Politiker sollten mit dem Ackermann-Bashing aufhören


Joseph Ackermann ist kein beliebter Banker im Volk: Geburtstagsfeier im Kanzleramt. Victoryzeichen im Mannesmann-Prozess und eine Rendite von 25 Prozent auf das Eigenkapital. Jetzt wird der Chef der Deutschen Bank sogar von Brüdern im Geiste attackiert. Ein absurdes populistisches Schauspiel.

Ackermann bezweifelte öffentlich die Griechenland-Rettung. Er sagte: »Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.« Durch den Rettungsschirm habe man Zeit gewonnen, sonst nichts. Ackermann liegt völlig richtig mit seiner Einschätzung. Das bestätigen ihm auch typische Kritiker, wie der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel und andere Ökonomen.

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Wirtschaft neu denken: Bankenpleiten organisieren und Banker schlechter bezahlen


Deutschland muss endlich einen Weg finden, Banken ohne Zukunft geordnet abzuwickeln. Bisher stemmt sich immer irgendwer gegen das Ende einer Bank, dabei sind Geldinstitute nichts anderes als risikotragende Unternehmen. Banken seien grundsätzlich systemrelevant und erhaltenswert hieß es vielerorts. Völlig absurd und schädlich.

In den USA, die mir ansonsten nicht sehr vorbildlich zu sein scheinen, haben in diesem Jahr bereits über 50 Banken die Lichter ausgeknipst: US-Bankenpleiten sind inzwischen also keine Seltenheit mehr, sondern ereignen sich dort statistisch zweimal pro Woche. Solch ein Massensterben ist uns bisher erspart geblieben. Das könnte an besser aufgestellten deutschen Banken, aber auch an dem hierzulande fehlenden Konzept für Bankeninsolvenzen liegen. Bei uns werden stattdessen hinter den Kulissen Anteile übernommen und Probleme werden verschleiert. Die Pleite einer Bank könnte eine Panik auslösen, heißt es als Begründung für manche Intransparenz - ganz zu schweigen von “Goldenen Handschlägen” für offensichtlich überforderte Manager. Das Gegenteil wäre richtig, um die Banker dauerhaft zu disziplinieren: Warum sollen beispielsweise Kunden nicht erfahren, dass die Chefs mancher Bank mit ihrem Geld gespielt haben? Es gibt keine ernstzunehmende Antwort darauf. Mehr Offenheit wäre zu wagen.

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US-Quartalssaison: Abgründe tun sich auf


In der dieser Woche rüsten sich die USA für ein Fest, dass God’s own Country noch nicht gesehen hat. An der Wall Street herrschen dagegen umgekehrte Vorzeichen: Zeitgleich zur Inauguration von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA müssen die Vorzeige-Unternehmen Amerikas bei Vorlage der  jüngsten Quartalszahlen Farbe bekennen. Den Auftakt hatten in der letzten Woche bereits die US-Großbanken gemacht - mit desaströsen Ergebnissen.

Das Prinzip Hoffnung währte nicht mal eine Woche. Hoffnungsvoll waren die Aktienmärkte in der vorvergangenen Woche ins neue Jahr gestartet. Doch spätestens, als die ersten schlechten Nachrichten von Corporate America  eintrafen, ergriffen Anleger reflexartig die Flucht. Intel warnte, Time Warner  warnte – und die Konjunkturdaten verschreckten. 
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Aktienmärkte: Die Woche der Abrechnung


Im Ergebnis gab der Dow Jones in der letzten Woche knapp 0,3 Prozent ab. S&P 500 und Nasdaq konnten sogar etwas hinzugewinnen. Diese Summensicht ist jedoch verkürzt: Das System stand vor dem Kollaps.

Eigentlich wollte ich einen Kommentar schreiben, der verschiedene Indexentwicklungen auflistet: in Industriestaaten und Emerging Markets. Die Ereignisse lassen solch einen Kommentar aber nicht zu: Die Aktienmärkte der Welt tauchten zu Wochenbeginn bis Donnerstag bei unglaublicher Volatilität gemeinsam ab. Auslöser war einmal mehr die Bankenkrise in den USA. Am Freitag rettete dann die US-Regierung die Märkte vor dem Kollaps. Vorerst.

Die Ereignisse der letzten Tage im Zeitraffer

Die Investmentbank Lehman Brothers verschwindet von der Finanzlandkarte. Eine Rettungsaktion scheiterte am vorigen Wochenende. Jetzt wird das Unternehmen filettiert und einige Tausend Investmentbanker verlieren ihren Job. Barclays kauft einen US-Teil und auch in Japan gibt es Kaufinteressenten für Teile des Wallstreet-Traditionsunternehmens. Überraschend kam für hiesige Beobachter die Botschaft, dass neben den Banken ein Versicherungsriese angeschlagen war und um Hilfe bitten musste: Die American International Group (AIG) erhält einen Notfallkredit von der US-Notenbank Fed. Diese gewährte AIG einen Kredit von fast 60 Milliarden Euro und übernimmt dafür 79,9 Prozent der AIG-Aktien. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Merrill Lynch in die Arme der Bank of America flieht.

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Welche Strategie gibt Deutsche Bank der Postbank?


Wenn die aktuelle Strategie der Postbank beibehalten wird, bietet die Postbank der Deutschen nur wenig Mehrwert. Denn die Ausrichtung der Postbank ist nur geeignet für den Verkauf von einfachen Produkten. Die Märkte für einfache Produkte sind stark umkämpft und werden über effiziente Infrastrukturen erobert. Hier hat die Postbank gegenüber Direktbanken eher Effizienz- und Geschwindigkeitsnachteile. weiterlesen …

US-Quartalssaison: Was sind die Milliardengewinne der Banken wert?


So schnell kann es doch gehen: Mitten in der Finanzmarktkrise, deren Ende viele Marktexperten noch längst nicht absehen wollen, erleben ausgerechnet die US-Banken eine schier mirakulöse Renaissance. Dabei hatten die amerikanischen Investmentbanken das Börsenbeben im vergangenen Herbst erst ausgelöst. Im abgelaufenen ersten Quartal fuhren Goldman Sachs, J.P. Morgan oder Wells Fargo jedoch bereits wieder Milliardengewinne ein. Taugt das Signal als Trendwende?

Es sind rare Worte: Es deute einiges darauf hin, dass die von der Fed ergriffenen massiven Interventionen maßgeblich zur Reanimierung der Wirtschaft beigetragen hätten, hieß es am vorvergangenen Wochenende – und zwar vom Chef der New Yorker Fed, William Dudle, und Fed-Vize Donald Kohn selbst.

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Merger: Wiedeking und Porsche zeigen wie es geht


Porsche hat es im Jahr 2008 allen gezeigt. Man spielt das “Spiel der Spiele” besser nicht wie es Banken vorschlagen. Porsche wollte eine Mehrheit am Volkswagenkonzern und ist jetzt am Ziel.

Es ist erschreckend wie sich Familienunternehmer von Banken überreden lassen, sich auf waghalsige Abenteuer einzulassen. Der Fall Schaeffler ist solch ein Beispiel: Die Übernahme von Continental scheint ordentlich misslungen zu sein und bringt Schaeffler selbst ins Wanken. Die Phase einer Übernahme beinhaltet nicht nur interne Risiken, sondern auch das wirtschaftliche Umfeld ist wichtig, insbesondere wenn ein Teil des gekauften Unternehmens an der Börse notiert bleibt. 

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Postbank: Konsolidierung im Bankensektor


Die Postbank schien keiner haben zu wollen. Dann bieten mit der Deutschen Bank und der spanischen Banco Santander doch zwei Institute. Nach dem Zusammengehen von Commerzbank und Dresdner Bank kommt es jetzt zur Konsolidierung unter deutschen Banken.

In einer Eilmeldung gab die spanische Bankengruppe Santander ein indikatives Gebot für die Deutsche Postbank AG ab. Nach einer sorgfältigen Prüfung, Due Diligence genannt, wollen die Spanier 50 Prozent plus eine der Aktien der Postbank von der Deutschen Post World Net übernehmen. Kurz danach wurde Meldungen zufolge schnell der gesamte Anteil angestrebt. Die Deutsche Bank wollte zunächst nur 29,75 Prozent der Postbank kaufen und später den Rest des Instituts übernehmen. Die Deutsche wollte einen Aufschlag von 20 Prozent auf den letzten Schlusskurs zahlen hieß es.

Finanzminister Peer Steinbrück begrüßte am Tag der zwei Angebote eine Fusion ganz generell auf einer Tagung der Wirtschaftszeitung Handelsblatt: “Wenn es zu einem solchen Zusammenschluss kommt, würde das dem Kriterium entsprechen, das ich für notwendig erachte: Nämlich die Konsolidierung auch bei den privaten Banken stärker voranzutreiben”, sagte Steinbrück am Donnerstag. Ausländische Investoren seien im Grundsatz ebenfalls willkommen hieß es.

Größe zählt 

In keiner anderen Branche ist die Bedeutung der Unternehmensgröße derart wichtig wie in der Bankenbranche: Wer zu klein ist, der kann aufgekauft werden oder der leidet unter zu geringem Haftungskapital. In den USA trat der vor Jahresfrist fast undenkbare Ernstfall inzwischen bei zehn Banken ein, die nicht mehr handlungsfähig waren: das Einlagensicherungssystem wurde in Anspruch genommen. Die Krise hat Regionalbanken und naturgemäß Investmentbanken hart getroffen. Darüber hinaus sind die spezialisierten Institute Fannie Mae und Freddy Mac auf dem Weg in die Arme des Staates. In der aktuellen Krise kam es immer wieder zu dem Problem, dass Bankinstitute mit ihrer Liquidität und ihrem Eigenkapital nicht hinkamen. Zwar ist Größe kein Komplettschutz wie die Schwierigkeiten der Citigroup zeigen, aber  je größer ein Institut ist, desto besser können Krisen wie die aktuelle Vertrauenskrise gemeistert werden.

Die Konsolidierung wurde bei einigen Landesbanken (SachsenLB, WestLB) bereits zwangsweise herbeigeführt. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn diese Fusionen aus der Stärke heraus zustande gekommen wären. Aber das ist zumindest bei öffentlich rechtlichen Banken ein sehr frommer Wunsch. Zu viele lukrative Jobs verschwinden schließlich bei solchen Konsolidierungsprozessen. Man kann das Beharrungsvermögen von etablierten Strukturen im Bankensektor übrigens immer noch in den vielen Landeszentralbanken beobachten. Von alleine ändert sich hier in den nächsten Jahren sicherlich gar nichts. Bei Landeszentralbanken muss die Politik endlich handeln.

Weniger ist oft mehr

Für Kunden ist eine Konzentration nicht immer nur ein Verlust an Wettbewerb und Anlagemöglichkeiten. Nimmt man beispielsweise die Vielzahl an Investmentfonds und Zertifikateprodukten so dürfte für den Kunden eine Zusammenlegung ähnlicher Produktgruppen der Fusionspartner von Vorteil sein. Schließlich zählt auch bei Investmentfonds die Größe, um ein wirtschaftliches Management zu ermöglichen. Die größeren, konsolidierten Institute können also den Anlegern durchaus Vorteile bescheren. Und vielleicht wird die Produktlandschaft etwas gestraffter daherkommen in Zukunft.

Das große Bild

Natürlich kämpfen Mitarbeiter aus der Bankenbranche um ihre Jobs, denn bei jeder Fusion fallen auf Dauer Arbeitsplätze weg. Interessant ist aber die Fusion mit der Postbank, die gar keine so beratungsintensive Struktur aufweist in jedem Fall. Schließlich ist die Postbank die kundenstärkste deutsche Bank mit zuletzt mehr als 14,5 Millionen Kunden. In Amerika sieht es im Bankensektor deutlich dramatischer aus: An der Wall Street verlieren zurzeit Investmentbanker und Juristen tausendfach ihre Jobs.

Gespannt sein darf man auch wie die Deutsche Bank die vielen Neukunden behandeln will: Privatkunden sind zwar aufwändiger als Investmentbanking, aber Einnahmen aus diesem Sektor sind viel verlässlicher zu planen. Die Deutsche Bank krankte in diesem Zusammenhang immer noch etwas an ihrer ehemals einseitigen Ausrichtung auf das vormals lukrative Investmentbanking. Durch die Postbank wünscht die Deutsche Bank demnächst vielleicht wieder Kontakt zu mehr Privatkunden. Diesmal sollte sich das größte deutsche Institut jedenfalls vor einer Kundenklassifizierung wie bei dem Segmentierungsversuch in Deutsche Bank/ Bank 24 hüten.

Bekannt ist, dass es in Deutschland zu viele Institute gibt, die kaum sämtlich genügend wirtschaftlich arbeiten können. Der Konsolidierungsprozess hat gerade mit den großen Playern der Branche begonnen. Viel spannender könnte in den nächsten Monaten die weitere Konzentration bei kleinen und mittleren Instituten werden