der Permabären: Die Weltwirtschaft befindet sich auf historischem Schrumpfungskurs, die erwarteten Ausfälle im Zuge der Finanzkrise werden nicht gekannte Dimensionen erreichen und der gegenwärtige Aufschwung an den Aktienmärkten wäre bestenfalls das kurzlebige Resultat einer Bärenmarktrallye, so der Tenor. weiterlesen …
US-Quartalssaison: Gute Zahlen, schlechte Zahlen
Immerhin: Wachstum ist auch in schwersten Krisenzeiten möglich – das ist die Erkenntnis der Auftaktwoche der US-Quartalssaison. Während es die erwarteten Enttäuschungen gab, stemmten sich zwei Schwergewichte des Technologiesektors gegen den Abwärtstrend. Apple und Google konnten auch bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanzen zweistellige Zuwächse vorweisen. Ob die beiden Vorzeigeunternehmen des Technologiesektors Ausnahmen bleiben, wird sich in den nächsten Tagen zeigen…
Es war mehr als ein Ausrufezeichen in schwierigen Tagen: Um ganze 28 Prozent besser zu sein als die Wall Street-Schätzungen lagen, ist ein seltenes Kunststück, zumal in Zeiten der reihenweisen Gewinn-Verfehlungen. Gelungen ist dies einmal mehr dem Computerpionier Apple: Wie das an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, konnte der Unternehmensgewinn – der Finanzkrise zum Trotz - im abgelaufenen Geschäftsquartal sogar noch einmal gesteigert werden. weiterlesen …
Märkte: Erholung auf tiefem Niveau
Nach dem brutalsten Ausverkauf der letzten 21 Jahre versuchten die Märkte in der letzten Woche ein Comeback. Obwohl praktisch jeder Erholungsversuch abverkauft wurde, blieb in der Breite doch ein Plus hängen. Vor dem Handelsstart in die neue Woche, in der die US-Quartalssaison an Fahrt aufnimmt, überwiegt dennoch die Angst vor neuen Hiobsbotschaften.
Für einige Wochen sah es so aus, als sollte das moderne Wirtschaftssystem von der Klippe fallen. Immer schneller und immer tiefer brachen die Weltbörsen in der vorvergangenen Woche ein – zwischen 18 Prozent im Dow Jones und 24 Prozent im Nikkei. Bei erdrutschartigen Verlusten in dieser Größenordnung braucht es kein Mathematikgenie, um die Wahrscheinlichkeit einer Gegenreaktion vorherzusagen.
Sie kam – und wie. Um mehr als zehn Prozent schossen die Aktienmärkte am letzten Montag in die Höhe. Doch die Rallye hielt nicht. Fast reflexartig ergriffen verunsicherte Anleger die Chance zum Ausverkauf, als der Dax wieder die Schwelle von 5300 Zählern überschritten hatte. Am Ende der Woche blieb der deutsche Aktienindex Dax bei nur noch 4782 Punkten stehen. Das sind zwar schon wieder fast 600 Punkte weniger als noch im Handelsverlauf am Dienstag, aber am Ende der Woche immerhin auch 5 Prozent mehr als noch sieben Tage zuvor. Gemessen am Startniveau des Jahres ist das jedoch nur ein schwacher Trost: Seit Januar liegt der deutsche Blue-Chip-Index nämlich um tiefrote 41 Prozent unter Wasser.
US-Quartalssaison: Technologie ist Trumpf
Krise, welche Krise? Die Crème de la Crème der amerikanischen Hightech-Branche beweist in diesen Tagen, dass der Trend ein Jahr nach der Finanzkrise wieder nach oben geht. Und zwar steil: Vorzeigeunternehmen wie Apple und Amazon geht es so gut wie nie zuvor. Den Aktionären auch: Die Papiere notieren auf Allzeithochs.
Was für einen Unterschied ein Jahr machen kann! Oktober 2008: Der Himmel an den Weltbörsen drohte im Nachhall der Lehmann-Pleite einzustürzen. Mittendrin: Die konjunktursensiblen Technologiewerte, deren Wachstumsraten im Zuge der Kernschmelze an den Kapitalmärkten zusammenzuschrumpfen schienen – die Aktien von Unternehmen wie Apple, Google, Amazon oder RIM halbierten bis drittelten sich. weiterlesen …
Kurserholung: Die Rückkehr der alten Reflexe
Nach einem katastrophalen Jahresstart haben die Aktienmärkte in den letzten Wochen wieder deutliche Zuwächse verbucht. Keine Frage: Mit immer neuen Negativwachstumsszenarien erscheint die konjunkturelle Lage weiter düster. An den Weltbörsen keimt jedoch angesichts der enormen Rettungspakte leise Hoffnung auf. Zu Recht? An der Spitze der Erholung stehen alte Bekannte. Kehrt der Bulle zurück?
Gottfried Heller ist immer für eine Börsenweisheit gut. Überliefert ist dieses Bonmot des früheren Kostolany-Partners: “Bei Pessimismus kaufen. Der Pessimismus ist die häufigste Ursache für niedrige Börsenkurse; je größer der Pessimismus desto niedriger die Kurse”.
US-Quartalssaison: Abgründe tun sich auf
In der dieser Woche rüsten sich die USA für ein Fest, dass God’s own Country noch nicht gesehen hat. An der Wall Street herrschen dagegen umgekehrte Vorzeichen: Zeitgleich zur Inauguration von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA müssen die Vorzeige-Unternehmen Amerikas bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen Farbe bekennen. Den Auftakt hatten in der letzten Woche bereits die US-Großbanken gemacht - mit desaströsen Ergebnissen.
Das Prinzip Hoffnung währte nicht mal eine Woche. Hoffnungsvoll waren die Aktienmärkte in der vorvergangenen Woche ins neue Jahr gestartet. Doch spätestens, als die ersten schlechten Nachrichten von Corporate America eintrafen, ergriffen Anleger reflexartig die Flucht. Intel warnte, Time Warner warnte – und die Konjunkturdaten verschreckten.
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Black Monday 2008: Der große Crash
Es ist eine der meiststrapazierten Metaphern der Wirtschaftspresse: Die Rede von historischen Zeiten. Nun jedoch sind sie wirklich da. Was wir in den vergangenen zwei Wochen an der Wall Street miterlebt haben, verdient nicht weniger als diese Bezeichnung: Es sind Tage von geschichtsträchtigem Ausmaß.
In einer einzigartigen Schieflagenserie ist die gesamte Investmentbanking-Szene zusammengebrochen: Einige der einst hochgehandeltesten Sterne der Wall Street gingen krachend pleite (Lehman Brothers) oder wurden not- oder teilverkauft (Merrill Lynch, Morgan Stanley). Und selbst Goldman Sachs, der Star der Branche, wurde am Ende nur noch taumelnd in den Armen Warren Buffetts aufgefangen – und verlor den Investmentbank-Status.
Wer jedoch am Wochenende nach der turbulentesten Woche seit den Verwerfungen des 11. Septembers 2001 dachte, damit wäre das Schlimmste vorbei, erlebte am gestrigen Montag sein blaues Wunder. Hier kam nun schließlich der Schwarze Montag, den Anleger seit der Lehman-Pleite vor 14 Tage befürchtet hatten. Um unfassbare 777 Punkte stürzte der Dow Jones Industrial Average nach den überraschenden Scheitern des 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplans in die Tiefe – so tief wie nach Punkten noch nie innerhalb eines Tages.
Dieselben Negativrekorde mussten Aktionäre auch im marktbreiten S&P 500 Index und an der Technologiebörse Nasdaq verkraften, die beide um 9 Prozent einbrachen. Prozentual betrachtet sind es die schlimmsten Einbrüche seit dem Platzen der Technologieblase im März 2000 (Nasdaq) bzw. seit dem Jahrhundert-Crash von 1987 (S&P).
Schwerster Einbruch seit 1987
Damit befinden sich die amerikanische Aktienmärkte nicht länger in einer Krise – und auch nicht länger in einer Korrektur: Sie befinden sich mitten im Crash. Und tatsächlich im schlimmsten Crash seit 1987, nur dass sich dieser nicht an einem Tag ereignet, sondern scheibchenweise auf mehrere Tage verteilt. Seit Anfang September haben die Märkte die folgt verloren:
• Dow Jones: 11 Prozent
• S&P: 14 Prozent
• Nasdaq: 17 Prozent
Unter der Oberfläche geht der Aderlass weiter: Anleger lernen vielleicht zum ersten Mal in ihrer Börsenkarriere, wie schnell und gnadenlos mit der Anlageklasse der Aktien Werte vernichtet werden können. Der Finanzsektor, über acht Jahrzehnte eines der konservativsten Segmente, hat im vergangenen Jahr die vermutlich einzigartigste Pleite- und Bereinigungsserie in ihrer Jahrhunderte langen Geschichte erlebt. Neben den zahlreichen Insolvenzen und Notübernahmen sind auch die verbliebenen Player hart zurechtgestutzt worden. Es gibt fast keine namhafte Bankaktie mehr, die seit Beginn der Subprime-Krise nicht zumindest die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt hat.
Massiver Ausverkauf auch im Technologiesektor
Doch auch andere ausgewählte Blue Chips halbieren sich – und zwar im Rekordtempo. So etwa im Technologiesektor, wo Blackberry-Hersteller Research in Motion mal eben 40 Prozent seine Börsenwertes in zwei Handelstagen hergeben musste, nachdem die Quartalsgewinne die Analystenschätzungen marginal verfehlt hatten. Auch Technologie-Schwergewicht Apple büßte im September fast als 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung ein, nachdem Analysten Kursziele und ihren Prognosen der problematischen konjunkturellen Lage anpassten. Gerade die Kursmassaker bei Apple und RIM mit Verlusten von mehr als 20 Prozent an einem Handelstag unterstreichen, welches erstaunliche Ausmaß der jüngste Ausverkauf inzwischen erreicht hat. Längst regiert die nackte Panik oder – was, manchmal dasselbe ist – der bloße Wille, zu überleben, der über den Sell-Button Ausdruck findet.
Die daraus resultierenden Bewertungsniveaus sind dabei so vermeintlich attraktiv sind wie nie in diesem Jahrzehnt. Wachstumswerte wie RIM, Apple oder Google, für die Anleger vor einem Jahr noch Multiplen zwischen 35 und 60 zu bewilligen bereit warten, werden nun mit KGVs von 15 bis 20 gehandelt. Für Dax-Blue Chips wie Daimler oder die Allianz, die – noch immer – Milliarden Euro verdienen, sind Anleger nicht einmal mehr bereit, die Hälfte zu bewilligen. Dax-Aufsteiger K+S, der seinen Gewinn 2008 bislang mehr als vervierfachen konnte, wird, kommt inzwischen gar auf ein KGV unter 7. Wenn das keine Schnäppchen sind, was denn?
Die Rezession wird eingepreist
Der Markt suggeriert, es sind schlicht die falschen Multiplen. Mit den gegenwärtig drastischen Preisabschlägen unterstellen Aktionäre nicht nur eine Verlangsamung des Wachstums, sondern zum Gutteil ein Ausbleiben und damit gleichzeitig ein Abgleiten in die Rezession – so kräftig und dramatisch wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Auch reinrassige Wachstumschampions können da nicht mehr gegenansteuern, glauben Analysten und stutzten gestern entsprechend die 2009er-Prognosen von Apple zurecht.
Das Spiel dürfte in Mode kommen. Die Rezession in den USA ist – obwohl noch nicht statistisch bewiesen – nun Konsens. Sie wird das Börsenjahr 2009 wohl beherrschen. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wie lange sie bleibt und wie schmerzhaft sie wird. Dasselbe gilt auch für Europa, vielleicht um 6 Monate verzögert. Vielleicht aber auch, mit Blick auf die Bundesrepublik, sogar um einige Monate vorgezogen, wenn nämlich klar wird, das auch das dritte Quartal negativ verlaufen ist.
Washington blamiert Bush – und lässt die Wall Street im Regen stehen
Aktionäre preisen die Rezession nun im Rekordtempo ein, die – wenn man die Kurse der letzten Tage für bare Münze nimmt – so schlimm wird, wie seit Jahrzehnten, vielleicht seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Exakt das hatte Notenbankchef Alan Greenspan voraus gesagt. Andere Marktauguren wie James Cramer folgen ihm inzwischen: „Ohne den 700-Milliarden-Rettungsplan droht unserer Nation der Kollaps.“
Angesichts dieses Horrorszenarios, das nach dem überraschenden Scheitern im Repräsentantenhaus an der Wall Street nun herumgeistert, stehen Anleger jetzt vor der vielleicht schwersten Entscheidung ihrer Börsenkarriere: Was tun mit den Aktien? Aktuell, soviel ist klar, basiert der jüngste Kurssturz nur auf den schlimmsten Prognosen und der unfassbaren Handlungsunfähigkeit der amerikanischen Politik, die sich weigert, den vielleicht wichtigsten Rettungsplan der letzten Jahrzehnte zu verabschieden, der soviel dringender gebraucht worden wäre, als die fragwürdigen Milliarden-Bewilligungen für den Irak-Krieg oder andere Militär-Etats. Doch es herrscht Wahlkampf in Amerika, und im Wahlkampf ist alles möglich. Auch Possenspiele auf einer Titanic, deren Deck bereits mehr als zur Hälfte unter Wasser steht…
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple, Google, K+S und Research in Motion





