Bad Bank - eine dreiste Idee
Es ist schon erstaunlich wie manche Banker ihre Interessen ausleben. Die Kernidee einer Bad Bank ist es, schlechte Risiken aus Bilanzen der Banken herauszunehmen und dann so weiter zu machen wie bisher.
Gewinne wurden über Jahre privatisiert und die Verluste (oder zumindest zunächst die Risiken für solche) sollen jetzt sozialisiert werden. Wenn man genau hinschaut, passiert dieser Bereinigungsprozess schon jetzt in abgeschwächter Form: Der SoFFin ist ohnehin der Einstieg in eine Bad Bank, die in Deutschland nach Medienberichten von Josef Ackermann erstmals vorgeschlagen wurde.
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Friedrich Nietzsche, Fondsboutiquen und die Wahrheit
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Barack Obama - die Rückkehr des Politischen
Die Welt atmet auf. Mit der Amtsübernahme von Barack Obama beginnt ein Paradigmenwechsel bei der Sicht auf unsere Wirtschaftsordnung. Der Nachwächterstaat wird zunächst in den USA abgeschafft und durch einen starken Staat ersetzt.
Angesichts milliardenschwerer Abschreibungen von Banken, die sich nach Schätzungen des IWF bis auf 1.400 Milliarden US-Dollar belaufen könnten, kann niemand ernsthaft behaupten, dass der Staat für das Debakel verantwortlich ist. Ein ähnlich absurder Satz, der auch durch Wiederholung nicht richtiger wird, lautet: “Der Staat ist nicht der bessere Banker”. Unser Denken muss anders organisiert werden, um solchen Bauernfänger-Thesen nicht mehr hinterherzulaufen. weiterlesen …
Banken vor der Verstaatlichung – ein Modell auch für Deutschland?
Die Briten machen es, die Amerikaner haben es getan und auch die Isländer beteiligten sich bisher an zwei Großbanken. In Deutschland ist man noch nicht so weit. Kritiker solcher Ideen werden aber immer leiser.
Über den 700 Milliarden Dollar Plan in den USA ist schon viel geschrieben worden. Vorher war der Staat bei Fannie Mae und Freddie Mac in die Bresche gesprungen und hat sich bei dem schrumpfenden Investmentbankensektor ebenfalls eingebracht. Nach Börsenschluss kam am späten Mittwoch die wenig erfreuliche Kunde heraus, dass die American International Group (AIG) weiteren Kapitalbedarf angemeldet hat. Die Fed muss der AIG offenbar weitere 38 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. In den USA ist die Fed – anders als in Deutschland - dem Staatssektor zuzuordnen. Die Notenbank hatte dem Unternehmen bereits vor wenigen Wochen eine Injektion von 85 Milliarden verabreicht.
Finanzminister Steinbrück: “Schwarzer September 2008.”
In einer bewegten Debatte beschäftigte sich heute der Bundestag mit der Lage an den Finanzmärkten. Alle Parteien fordern neue, wirkungsvollere Regeln. Einigkeit herscht insoweit: Die Banken sollen transparentere Bilanzen vorweisen und Zweckgesellschaften ausserhalb der Bilanz sollen nicht mehr möglich sein. Darüber hinaus kam es zu einiger Polit-Rhetorik zwischen den Akteuren.
In seiner bekannt nüchternen und in gewohnt pointierter Art begann Finanzminister Peer Steinbrück seine Rede. Das Positive erwähnte Steinbrück zuerst: “Bislang hat das weltweite Krisenmanagement funktioniert. Es ist nicht zum Kollaps gekommen.” Er prägte während seiner Rede aber auch den Begriff vom “schwarzen September 2008.” Interessante Zahlen kamen auch zur Sprache: Abschreibungen von 500 Milliarden US-Dollar stehen bisher Mittelzuflüsse von 350 Milliarden US-Dollar an das Bankensystem gegenüber. Steinbrücks Meinung nach verlieren die USA den Status als Wirstchaftssupermacht. “Die USA sind der Ursprung der Krise und der Schwerpunkt der Krise.” Dem “Epizentrum” Wallstreet sagte Steinbrück voraus, dass diese nie mehr so sein werde wie zuvor. So seien die Investmentbanken von der Landkarte verschwunden. Anders als das “Trendbankensystem der USA” habe sich hierzulande das Universalbankensystem mit seinen drei Säulen bewährt. Steinbrück will dieses System in Brüssel weiter verteidigen. Beifall gab es für diese Forderung auch von Guido Westerwelle.
“Neuer Kapitalismus” auf der Agenda
Die Politik hat in den letzten Tagen und Wochen schnell und entschlossen im Weltverbund gehandelt. Zuletzt hat sich insbesondere der französische Präsident Nicolas Sarkozy in den Vordergrund geschoben. Jetzt macht er weiter Druck und will einen neuen Kapitalismus einführen. Eine Diskussion zur Unzeit.
In der Euphorie des gewonnenen Ansehens macht Sarkozy eine Vorstoß in Richtung neuer Weltordnung. Das große Wort von einer Weltwirtschaftskonferenz geistert durch die Gazetten: Der Geist von Bretton Woods wird beschworen. 1944 einigten sich 44 Staaten auf ein Wechselkursregime, das an den US-Dollar gekoppelt war. IWF und Weltbank wurden gegründet.
Angela Merkel spricht etwas vorsichtiger von einer neuen Finanzmarkt-Verfassung oder von einer tragfähigen Architektur der Finanzmärkte. Am Wochenende wollen sich die Regierungsschefs mit Georg W. Bush auf einem Weltfinanz-Gipfel treffen. Richtiger wäre es, abzuwarten bis der neue US-Präsident introhnisiert ist, und die Märkte erkennbar ihren Boden gefunden haben. Zumal die bisherige Ursachenanalyse noch etwas zu oberflächlich ist. So wird in der deutschen Diskussion beispielsweise zu wenig differenziert. Populismus überall auf der Welt gefährdet - bei aller berechtigter Kritik - das angeschlagene Finanzsystem zusätzlich. weiterlesen …
Die selbstverschuldete Krise des Liberalismus
„Raubtierkapitalismus“ nennt Helmut Schmidt die Spielart des Wirtschaftssystems, das die Welt an den Rand einer Katastrophe gebracht hat. Auf den Begriff ist Schmidt zu Recht stolz. Die Frage ist jetzt nur: Wie geht es weiter. Soll die Gesellschaft auf die Selbstheilung der Märkte hoffen? Einige Gedanken dazu.
Jahrelang forderte jeder Liberale automatisch von der Politik, dass diese Zurückhaltung bei Markteingriffen jeglicher Art walten lassen solle. Immer wenn kleinere Wucherungen wie Korruption oder unethisches Verhalten von Vorständen an die Oberfläche kamen, wurden die Selbstheilungskräfte des Marktes beschworen. Selbst jetzt formulieren einige Liberale noch in ihrem alten Gedankengerüst: Der Staat – die Notenbanken werden diesem Gebilde mal eben zugeordnet – hat versagt. Das ist zu einfach und verweigert eine zielgerichtete Problemanalyse.
US-Subprime-Krise: Bankaktien vor einer Neubewertung?
In den letzten Wochen wurden Bankaktien wegen der US-Subprime-Krise besonders stark abgestraft. Wen trifft es in Zukunft stärker ? und wer bleibt ungeschoren? Wie so oft gilt: Es kommt darauf an. Denn die Börsenwelt ist eine relative Welt…
Die Krise hat zwei wesentliche Effekte ausgelöst, die eine Neubewertung des gesamten Aktienuniversums notwendig machen: Zum einen sind die Kosten für Kredite mindestens kurzfristig angestiegen - vermutlich bleibt das auch zumindest mittelfristig so. Denn Banken vergeben nicht mehr so freigebig Geld an andere Banken oder an Kundenunternehmen. Die Geldinstitute müssen erst mal die Auswirkungen der Vertrauenskrise genauer weiterlesen …




