Über Griechen-Bonds und nutzlose Symbolpolitik


Zurzeit diskutiert alle Welt über die Milliarden, die in Zukunft aufgebracht werden müssen, um Griechenland vor der Staatspleite zu retten. Viel interessanter sind die Milliarden, die bislang zu unrecht als Risikoprämie gezahlt wurden. Diese sollten als Verhandlungsmasse mit den Banken genutzt werden.

Hätte Griechenland in den letzten zwanzig Jahren Zinsen auf deutschem Niveau gezahlt, wäre die Krise jetzt gar nicht so gefährlich und Griechenlands Haushalt wäre weniger belastet. Die Euro-Staaten, die jetzt Griechenland helfen, sollten Zinsen von den Anleihegläubigern zurückfordern. Ökonomisch, und in der Rückschau betrachtet, macht ein Risikoaufschlag auf Griechen-Bonds keinen Sinn, wenn man die Anleihenkäufer letztlich(!) doch rauskauft. Die vereinnahmten Risikoprämien sind daher die minimale Verhandlungsmasse bei einem denkbaren Haircut für Griechen-Anleihen. Genau so sollte man die Bankensolidarität organisieren.

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Banken im Steuerkampf unter Druck


Ein Urteil in Liechtenstein könnte ernsthafte Konsequenzen für Geschäftsmodelle von Banken haben. Davon ist mehr zu erwarten als von Druck durch die Politik. Das Schweizer Bankgeheimnis ist jetzt schon Geschichte.

Die Sueddeutsche Zeitung meldet, dass eine Bank in Liechtenstein einem Kunden Schadenersatz leisten muss, da das Institut ihren Kunden nicht rechtzeitig auf ein Informations-Leck im eigenen Haus hingewiesen hat. Was zunächst absurd klingt, die Bank zahlt die Steuerschulden des Kunden via Schadenersatz, dürfte Banken in Steuerparadiesen aufhorchen lassen.

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US-Banken - Krise noch nicht überwunden


Die Citigroup, einst die größte Bankgruppe der Welt, verbucht weiterhin hohe Verluste. Auch andere Banken sind noch nicht aus dem Gröbsten raus und fürchten die Zukunft. Beim Erklären der Krisenursachen geben Top-Banker sich weiterhin kenntnis- und ahnungslos.

Die Aktien der Citigroup notieren momentan um die 3,5 US-Dollar.  Im vierten Quartal 2009 fiel bei der Bank ein Verlust von 7,6 Milliarden US-Dollar an. Bei 22,8 Milliarden ausstehenden Aktien entspricht das einem Verlust von 33 Cent je Aktie. Bezogen auf den aktuellen Unternehmenswert ist das ein Quartals-Minus von fast zehn Prozent bezogen auf die aktuelle Aktienbewertung. Das zeigt einmal mehr, welche unsinnigen Kapitalhebel die Citibanker in Bewegung gesetzt hatten. Die Zahl der Mitarbeiter wurde durch Verkauf von Beteiligungen von 375.000 auf 265.000 gesenkt.

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Zur Finanzkrise: Was ist eigentlich Leistung?


Die Finanzkrise offenbart Probleme beim Messen von Leistung. Ihr Zollstock ist der Finanzbranche vor langer Zeit schon abhanden gekommen. Das ist eine Teilursache der aktuellen Finanzkrise.

Betrachtet man die Aktienmärkte als ein geschlossenes System, dann handelt es sich hierbei um ein Umverteilungsspiel. Anleger kaufen und verkaufen Aktien, um ihre Erwartungen auszudrücken. Der Käufer hofft auf steigende, der Verkäufer erwartet fallende oder gleichbleibende Kurse. Es gibt mehr Gewinn als Verlust in dem weltweiten Spiel solange die Kurse insgesamt steigen und nicht zu viele Spielteilnehmer aussteigen wollen. Regelmässige Kapitalabflüsse aus dem System organisiert die Finanzbranche, aber auch der Staat, der völlig zu Recht seine Steuern erhebt. weiterlesen …

“Kasino-Kapitalismus” - Sie haben die Wahl


Über die Finanzkrise gibt es zurzeit drei deutschsprachige Bücher zur Auswahl. Alle haben ihre Vorzüge und Sie die Wahl. Als Autor eines dieser Bücher bin ich befangen, will Ihnen aber meine Meinung über die Angebote dennoch nicht vorenthalten.

Motiviert zum Schreiben eines Buches wurde ich zunächst von den Äußerungen eines gewissen Otto Graf Lambsdorff. Dieser war nach der Lehman-Pleite sehr schnell mit seiner Analyse auf dem Markt: Der Staat hat versagt, da er die Regeln falsch gesetzt hat. Diese Form des Liberalismus-Verständnisses ärgert mich schon seit Jahren - ich nenne das schlicht Dumm-Liberalismus. Und da ich vermutete, dass diese Erklärungsmuster sich fortsetzen würden, wollte ich versuchen, eine ausgewogenere Sicht der Krisenumstände zu liefern.

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Über Willkür in der politischen Berichterstattung


Gerne werden Politiker und Banker in diesen Tagen gescholten. Das ist in Fällen der zweiten Gruppe durchaus nachvollziehbar und verständlich. Merkwürdigerweise werden Bankvorstände selten derart persönlich beschimpft und geschmäht wie Politiker.

Unser Finanzminister ist dünnhäutiger geworden. Das kann man verstehen angesichts der Tatsache, dass er von manchen Kommentatoren, wie einigen von der Financial Times Deutschland (FTD), ständig als unfähig hingestellt und beschimpft wird. Aber auch andere Zeitungskommentatoren sind nicht anders. Natürlich ist es das Recht eines Kommentators in einem geeigneten Umfeld seine Meinung zu schreiben. Und gerade der Kommentarteil in der FTD ist nach meiner Einschätzung der beste Teil der Zeitung überhaupt. Dennoch übertreiben einige Kollegen, die das eigentlich nicht nötig hätten, ihre Meinungskampagne gegen den Finanzminister. weiterlesen …

Obama-Bashing von Börsenkommentator


Das ist wieder typisch: Obama fährt einen Anti-Wirtschaftskurs und ist ein übler Populist - so die Kritiker. In Wirklichkeit ist das nur eine dümmliche Kritik von Interessenvertretern. Manchmal blamieren sich auch Journalisten, wenn sie jegliche Objektivität verlieren und Sprachrohr werden.

Barack Obama hat eine härtere Gangart im Umgang mit Banken angekündigt: Er fordert unter anderem die Einschränkung des Eigenhandels von Banken. Das ist vernünftig und verständlich. Die US-Regierung musste die Banken gegen Milliarden-Risiken absichern und jetzt kommen die zusätzlichen Kosten der Arbeitslosigkeit für den Staat hinzu. Es ist die wichtigste Aufgabe eines US-Präsidenten, Schaden von seinem Volk abzuwenden. Obama hat darauf einen Eid geschworen. weiterlesen …

Über Landesbanken und nützliche Idioten


Die BayernLB und die Regierung in Bayern haben sich gerade blamiert und mit der Hypo Alpe Adria fast vier Milliarden Euro versenkt. Die Rechnung zahlen in dem Fall Steuerzahler und diejenigen bei denen in Zukunft Leistungen weniger üppig ausfallen. Das beschreibt das Haftungsprinzip unseres Finanzsystems. Zeit zum Aufwachen.

Revolutionäre Bewegungen benötigen ihre Ideologen, Vorkämpfer und „nützlichen Idioten“. Dieser Hinweis stammt von Lenin und erscheint insofern verdächtig. Richtig ist er in dieser allgemeinen Form trotzdem. Bei der Entwicklung des Finanzsystems der letzten Jahre - die Revolution - ist die zentrale Frage, wer welche Rolle einnimmt. Der Idiot will natürlich keiner sein.

Klar ist: Das Verursacherprinzip funktioniert nicht nur im Umweltsektor nicht, sondern auch der Finanzsektor hat zahlreiche Mechanismen entwickelt, welche das Umgehen von Verantwortlichkeiten ermöglicht und oft anonyme Verlierer schafft.

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Banken regulieren - jetzt bitte!


Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte. Die jetzt neuerlich entbrannten Diskussionen um Bonuszahlungen einiger Bankinstitute zeigen: Die Branche hat nicht dazu gelernt. Der Staat muss endlich hart durchgreifen und den Bereich ordnen.

Wenn Sie einen Ökonomen fragen, ob er Zwang oder eine freiwillige Vereinbarung für richtig hält, dann wird das Votum eindeutig und immer auf die freiwillige Lösung (Selbstverpflichtung) entfallen. Dadurch erhofft man sich wettbewerbsfreundlichere Lösungen. Dieses Hoffen ist im Finanzsektor offenkundig in bestimmten Fragen keine wirksame Strategie. Die Banker dieser Welt wollen nicht begreifen, dass sie die Volkswirtschaften massiv geschädigt haben mit ihrem teilweise selbstsüchtigen Treiben.

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Wirtschaft neu denken: Bad Banking


Die Politik hat eine sehr gute Lösung für das Problem der toxischen Wertpapiere vorgeschlagen. Auf der einen Seite können sich die Institute von ihren Bilanzlasten befreien und auf der anderen Seite müssen die Anteilseigner primär haften. Das entspricht marktwirtschaftlichen Prinzipien.

Der Vorschlag der Bundesregierung sieht vor, dass Banken die Möglichkeit erhalten, eine Zweckgesellschaft zu gründen – eine eigene »Bad Bank« sozusagen. Diese Institute benötigen keine eigenen Banklizenzen. Banken übertragen ihre risikobehafteten Wertpapiere mit einem Abschlag von in der Regel zehn Prozent auf den aktuelle Buchwert an diese Gesellschaften. Die Zweckgesellschaft stellt eine Schuldverschreibung in gleicher Höhe aus, diese wiederum wird vom Bankenrettungsfonds SoFFin (also letztlich dem Staat) garantiert und ermöglicht wegen der Garantie die Refinanzierung bei der Europäischen Zentralbank. Die Idee ist es, Eigenkapital zu »befreien«, das für die Vergabe neuer Kredite notwendig ist.

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