Geldanlage: Von Zinsen und anderen Märchen

Wie wir von Dornröschen wissen, wünschten sich ein König und eine Königin sehnlichst ein Kind. Eine schöne Tochter sicherte schließlich die dynastische Zukunft. Der König rief nach den dreizehn weisen Frauen des Landes, damit sie Versprechen für die Prinzessin abgäben. Dabei ereignete sich ein Mißgeschick. Es konnten nur so viele Feen geladen werden, wie es zwölf goldene Teller zur Bewirtung gab. Der Mangel an Goldgedeck führte zu einem Fluch. Den Tod der Tochter durch einen Stich an einer Spindel wendete die letzte der weisen Frauen ab und milderte den Todesfluch in das Versprechen eines hundertjährigen Schlafs.

Die weitere Geschichte ist bekannt. Trotz allgemeinen Spindelverbots stach sich das Mädchen und mit ihm fiel der gesamte Hofstaat in einen tiefen Schlaf. Nur eine gewaltige Dornenhecke wuchs. In dem Dickicht verfingen sich unternehmungslustige Jünglinge, die stets „eines jämmerlichen Todes“ starben. Als Finanzinteressierte der Gegenwart fragen wir uns, wie hoch der Zinssatz in diesem Staat wohl war und ob wir von Dornröschen etwas lernen können.

Anlagestrategie 2016: Die Schlüsselfrage

Natürlich könnten Anleger sich darauf verlassen, dass sie oder ihr Vermögensverwalter Hellseher sind. Sie wüssten dann, was die Zinsen nächstes Jahr machen. Und sie wüssten, ob die Aktien größere Gewinne oder Verluste hinlegen würden. Dementsprechend könnten sie sich positionieren und eine gute Anlagestrategie für das Jahr 2016 entwickeln. Anleger und Vermögensverwalter, die kein Hellseher sind, müssen sich mit der Realität auseinander setzen.