Nach Merkels Wiederwahl: Was Anleger erwartet


Nach der Wahl ist vor der neuen Normalität an den deutschen Börsen: Schwarz-Gelb, das Wunschkontrukt der deutschen Kapitalmärkte, wird nach elf Jahren reaktiviert. Doch Anleger sollten keine falschen Impulse erwarten: Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Lediglich für einzelne Branchen wie die Energie- und Solarindustrie könnte es kurzfristige Effekte geben.

Am Ende war der Ausgang doch klarer
als noch vor einigen Tagen erwartet: Schwarz-Gelb hat einen deutlicheren Regierungsauftrag bekommen, als noch im Endspurt des Wahlkampfs abzusehen war. Mit knapp 34 Prozent für CDU/CSU und 14,5 für die FDP können Angela Merkel und Guido Westerwelle zwar nicht die rechnerische Mehrheit von 50 Prozent vereinen – mit etwa 30 Sitzen Vorsprung im Bundestag lässt sie gegen eine zersplitterte Opposition aus einer komplett gedemütigten SPD, wieder erstarkten Grünen und einer Links-Partei ohne Regierungsperspektive jedoch halbwegs komfortabel regieren. weiterlesen …

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Wirtschaft neu denken: Über das Sein des Exportweltmeisters


Es gibt kaum etwas worauf Deutsche so stolz sind wie auf ihre Exporterfolge. Leider ist das nur eine Seite der Medaille: Wir verwalten riesige Exportüberschüsse und andere Länder verschulden sich mittelbar bei uns. Genau dieses Phänomen war eine Teilursache der aktuellen Krise.

Wir Deutschen sind stolz darauf, mehr als jedes andere Land der Welt auszuführen. Im Bundestag wird von Abgeordneten kaum ein anderer Begriff derart häufig benutzt, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu unterstreichen, wie der des »Exportweltmeisters«. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass im Jahr 2008 von Deutschland Waren im Wert von knapp 995 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von fast 819 Milliarden Euro eingeführt wurden. Der resultierende Außenhandelsüberschuss betrug also etwa 176 Milliarden Euro.

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“Neuer Kapitalismus” auf der Agenda


Die Politik hat in den letzten Tagen und Wochen schnell und entschlossen im Weltverbund gehandelt. Zuletzt hat sich insbesondere der französische Präsident Nicolas Sarkozy in den Vordergrund geschoben. Jetzt macht er weiter Druck und will einen neuen Kapitalismus einführen. Eine Diskussion zur Unzeit.

In der Euphorie des gewonnenen Ansehens macht Sarkozy eine Vorstoß in Richtung neuer Weltordnung. Das große Wort von einer Weltwirtschaftskonferenz geistert durch die Gazetten: Der Geist von Bretton Woods wird beschworen. 1944 einigten sich 44 Staaten auf ein Wechselkursregime, das an den US-Dollar gekoppelt war. IWF und Weltbank wurden gegründet.

Angela Merkel spricht etwas vorsichtiger von einer neuen Finanzmarkt-Verfassung oder von einer tragfähigen Architektur der Finanzmärkte. Am Wochenende wollen sich die Regierungsschefs mit Georg W. Bush auf einem Weltfinanz-Gipfel treffen. Richtiger wäre es, abzuwarten bis der neue US-Präsident introhnisiert ist, und die Märkte erkennbar ihren Boden gefunden haben. Zumal die bisherige Ursachenanalyse noch etwas zu oberflächlich ist. So wird in der deutschen Diskussion beispielsweise zu wenig differenziert. Populismus überall auf der Welt gefährdet - bei aller berechtigter Kritik - das angeschlagene Finanzsystem zusätzlich. weiterlesen …

Merkel: Nichts unreguliert lassen - was ist dran an dem Satz?


Der 1. April ist ein Tag an dem man Aussagen kritisch hinterfragen muss. Angela Merkel wiederholte vor ihrer Abreise nach London ihren Lieblingssatz der letzten Tage: »Kein Finanzmarkt und kein Finanzmarktprodukt soll unreguliert bleiben.« Das hört sich toll an.

Was meint unsere Bundeskanzlerin eigentlich damit? In Deutschland fallen mir auf Anhieb keine Produkte ein, die nicht irgendwie reguliert sind. Manche mehr und manche weniger. Zugegeben: Es gibt Finanzprodukte, die kein Anleger wirklicht braucht. Und: Ökonomischen Unfug in Form von Finanzprodukten gibt es natürlich zuhauf.  Was will Angela Merkel uns tatsächlich sagen?

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Labile Finanzmärkte: Gut gemeint reicht oft nicht! Über Rettungspakete.


Anfang der letzten Woche durfte die Hypo Real Estate (HRE) sich als gerettet fühlen. Am Donnerstag war das nicht mehr so klar, da die rettenden Banken sich nicht einigen konnten. Freitag gab es Entwarnung und jetzt ist das Paket wieder offen.

Ähnliches machten Anleger beim US-Rettungspaket mit. Jetzt ist das Paket durch und die Börsen geben dennoch nach. Das ist nicht einmal überraschend: Denn das Vertrauen ist weg und diverse Zinssätze spielen verrückt. So zum Beispiel der US-Interbankensatz ist hoch wie selten. Der Interbankensatz ist der Zinssatz zu dem Banken sich untereinander Geld leihen. Ist dieser - wie derzeit - auch bei kurzfristigen Engagements sehr hoch, spricht das für einen Mangel an Vertrauen.

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