Denksportaufgabe für Anleger: Wo stehen wir zurzeit?
Kapitalanlage ist ganz einfach - in der Theorie zumindest. Man muss nur wissen, in welcher Phase eines Wirtschaftszyklus man sich gerade befindet. Leider ist das erst im Nachhinein genau zu beantworten. Einige Überlegungen dazu.
In starken Abschwungphasen gilt es das Risiko frühzeitig aus dem eigenen Depot zu verbannen. In Aufschwungphasen muss man das Gegenteil tun und den Aktienanteil systematisch und frühzeitig erhöhen. Wer taktisch Bescheid weiß, der kauft in einer frühen Zyklusphase Rohstoff-Unternehemn und andere Frühprofiteure. Wer nichts tut, dessen Depot macht die Anpassungen durch Wertzuwäche und Verluste ganz von alleine. Allerdings ist das dann auf Dauer eher weniger erfolgversprechend. Die Gretchenfrage für Anleger zurzeit lautet: Geht es gerade bergauf oder bergab?
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Börse: Big Bang steht an
An den Aktienmärkten braut sich etwas zusammen. Der Chart des Dow Jones entwickelt sich zu einem beinahe idealtypischen Chartbild. Das fallende Dreieck. Stimmt diese Wahrnehmung, dann geht es bald los. Die Frage ist nur: in welche Richtung?
Ein fallendes Dreieck ist ein Chartmuster, das plausibel etwa so zu beschreiben ist: Die Marktteilnehmer unternehmen Versuche nach oben und nach unten. Unten hält der Verkaufsdruck auf ungefähr einer Linie. Hier ist eine Unterstützungszone für den Markt. Nach oben geht immer weniger - der Optmismus weicht langsam aus dem Markt. Bis die Geduld der Marktteilnehmer zuende ist. Es folgt dann eine starke Bewegung. In der Theorie geht es bei dem Chartmuster nach unten. Sakrosankt ist das aber nicht. Für Anleger ist die nächste Woche jedenfalls wichtig: Der Dow Jones ist der weltweit am meisten beachtete Aktienindex. Falls der Index eindeutig eine Richtung einschlägt, kann sich kein Aktienmarkt dem neuen Trend entziehen.
Wulff soll es sein - Vorbote von was?
Guido Westerwelle rief bei der gestrigen Nominierung des neuen Staatsoberhauptes aus, Wulff wisse, welche “geistige Achse” Deutschland jetzt benötige. Er hat damit Christian Wulff geschadet. Der Niedersachse wird damit offen aufgefordert, die Regierung zu stützen. Bei was eigentlich?
Christian Wulff soll es werden und er wird es werden. Politisch ist der Mann ein Schwergewicht als erfahrener Ministerpräsident und CDU-Grande. Das Gesicht Deutschlands wird dadurch in der Welt jünger, auch wegen seiner jungen Frau und einem Kleinkind, die in Bellevue einziehen werden. Das hört sich gut an. Christian Wulff ist zudem aufgefallen als jemand, der in aller Stille Veränderungen herbeiführt und den offenen Konflikt meidet. Das ist seine präsidiale Amtsführung und lässt ihn für den Job geeignet erscheinen.
Gerüchte um Staatskrise und Rücktritt von Köhler
Bislang unterstellt die Öffentlichkeit dem Ex-Bundespräsidenten, er habe verantwortungslos gehandelt bei seiner Flucht. Ich auch. Ein Gerücht macht jetzt die Runde, das ein neues Licht auf die Sache werfen könnte: Bundespräsident Horst Köhler könnte zurückgetreten sein, weil er die Gesetze zum Euro-Hilfspaket eigentlich nicht unterschreiben wollte, es aber trotzdem getan hat.
Angela Merkel soll laut FTD mit dem starken Wort von der Staatskrise versucht haben, auf Horst Köhler einzuwirken, um seinen Rücktritt zu verhindern. Nun, wenn ein Staatsoberhaupt zurücktritt, dann ist das ein Problem, aber eine Staatskrise entsteht aus anderen Gründen. Beispielsweise, weil ein Staatsorgan einen offenen Verfassungsbruch begeht oder Gesetze nicht achtet. Warum spricht also jetzt die Kanzlerin von so dramatischen Dingen wie einer Staatskrise?
Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück!
Bundespräsident Horst Köhler zieht die sofortige Konsequenz aus seinen misslungenen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und der folgenden Kritik. Die politischen Folgen sind unklar. Vermutlich fällt mit ihm die Biene-Maja-Koalition.
Horst Köhler war ein Symbol für die aktuelle Regierung. Angela Merkel und Guido Westerwelle hatten ihn 2004 installiert, um ihre Regierungsübernahme vorzubereiten. Köhler scheitert an einem Thema, das mit der aktuellen Krise nichts zu tun hat. Er hatte sich in einem Interview missverständlich zum Afghanistan-Einsatz geäußert und dafür hagelte es öffentliche Kritik. Jetzt verlas Horst Köhler eine kurze Erklärung und begründete seinen sofortigen Rückzug vom Amt auch mit dem fehlenden Respekt für das Amt. Selbst die Homepage-Macher des Bundespräsidenten wurden zunächst überrumpelt. Berlin stockt der Atem.
Lesen Sie heute keine Börsenkommentare mehr!
Die freie Welt stehe auf dem Prüfstand. Deutsche Regulierungswut verunsichere die Märkte. Diese undurchdachten Kommentare finden sich momentan überall. Ein Grund mehr, sich auf die Pfingstfeiertage zu freuen und das Lesen einzustellen.
Börsenkommentatoren müssen jede Kursbewegung erklären. Dabei ist ihnen alles recht - nachdenken schadet nur. Wahrscheinlich sind andere Gründe für die zurzeit schlechte Stimmung an den Weltbörsen verantwortlich und die ersten zaghaften deutschen Regelungsbemühungen spielen eine eher untergeordnete Rolle. Geignetere Erklärungen könnten beispielsweise absurd starke Aufwärtsbewegungen bei Aktien seit letztem Frühjahr sein. Die Gefahr einer Rückbesinnung der Notenbanken auf die Inflationsbekämpfung ist ebenfalls ein guter Tipp. Oder einfach das Reißen von allerlei charttechnisch relevanten Niveaus.
Präsidentenwahl - überall vertane Chancen
Die SPD schickt Joachim Gauck ins Rennen und sammelt bei der FDP einige Stimmen und Unwillen bei den Linken. Eigentlich bräuchten wir einen Horst Köhler 2.0 als Bundespräsidenten.
Deutschland steht wirtschaftspolitisch vor der entscheidenden Frage, ob es so weiter machen will, oder ob es eine gänzlich andere Wirtschaftspolitik betreibt: Mit dem Ziel die Binnennachfrage stärker zu stützen und dadurch die Handelsbilanzdefizite in Europa und insbesondere im Euroraum abzubauen. Angela Merkel wird diese Frage vermutlich falsch beantworten und Europa ins Chaos und Deutschland in die politische Bedeutungslosigkeit führen. Als Land benötigen wir und benötigt Europa endlich politische Führung.
Über Respekt…
Horst Köhler vermisste bei seinem Abschied den Respekt für sein Amt. So der Bundespräsident a. D. Aha: Respekt für ein Amt. Geht das eigentlich? Einige Gedanken zu einer inflationären Entwicklung.
Das Wort Respekt leitet sich aus dem Lateinischen ab. Respectus bedeutet in etwa Berücksichtigung. Die heutige Verwendung des Wortes Respekt ist Wertschätzung, in manchen Zusammenhängen Aufmerksamkeit und etwas überhöht sogar Ehrerbietung. Bezugspunkt für Respektsbezeugungen ist eine Person. Manche fordern Respekt auch für eine Institution ein. Da trennen sich die Geister. weiterlesen …
Horst Köhler - der Gescheiterte
Horst Köhler warf Montag um 14.03 Uhr den Topjob in Deutschland weg und flüchtete aus Schloss Bellevue. Er beendete damit einen sechsjährigen Irrtum. Dabei hatte Köhler die große Chance, seiner Amtszeit einen Sinn und dem deutschen Volk Orientierung zu geben. Schade.
Horst Köhler ist kein begnadeter Redner. Dabei geht es beim Bundespräsidentenamt genau darum, nämlich durch wohldurchdachte Reden zu überzeugen und die Erklärkraft des Wortes zu nutzen. Köhler war im Amt ein eher schlichter Denker ohne philisophische Ambitionen. Aber genau diese Schwäche war zugleich der größte Vorteil von Horst Köhler, der im Volk so überraschend gut ankam. Genau darauf - die Zustimmung im Volk - kam es dem Bundespräsidenten verstärkt an. Er kompensierte seine Schwächen durch seine persönliche Anteilnahme. Sein Amtsverständnis war insofern das eines Populisten im besten Sinne. Für das Amt des Bundespräsidenten war das letztlich zu wenig.
Lena! Rocke Oslo und mache Deutschland stolz!
Mit Lena vertritt eine junge Sympathieträgerin Deutschland in Oslo. Das ist schon ein großer Erfolg. Es zeigt zudem: deutsche Musiktalente gibt es auch jenseits von Castingshows, die zwischen Klamauk und Trash-TV - also ganz unten - angesiedelt sind. Gewinnen werden in Oslo andere, aber die Marke Deutschland ist wieder zurück im Musikgeschäft.
Für die Performance im Vorjahr müssten sich die Vertreter der deutschen Musikbranche und die Macher der ARD eigentlich schämen: “Alex swings, Oscar sings”, unser Gesangs-Duo in Moskau, war gar nichts. Eine selbsternannte langweilige Stripperin gehörte zu der Aufführung des Retorten-Songs, der ohne Vorentscheid von überforderten Entscheidern ausgewählt wurde. Der Heilsbringer in diesem Jahr war wieder einmal Stefan Raab. Er hat ein ungewöhnliches Talent aufgebaut und ihr europaweit ein sehr sympathisches Image verpasst. Deutschland kann sich zu einem großen Teil mit seiner Kandidatin identifizieren und geht positiv gestimmt in den Entscheid heutabend. weiterlesen …





