Beratungsprotokoll - sinnvoll oder zu viel des Guten?
Manchmal wollen Politiker Gutes und machen das Falsche. Das neue Beratungsprotokoll soll Anleger vor schlechter Beratung schützen, scheitert aber am Konkreten. Und alles, weil der Staat die falschen Dinge reguliert. Schade.
Schon heute verwenden viele Finanzvertriebe computergestützte Beratungssysteme, um Daten ihrer Kunden zu erfassen und eine Idee davon zu bekommen, welche finanziellen Wünsche der Kunde hat. Aus all den Daten lässt sich sehr schnell ein Ausdruck generieren. Nur der reicht in unterschriebener Form vermutlich nicht aus, um die neuesten Anforderungen an Beratungsprotokolle und ihre Rechtssicherheit zu bestehen.
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Über Landesbanken und nützliche Idioten
Die BayernLB und die Regierung in Bayern haben sich gerade blamiert und mit der Hypo Alpe Adria fast vier Milliarden Euro versenkt. Die Rechnung zahlen in dem Fall Steuerzahler und diejenigen bei denen in Zukunft Leistungen weniger üppig ausfallen. Das beschreibt das Haftungsprinzip unseres Finanzsystems. Zeit zum Aufwachen.
Revolutionäre Bewegungen benötigen ihre Ideologen, Vorkämpfer und „nützlichen Idioten“. Dieser Hinweis stammt von Lenin und erscheint insofern verdächtig. Richtig ist er in dieser allgemeinen Form trotzdem. Bei der Entwicklung des Finanzsystems der letzten Jahre - die Revolution - ist die zentrale Frage, wer welche Rolle einnimmt. Der Idiot will natürlich keiner sein.
Klar ist: Das Verursacherprinzip funktioniert nicht nur im Umweltsektor nicht, sondern auch der Finanzsektor hat zahlreiche Mechanismen entwickelt, welche das Umgehen von Verantwortlichkeiten ermöglicht und oft anonyme Verlierer schafft.
Risiko verteilen - einige Gedanken für Arbeitnehmer
Gelegentlich hört und liest man absurd klingende Nachrichten: Auf der Commerzbank-Hauptversammlung ging es in diesem Jahr hoch her, da einige Aktionäre sich um ihr Erspartes gebracht sahen. Was bei manchen Bankenvorständen passierte, ist durch nichts zu entschuldigen, aber Anleger sollten Aktien auch nicht als Wertaufbewahrungsmittel betrachten.
Zu einem wohl strukturierten privaten Depot gehört neben unterschiedlichen Aktien auch immer ein ordentlicher Anteil an festverzinslichen Wertpapieren. Und: ein geringerer Anteil an Bar- oder Termingeld. Nur mit einem solchen Portfolio ausgestattet können Anleger flexibel reagieren oder bei geringen Renditeerwartungen ihrer aktuellen Wertpapiere, notwendige Umstrukturierungen vornehmen.
Finanzmärkte - Weltuntergang bleibt aus
Rekordarbeitslosenzahlen in den USA. Ein neues 20 Jahres Tief beim ifo-Geschäftsklima. Opel mit Problemen und sogar BASF muss die Produktion drosseln. Dennoch geht die Welt nicht unter. Sie wird nur nach der Krise erstmal anders aussehen. Hoffentlich.
Die Krisenursachen sind im Herbst 2008 fast unbestritten: Eine zu üppige Kreditausstattung wurde durch immer neue Finanzprodukte unter die Leute gebracht. Die Notenbanken hatten die Kontrolle über die Geld- und Kreditwirtschaft verloren und ohnehin zu viel Geld in das System gepumpt. Ratingagenturen spielten nicht die Hauptrolle, sondern waren nützliche Beschleuniger eines Kreditrads, das jetzt zum Stillstand kommt und dringend zum Weiterbetrieb nötig ist.
Die Suche des Guido Westerwelle im Heuhaufen
Jahrelang hat der FDP-Chefstratege Guido Westerwelle mit zwei Sätzen bestritten: »der Staat ist das Problem« und »der Staat hat Geld wie Heu«. Der erste Satz war kein Unikat, sondern stammte von US-Präsident und Ex-Schauspieler Ronald Reagan aus den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Satz zwei wird gerade in den Koalitionsverhandlungen entzaubert.
Schön waren die Oppositionszeiten. Man konnte einfach einige Behauptungen aufstellen und erhielt in bestimmten, interessierten - für Guido relevanten - Kreisen Applaus. Jetzt holen Guido Westerwelle seine leichtfertigen Behauptungen ein. Der strahlende König des Wahlabends startete als verbaler Tiger und scheint als politischer Bettvorleger zu landen. Denn die zentrale Frage lautet: Wo ist das versprochene Geld im Heuhaufen Staat?
Merger: Wiedeking und Porsche zeigen wie es geht
Porsche hat es im Jahr 2008 allen gezeigt. Man spielt das “Spiel der Spiele” besser nicht wie es Banken vorschlagen. Porsche wollte eine Mehrheit am Volkswagenkonzern und ist jetzt am Ziel.
Es ist erschreckend wie sich Familienunternehmer von Banken überreden lassen, sich auf waghalsige Abenteuer einzulassen. Der Fall Schaeffler ist solch ein Beispiel: Die Übernahme von Continental scheint ordentlich misslungen zu sein und bringt Schaeffler selbst ins Wanken. Die Phase einer Übernahme beinhaltet nicht nur interne Risiken, sondern auch das wirtschaftliche Umfeld ist wichtig, insbesondere wenn ein Teil des gekauften Unternehmens an der Börse notiert bleibt.




