US-Quartalssaison: Gute Zahlen, schlechte Zahlen
Immerhin: Wachstum ist auch in schwersten Krisenzeiten möglich – das ist die Erkenntnis der Auftaktwoche der US-Quartalssaison. Während es die erwarteten Enttäuschungen gab, stemmten sich zwei Schwergewichte des Technologiesektors gegen den Abwärtstrend. Apple und Google konnten auch bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanzen zweistellige Zuwächse vorweisen. Ob die beiden Vorzeigeunternehmen des Technologiesektors Ausnahmen bleiben, wird sich in den nächsten Tagen zeigen…
Es war mehr als ein Ausrufezeichen in schwierigen Tagen: Um ganze 28 Prozent besser zu sein als die Wall Street-Schätzungen lagen, ist ein seltenes Kunststück, zumal in Zeiten der reihenweisen Gewinn-Verfehlungen. Gelungen ist dies einmal mehr dem Computerpionier Apple: Wie das an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte, konnte der Unternehmensgewinn – der Finanzkrise zum Trotz - im abgelaufenen Geschäftsquartal sogar noch einmal gesteigert werden. weiterlesen …
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US-Quartalssaison: Abgründe tun sich auf
In der dieser Woche rüsten sich die USA für ein Fest, dass God’s own Country noch nicht gesehen hat. An der Wall Street herrschen dagegen umgekehrte Vorzeichen: Zeitgleich zur Inauguration von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA müssen die Vorzeige-Unternehmen Amerikas bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen Farbe bekennen. Den Auftakt hatten in der letzten Woche bereits die US-Großbanken gemacht - mit desaströsen Ergebnissen.
Das Prinzip Hoffnung währte nicht mal eine Woche. Hoffnungsvoll waren die Aktienmärkte in der vorvergangenen Woche ins neue Jahr gestartet. Doch spätestens, als die ersten schlechten Nachrichten von Corporate America eintrafen, ergriffen Anleger reflexartig die Flucht. Intel warnte, Time Warner warnte – und die Konjunkturdaten verschreckten.
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Black Monday 2008: Der große Crash
Es ist eine der meiststrapazierten Metaphern der Wirtschaftspresse: Die Rede von historischen Zeiten. Nun jedoch sind sie wirklich da. Was wir in den vergangenen zwei Wochen an der Wall Street miterlebt haben, verdient nicht weniger als diese Bezeichnung: Es sind Tage von geschichtsträchtigem Ausmaß.
In einer einzigartigen Schieflagenserie ist die gesamte Investmentbanking-Szene zusammengebrochen: Einige der einst hochgehandeltesten Sterne der Wall Street gingen krachend pleite (Lehman Brothers) oder wurden not- oder teilverkauft (Merrill Lynch, Morgan Stanley). Und selbst Goldman Sachs, der Star der Branche, wurde am Ende nur noch taumelnd in den Armen Warren Buffetts aufgefangen – und verlor den Investmentbank-Status.
Wer jedoch am Wochenende nach der turbulentesten Woche seit den Verwerfungen des 11. Septembers 2001 dachte, damit wäre das Schlimmste vorbei, erlebte am gestrigen Montag sein blaues Wunder. Hier kam nun schließlich der Schwarze Montag, den Anleger seit der Lehman-Pleite vor 14 Tage befürchtet hatten. Um unfassbare 777 Punkte stürzte der Dow Jones Industrial Average nach den überraschenden Scheitern des 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplans in die Tiefe – so tief wie nach Punkten noch nie innerhalb eines Tages.
Dieselben Negativrekorde mussten Aktionäre auch im marktbreiten S&P 500 Index und an der Technologiebörse Nasdaq verkraften, die beide um 9 Prozent einbrachen. Prozentual betrachtet sind es die schlimmsten Einbrüche seit dem Platzen der Technologieblase im März 2000 (Nasdaq) bzw. seit dem Jahrhundert-Crash von 1987 (S&P).
Schwerster Einbruch seit 1987
Damit befinden sich die amerikanische Aktienmärkte nicht länger in einer Krise – und auch nicht länger in einer Korrektur: Sie befinden sich mitten im Crash. Und tatsächlich im schlimmsten Crash seit 1987, nur dass sich dieser nicht an einem Tag ereignet, sondern scheibchenweise auf mehrere Tage verteilt. Seit Anfang September haben die Märkte die folgt verloren:
• Dow Jones: 11 Prozent
• S&P: 14 Prozent
• Nasdaq: 17 Prozent
Unter der Oberfläche geht der Aderlass weiter: Anleger lernen vielleicht zum ersten Mal in ihrer Börsenkarriere, wie schnell und gnadenlos mit der Anlageklasse der Aktien Werte vernichtet werden können. Der Finanzsektor, über acht Jahrzehnte eines der konservativsten Segmente, hat im vergangenen Jahr die vermutlich einzigartigste Pleite- und Bereinigungsserie in ihrer Jahrhunderte langen Geschichte erlebt. Neben den zahlreichen Insolvenzen und Notübernahmen sind auch die verbliebenen Player hart zurechtgestutzt worden. Es gibt fast keine namhafte Bankaktie mehr, die seit Beginn der Subprime-Krise nicht zumindest die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt hat.
Massiver Ausverkauf auch im Technologiesektor
Doch auch andere ausgewählte Blue Chips halbieren sich – und zwar im Rekordtempo. So etwa im Technologiesektor, wo Blackberry-Hersteller Research in Motion mal eben 40 Prozent seine Börsenwertes in zwei Handelstagen hergeben musste, nachdem die Quartalsgewinne die Analystenschätzungen marginal verfehlt hatten. Auch Technologie-Schwergewicht Apple büßte im September fast als 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung ein, nachdem Analysten Kursziele und ihren Prognosen der problematischen konjunkturellen Lage anpassten. Gerade die Kursmassaker bei Apple und RIM mit Verlusten von mehr als 20 Prozent an einem Handelstag unterstreichen, welches erstaunliche Ausmaß der jüngste Ausverkauf inzwischen erreicht hat. Längst regiert die nackte Panik oder – was, manchmal dasselbe ist – der bloße Wille, zu überleben, der über den Sell-Button Ausdruck findet.
Die daraus resultierenden Bewertungsniveaus sind dabei so vermeintlich attraktiv sind wie nie in diesem Jahrzehnt. Wachstumswerte wie RIM, Apple oder Google, für die Anleger vor einem Jahr noch Multiplen zwischen 35 und 60 zu bewilligen bereit warten, werden nun mit KGVs von 15 bis 20 gehandelt. Für Dax-Blue Chips wie Daimler oder die Allianz, die – noch immer – Milliarden Euro verdienen, sind Anleger nicht einmal mehr bereit, die Hälfte zu bewilligen. Dax-Aufsteiger K+S, der seinen Gewinn 2008 bislang mehr als vervierfachen konnte, wird, kommt inzwischen gar auf ein KGV unter 7. Wenn das keine Schnäppchen sind, was denn?
Die Rezession wird eingepreist
Der Markt suggeriert, es sind schlicht die falschen Multiplen. Mit den gegenwärtig drastischen Preisabschlägen unterstellen Aktionäre nicht nur eine Verlangsamung des Wachstums, sondern zum Gutteil ein Ausbleiben und damit gleichzeitig ein Abgleiten in die Rezession – so kräftig und dramatisch wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Auch reinrassige Wachstumschampions können da nicht mehr gegenansteuern, glauben Analysten und stutzten gestern entsprechend die 2009er-Prognosen von Apple zurecht.
Das Spiel dürfte in Mode kommen. Die Rezession in den USA ist – obwohl noch nicht statistisch bewiesen – nun Konsens. Sie wird das Börsenjahr 2009 wohl beherrschen. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wie lange sie bleibt und wie schmerzhaft sie wird. Dasselbe gilt auch für Europa, vielleicht um 6 Monate verzögert. Vielleicht aber auch, mit Blick auf die Bundesrepublik, sogar um einige Monate vorgezogen, wenn nämlich klar wird, das auch das dritte Quartal negativ verlaufen ist.
Washington blamiert Bush – und lässt die Wall Street im Regen stehen
Aktionäre preisen die Rezession nun im Rekordtempo ein, die – wenn man die Kurse der letzten Tage für bare Münze nimmt – so schlimm wird, wie seit Jahrzehnten, vielleicht seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Exakt das hatte Notenbankchef Alan Greenspan voraus gesagt. Andere Marktauguren wie James Cramer folgen ihm inzwischen: „Ohne den 700-Milliarden-Rettungsplan droht unserer Nation der Kollaps.“
Angesichts dieses Horrorszenarios, das nach dem überraschenden Scheitern im Repräsentantenhaus an der Wall Street nun herumgeistert, stehen Anleger jetzt vor der vielleicht schwersten Entscheidung ihrer Börsenkarriere: Was tun mit den Aktien? Aktuell, soviel ist klar, basiert der jüngste Kurssturz nur auf den schlimmsten Prognosen und der unfassbaren Handlungsunfähigkeit der amerikanischen Politik, die sich weigert, den vielleicht wichtigsten Rettungsplan der letzten Jahrzehnte zu verabschieden, der soviel dringender gebraucht worden wäre, als die fragwürdigen Milliarden-Bewilligungen für den Irak-Krieg oder andere Militär-Etats. Doch es herrscht Wahlkampf in Amerika, und im Wahlkampf ist alles möglich. Auch Possenspiele auf einer Titanic, deren Deck bereits mehr als zur Hälfte unter Wasser steht…
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple, Google, K+S und Research in Motion
Märkte: Richtungsloser Sommerhandel
Immerhin: Nach zwei verlustreichen Wochen konnten die deutschen Aktienmärkte in den letzten Handelstagen wieder verlorenes Terrain zurückgewinnen – zumindest etwas. Der relativ impulslose Sommerhandel dürfte mit Beginn des Septembers nun enden. Für den ersten Paukenschlag sorgte gestern Abend eine Großübernahme im Bankensektor: Die Commerzbank übernimmt die Dresdner.
Es war kein guter Sommer. Weder an den Freibädern, Biergärten und Stränden der Republik – noch an den Aktienmärkten. Bei über 7000 Punkten notierte der deutsche Aktienindex (Dax) noch Anfang Juni, als der Sonnenschein so vielversprechend Hoffnung auf die schönste Jahreszeit machte. Davon ist nicht viel geblieben. Der Sommer fiel größtenteils ins Wasser, und auch die deutschen Aktienindizes tauchten ab.
Nun zum Ausklang noch einmal glückliche Tage. Das Wochenende versöhnte die leidgeprüften Bundesbürger, und auch die letzten Handelstage konnten zumindest etwas versöhnlicher stimmen. Bei 6422 Punkten ging der deutsche Blue-Chip-Index am Freitag aus dem Handel – immerhin 80 Punkte oder rund 1 Prozent stärker als noch in der Vorwoche. Dennoch bleibt seit Januar ein kräftiges Minus von rund 20 Prozent.
Deutsche Aktienmärkte: MDax setzt sich ab
Immer weiter von dieser Marke setzt sich dagegen der Nebenwerte-Index ab, der lediglich 12 Prozent unter Januarniveau liegt. Der MDax ist im laufenden Börsenjahr damit weiter bester deutscher Index und bewies in den vergangenen Handelstagen, warum. Am Freitag ging der Midcap-Index nämlich deutlich stärker aus dem Handel – bei 8671 Zählern, stolze 260 Punkte oder rund 3 Prozent fester als in der Vorwoche.
Nur leicht Richtung Norden tendierten dagegen die Kleinstwerte: So ging der SDax bei 4119 Zählern aus dem Handel, rund 1 Prozent höher als noch 7 Tage zuvor. Seit Jahresbeginn liegt der deutsche Smallcap-Index inzwischen allerdings um 21 Prozent hinten.
Wie schon seit einem Monat geht damit die rote Laterne im Börsenjahr 2008 an den SDax. Der lange Zeit Klassenletzte, der TecDax, setzte seine Aufholjagd unterdessen fort. Angetrieben von der Stärke der Solarwerte legte der Nemax50-Nachfolger in den letzten 5 Handelstagen abermals stärker zu als der Markttrend – diesmal um weitere 2 Prozent! Bei 827 Zählern liegt der deutsche Technologieindex 2008 nun nur noch 15 Prozent hinten und ist damit aktuell weiter das zweiterfolgreichste deutsche Kursbarometer.
US-Börsen: Nasdaq schwächelt
Damit konnte der TecDax sogar den Vorgaben aus den USA trotzen. Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq, die in den letzten Wochen noch so durch Stärke aufgefallen war, musste in den vergangenen Handelstagen einen kräftigeren Rücksetzer verkraften. Bei nur noch 2367 Zählern stoppte das Kursbarometer am Times Square am Freitag. In der Vorwoche hatte der Indexstand noch bei 2415 Punkten gelegen – das entspricht einem Abschlag von zwei Prozent. Vor allem die Schwergewichte Apple und Research in Motion mussten in den vergangenen Tagen kräftig Federn lassen. Seit Jahresbeginn hat sich das Minus damit wieder auf 11 Prozent summiert.
Ebenfalls im Rückwartgang befand sich zuletzt der traditionsreichste Index der Welt. Der Dow Jones Industrial Average konnte sich jedoch deutlich besser behaupten als die Technologiebörse und gab in der letzten Handelswoche gerade mal ein halbes Prozent an Wert ab, um bei 11.544 Punkten die Woche zu beenden. Seit Jahresbeginn liegt der Dow damit nunmehr mit einem Minus von 13 Prozent hinten.
Kommende Woche: Index-Umstellung steht an
Wohin die Reise in den kommenden Handelstagen an den Aktienmärkten geht, ist nach wie vor ungewiss. Klar ist jedoch: Mit dem heutigen Labourday, an dem US-Börsen traditionell geschlossen sind, geht Ende die Urlaubssaison zu Ende. Der dünne Handel der vergangenen Woche dürfte dann wieder an Fahrt gewinnen. Für Impulse dürfte auch ohne die abgelaufene Quartalssaison gesorgt sein. Nach dem glamourösen Nominierungsparteitag der Demokraten steht nun das Event der Republikaner an, das schon heute beginnen sollte. Vielleicht aber auch nicht: Denn nach dem Aufkommen des Hurrikans Gustav, der heute auf New Orleans treffen soll, erwägt der Präsidentschaftskandidat John McCain den Parteitag im letzten Moment noch abzusagen.
Schlagzeilen ganz anderer Art haben am Vorabend des neuen Wochenbeginns auf der anderen Seite des Atlantiks bereits zwei Großbanken geliefert. Nach monatelangen Verhandlungen wird nun die Commerzbank die angeschlagene Allianz-Tochter Dresdner Bank übernehmen. Als Kaufpreis kursierte Sonntagabend die Summe von 9,8 Milliarden Euro. Damit geht eine siebenjährige Odyssee unter dem Dach des größten deutschen Versicherungskonzerns zu Ende, bei der niemand so richtig glücklich zu werden schien – vor allem nicht die leidgeprüften Allianz-Aktionäre. Mit entsprechender Spannung wird nun am Montag die Marktreaktion auf die Großübernahme erwartet.
Ebenfalls ein beherrschendes Marktthema dürfte die Entscheidung des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse sein, der Mitte der Woche ansteht. K+S und Salzgitter gelten als aussichtsreichste Kandidaten auf einen Dax-Aufstieg. Gesamtvolkswirtschaftlich dürften Anleger vor allem Freitag gebannt über den großen Teich schauen, wenn die Bekanntgabe der neuen Arbeitsmarktdaten ansteht. Marktexperten rechnen mit einem weiteren Jobabbau.
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple, K+S und Research in Motion
Märkte: Erholung auf tiefem Niveau
Nach dem brutalsten Ausverkauf der letzten 21 Jahre versuchten die Märkte in der letzten Woche ein Comeback. Obwohl praktisch jeder Erholungsversuch abverkauft wurde, blieb in der Breite doch ein Plus hängen. Vor dem Handelsstart in die neue Woche, in der die US-Quartalssaison an Fahrt aufnimmt, überwiegt dennoch die Angst vor neuen Hiobsbotschaften.
Für einige Wochen sah es so aus, als sollte das moderne Wirtschaftssystem von der Klippe fallen. Immer schneller und immer tiefer brachen die Weltbörsen in der vorvergangenen Woche ein – zwischen 18 Prozent im Dow Jones und 24 Prozent im Nikkei. Bei erdrutschartigen Verlusten in dieser Größenordnung braucht es kein Mathematikgenie, um die Wahrscheinlichkeit einer Gegenreaktion vorherzusagen.
Sie kam – und wie. Um mehr als zehn Prozent schossen die Aktienmärkte am letzten Montag in die Höhe. Doch die Rallye hielt nicht. Fast reflexartig ergriffen verunsicherte Anleger die Chance zum Ausverkauf, als der Dax wieder die Schwelle von 5300 Zählern überschritten hatte. Am Ende der Woche blieb der deutsche Aktienindex Dax bei nur noch 4782 Punkten stehen. Das sind zwar schon wieder fast 600 Punkte weniger als noch im Handelsverlauf am Dienstag, aber am Ende der Woche immerhin auch 5 Prozent mehr als noch sieben Tage zuvor. Gemessen am Startniveau des Jahres ist das jedoch nur ein schwacher Trost: Seit Januar liegt der deutsche Blue-Chip-Index nämlich um tiefrote 41 Prozent unter Wasser.
Märkte: Schwer angeschlagen
Wie ein taumelnder Boxer gingen die deutschen Aktienmärkte auch aus den letzten Handelstagen. Trotz einer leichten technischen Erholung bleibt die Lage an den Weltbörsen höchst prekär. Zum Wochenstart blicken Anleger gebannt auf den nächsten Krisenherd: Den möglichen Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers.
Das ganz große Debakel scheint nur aufgeschoben. Nach einer weiteren höchst nervösen Woche, in der der deutsche Aktienindex Dax passenderweise am 11.9. bei 6086 Zählern auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten schlitterte, blieb am Ende immerhin eine kosmetische Erholung.
Bei 6235 Punkten ging der deutsche Blue-Chip-Index am Freitag aus dem Handel – immerhin 108 Punkte oder knapp 2 Prozent stärker als noch in der Vorwoche. Dennoch bleibt seit Januar ein kräftiges Minus von knapp 23 Prozent – und vor allem die Aussicht, dass es kurzfristig wenige Hoffungsschimmer für Börsianer zu geben scheint, zu trist ist die Lage zwischen immer neuen Milliardenabschreibungen, Schieflagen und möglichen Insolvenzen.
Deutsche Aktienmärkte: Moderate Erholung nach schwerem Absturz
Auch der MDax, mit einem Minus von 18 Prozent noch immer bester deutscher Index, konnte sich in den vergangenen Handelstagen nur schwerlich von den deutlichen Vorwochenverlusten erholen. Am Freitag ging der Midcap-Index bei 8112 Zählern aus dem Handel, 87 Punkte oder rund 1 Prozent fester als in der Vorwoche. Erst gar nicht Richtung Norden schafften es dagegen die Kleinstwerte: So ging der SDax bei nur noch 3909 Zählern aus dem Handel, 1 Prozent schwächer als noch 7 Tage zuvor. Seit Jahresbeginn liegt der deutsche Smallcap-Index damit schon um 25 Prozent hinten. Wie schon seit einem Monat geht damit die rote Laterne im Börsenjahr 2008 an den SDax.
Doch auch der TecDax, der in den letzten Wochen zunächst für eine so furiose Aufholjagd gesorgt hatte, orientiert sich wieder deutlich nach unten. Nach volatilem Handel in den letzten 5 Handelstagen ging der Nemax50-Nachfolger dennoch fast unverändert aus dem Handel – nämlich bei 764 Zählern, ein Plus von 2 Punkten. Damit liegt der deutsche Technologieindex 2008 auch schon wieder 21 Prozent hinten, ist damit aber aktuell weiter das zweiterfolgreichste deutsche Kursbarometer.
US-Börsen: Moderate Erholung zieht Dow nach oben
Auch die amerikanische Technologiebörse, die im August noch so geglänzt hatte, ist weiter angeschlagen. Bei nur noch 2261 Zählern stoppte das Kursbarometer am Times Square am Freitag. Das ist allerdings immerhin noch 6 Punkte besser als in der Vorwoche. Vor allem jedoch die Schwergewichte Apple und Research in Motion mussten in den vergangenen Tagen weiter kräftig Federn lassen. Seit Jahresbeginn hat sich das Minus der US-Technologiebörse damit wieder auf 15 Prozent summiert.
Wieder Boden zurückgewinnen konnte dagegen der traditionsreichste Index der Welt. Der Dow Jones Industrial Average konnte sich deutlich besser behaupten als die US-Technologiebörse und legte in der letzten Woche immerhin knapp zwei Prozent an Wert zu, um bei 11.422 Punkten aus dem Handel zu gehen. Seit Jahresbeginn liegt der Dow damit nunmehr mit einem Minus von 14 Prozent wieder vor der Nasdaq.
Kommende Woche: Erneuter Blick auf die US-Banken
Ob es dabei bleibt, dürfte in der kommenden Handelswoche maßgeblich von den amerikanischen Großbanken abhängen. Nach der Fast-Pleite von Bear Stearns im März befindet sich nun seit Wochen die viertgrößte US-Investmentbank Lehman Brothers unter erheblichem Druck. Im letzten halben Jahr hat die Aktie mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren und notiert am Freitag nur noch bei rund 3 Dollar. Nach einem Schuldenstand, der sich zuletzt auf enorme 30 Milliarden Dollar summiert hatte, steht die Bank vor Handelseröffnung am Montag nun kurz vor dem Kollaps. Fieberhaft wurde am Wochenende nach einer Lösung gesucht – Lehman hatte sich am Freitag bereits zum Verkauf gestellt.
Ein ähnlich dickes Ende könnte auch diesseits des Atlantiks drohen. Die größte italienische Fluggesellschaft Alitalia müsse möglicherweise am heute alle Flüge einstellen, da kein Geld mehr für neues Kerosin bereit stehe, teilte der Insolvenzverwalter am Wochenende mit. Auch hier wurde am Wochenende zwischen dem Unternehmen, der Gewerkschaft und der italienischen Regierung nach einem Rettungsplan gesucht.
Mehr Krisenmeldungen könnten im Wochenverlauf dann nochmals von der Wall Street zu erwarten sein. Hier nämlich informieren zwei weitere US-Banken ihre Aktionäre über den Verlauf ihrer Geschäftstätigkeit in den abgelaufenen drei Monaten. Goldman Sachs und Morgan Stanley vermelden am Dienstag und Mittwoch ihre Quartalsergebnisse. Zudem berichten aus dem Technologiesektor Adobe und Palm im Wochenverlauf.
Disclosure: Der Autor hält Positionen in Apple und Research in Motion





