Die Börse und die Finanzmedien: Eine ernste Beziehung?


Was ist News? Nicht-Journalisten beantworten diese Frage öfters mit „Alles was wichtig ist”. Dagegen wissen die erfahrenen Journalisten, dass das News-Geschäft nach einer anderen Regel funktioniert, nämlich „Alles was anders ist”. Nur so ist zu erklären, dass eines der Flaggschiffe der deutschen Finanzpresse darüber berichtet, dass in Belgien in einem Kino einem Mann ein Ohr abgebissen wurde. Leider beschränkt sich diese Art der Berichterstattung nicht nur auf Kuriosa. Auch die wichtigen Nachrichten werden nach dem Prinzip des „anders sein” aufbereitet. Das führt in turbulenten Börsenzeiten dazu, dass viele der auch von mir geschätzten Finanzzeitungen und Finanzjournalisten im Fernsehen sich in ihrem Stil und in ihrer Qualität kaum noch von Boulevardblättern unterscheiden. weiterlesen …

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Der Balkan und das Baltikum - Die Profiteure der Verschuldungskrise


Die Finanzkrise 2009/2010 hat in fast allen Ländern der EU zu einem deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung geführt. Das Tempo des Anstiegs ist dramatisch und die 60% Verschuldungsgrenze laut Maastricht Vertrag steht für die großen westlichen Industrienationen nur noch auf dem Papier. Innerhalb der Währungsunion erfüllt lediglich Finnland das Kriterium. Griechenland, Irland und Portugal wären zahlungsunfähig geworden, hätten die anderen EURO-Länder nicht frische Kredite zur Verfügung gestellt. Nun wackelt auch noch Italien. Deutschland steht in den Augen vieler Investoren noch als Fels in der Brandung dar und dies, obwohl die Staatsverschuldung innerhalb eines einzigen Jahres um fast 10% gestiegen ist und nun auf einem Niveau liegt, welches nur 10 Prozentpunkte unter dem Junkbonds gerateten Portugal liegt. weiterlesen …

Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt


So John F. Kennedyn in seiner Antrittsrede vom 20. Januar 1961. Neuzeitliche Interpretation: Fragt nicht was die Welt für Euer Land tun kann, fragt, was Euer Land für die Welt tun kann.

Alle Welt schaut auf Griechenland und die Eurozone als den potenziellen Auslöser einer erneuten Schockwelle für das globale Finanzsystem. Wir haben unsere Sicht der griechischen Situation bereits ausgiebig dargestellt und dabei versucht aufzuzeigen, dass die Situation lösbar bleibt, indem der Weg zu einer regelgebundenen Transferunion beschritten wird. Ob das ökonomisch sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Es kommt aber dadurch nicht unmittelbar zu einer neuen Katastrophe an den Finanzmärkten, da es noch Staaten gibt, die Griechenland Kredite gewähren können. Derweil gibt es auf der anderen Seite des Atlantiks ein Land, das sehr viel schwerwiegendere Schockwellen an das Finanzsystem senden kann, wenn die dortige Entwicklung so weiter geht wie bisher: Die USA. Im Folgenden werden wir argumentieren, dass die wirkliche Gefahr für die Märkte von den USA ausgeht - sollten sich die wirtschaftliche Entwicklung und die Haushaltssituation nicht nachhaltig erholen. weiterlesen …

Die globale Inflationsfalle: Steigende Preise bedrohen das Vermögen


Was Experten seit langem voraussagen, könnte jetzt eintreten. Die Inflation zieht offenbar wieder an. Vor allem steigende Preise für Lebensmittel und Energie sorgten dafür, dass die Inflationsrate in Europa im Januar laut Eurostat auf 2,4 Prozent kletterte. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise dem Statistischen Bundesamt zufolge um 1,9 Prozent - damit hat die Inflationsrate hierzulande den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. weiterlesen …

Die Börse und das „No Safe Haven“ Szenario: Testen Sie Ihren Anlageberater


Nach einer dreißigjährigen Rally, wendet sich das Blatt bei den Rentenpapieren. Ein Rentencrash ist nicht mehr ausgeschlossen. Somit wird ein Szenario, in dem Aktien, Renten und Rohstoffe gleichzeitig im Preis fallen können, bedrohlich realistisch. Dieses Szenario stellt ihren Anlageberater vor eine besondere Herausforderung.

Die meisten Anleger unterschätzen die enorme Bedeutung, die Kredit und Zinsniveau für die Wirtschaft haben. Die Finanzkrise wurde durch eine falsche Kreditpolitik ausgelöst. Die daraus resultierenden Probleme der Staatshaushalte, sind nichts anderes als Kreditproblemen. Auch vorher war das nicht anders. Das Platzen der Blase bei den New Economy Unternehmen wurde nicht von einem Aktienanalysten, sondern von einem Kreditanalysten ausgelöst.

Heute möchte ich Ihnen ein Szenario vorstellen, dass nicht unbedingt morgen eintreten muß, jedoch durchaus eintreten könnte. weiterlesen …

Anlegerschutzverbesserungsgesetz: Regulierung bei geschlossenen Fonds und Beteiligungen nach Gewerbeordnung


Nach einigem Hin und Her scheint nunmehr klar zu sein, wie die zukünftige Regulierung für den Vertrieb geschlossener Fonds aussieht. Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 08. September berichtet, hat sich die Bundesregierung auf eine Regulierung nach der Gewerbeordnung geeinigt, wie sie von Wirtschaftsminister Brüderle, FDP angestrebt worden war. Nicht durchsetzen konnte sich damit das von Finanzminister Schäuble favorisierte Modell der Regulierung nach dem KWG. weiterlesen …

Euro- und Dollar-Schuldenkrisen: Der Unterschied zwischen Rettung und Rettung


Wann wird Griechenland gerettet sein? Wann wird der Euro gerettet sein? Wann werden die USA gerettet sein? Wird Deutschland eine Rettung brauchen? In diesen Tagen ist es durchaus berechtigt, die Frage zu stellen, wann tatsächlich von einer Rettung eines Landes gesprochen werden kann. Denn, der Begriff Rettung wird zunehmend inflationär genutzt. weiterlesen …

Liebe macht blind


Die Europäische Union ist eine Liebesgemeinschaft - trotzt allen ökonomischen Zwängen! In der Vergangenheit haben wir schon öfter darauf verwiesen, dass die Europäische Währungsunion ein politisch gewolltes Konstrukt ist (kürzlich wurde H. Kohl mit dem Kissinger Preis für seine Verdienste geehrt) und diesem politischen Willen wird nun Tribut gezollt. Ärgerlich ist dabei nur, dass das niemand zugibt, wodurch sich der politische Unmut in den Geber- aber auch in den Empfängerländern mehrt. Vor diesem Hintergrund muss die aktuelle Restrukturierungsdiskussion gesehen werden, die den Anschein erweckt, als wäre sie eher von politischer als von ökonomischer Seite lanciert worden. Bei genauem Hinsehen stellt man nämlich fest, dass jegliche Art der Restrukturierung zu erheblichen Problemen führt. Deshalb kommen wir zu dem Schluss, dass im wahrscheinlichsten Szenario keine Umschuldung griechischer Staatsschulden erfolgen wird und die (bereits de facto bewilligten) Transferleistungen weiterhin gezahlt werden. Viel Rauch um Nichts - aber so ist das manchmal in der Liebe. weiterlesen …

Haushaltsdefizit USA: Finanzierungsprobleme wachsen


Einmal im Quartal treffen sich Vertreter der Investmentbanken und Investoren mit Vertretern des amerikanischen Finanzministeriums. Im jüngsten Meeting präsentierte das Finanzministerium einen Ausblick auf die Staatsfinanzierung in den nächsten Jahren. weiterlesen …

How to be a Zillionaire


“Wenn man 50 Dollar Schulden hat, so ist man ein Schnorrer. Hat jemand 50.000 Dollar Schulden, so ist er ein Geschäftsmann. Wer 50 Millionen Dollar Schulden hat, ist ein Finanzgenie. 50 Milliarden Dollar Schulden haben – das kann nur der Staat.”
Anm.: Angesichts der jüngsten Entwicklungen sollten alle obigen Zahlen mit 100 multipliziert werden, um die Realität treffender zu beschreiben.

Die letzten Monate waren gekennzeichnet von der Kontroverse zwischen denjenigen, die eine Inflation und denjenigen die eine Deflation erwarten. Hierbei ist die zentrale Frage, ob das jetzige Renditeniveau der Staatsanleihen eine spekulative Blase darstellt oder eine lang anhaltende Niedrigzinsphase einläutet. Wir glauben aus einem einfachen Grund an Letzteres: Das Finanzsystem würde bei einem starken Renditeanstieg kollabieren, da die meisten Staaten die daraufhin steigende Zinsbelastung nicht mehr finanzieren könnten. Weil die Volkswirtschaften der westlichen Welt in einer Liquiditätsfalle stecken, könnte auch eine weiterhin extrem expansive Geldpolitik daran nichts ändern. Folglich sollten sich Investoren auf eine Dekade niedriger Renditen mit alen Konsequenzen einstellen. Eine entscheidende Frage ist: Sind Credits als zusätzliche Ertragsbringer in einem solchen Umfeld attraktiv? weiterlesen …