Wulff soll es sein - Vorbote von was?
Guido Westerwelle rief bei der gestrigen Nominierung des neuen Staatsoberhauptes aus, Wulff wisse, welche “geistige Achse” Deutschland jetzt benötige. Er hat damit Christian Wulff geschadet. Der Niedersachse wird damit offen aufgefordert, die Regierung zu stützen. Bei was eigentlich?
Christian Wulff soll es werden und er wird es werden. Politisch ist der Mann ein Schwergewicht als erfahrener Ministerpräsident und CDU-Grande. Das Gesicht Deutschlands wird dadurch in der Welt jünger, auch wegen seiner jungen Frau und einem Kleinkind, die in Bellevue einziehen werden. Das hört sich gut an. Christian Wulff ist zudem aufgefallen als jemand, der in aller Stille Veränderungen herbeiführt und den offenen Konflikt meidet. Das ist seine präsidiale Amtsführung und lässt ihn für den Job geeignet erscheinen.
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Über Respekt…
Horst Köhler vermisste bei seinem Abschied den Respekt für sein Amt. So der Bundespräsident a. D. Aha: Respekt für ein Amt. Geht das eigentlich? Einige Gedanken zu einer inflationären Entwicklung.
Das Wort Respekt leitet sich aus dem Lateinischen ab. Respectus bedeutet in etwa Berücksichtigung. Die heutige Verwendung des Wortes Respekt ist Wertschätzung, in manchen Zusammenhängen Aufmerksamkeit und etwas überhöht sogar Ehrerbietung. Bezugspunkt für Respektsbezeugungen ist eine Person. Manche fordern Respekt auch für eine Institution ein. Da trennen sich die Geister. weiterlesen …
Horst Köhler - der Gescheiterte
Horst Köhler warf Montag um 14.03 Uhr den Topjob in Deutschland weg und flüchtete aus Schloss Bellevue. Er beendete damit einen sechsjährigen Irrtum. Dabei hatte Köhler die große Chance, seiner Amtszeit einen Sinn und dem deutschen Volk Orientierung zu geben. Schade.
Horst Köhler ist kein begnadeter Redner. Dabei geht es beim Bundespräsidentenamt genau darum, nämlich durch wohldurchdachte Reden zu überzeugen und die Erklärkraft des Wortes zu nutzen. Köhler war im Amt ein eher schlichter Denker ohne philisophische Ambitionen. Aber genau diese Schwäche war zugleich der größte Vorteil von Horst Köhler, der im Volk so überraschend gut ankam. Genau darauf - die Zustimmung im Volk - kam es dem Bundespräsidenten verstärkt an. Er kompensierte seine Schwächen durch seine persönliche Anteilnahme. Sein Amtsverständnis war insofern das eines Populisten im besten Sinne. Für das Amt des Bundespräsidenten war das letztlich zu wenig.
Lena! Rocke Oslo und mache Deutschland stolz!
Mit Lena vertritt eine junge Sympathieträgerin Deutschland in Oslo. Das ist schon ein großer Erfolg. Es zeigt zudem: deutsche Musiktalente gibt es auch jenseits von Castingshows, die zwischen Klamauk und Trash-TV - also ganz unten - angesiedelt sind. Gewinnen werden in Oslo andere, aber die Marke Deutschland ist wieder zurück im Musikgeschäft.
Für die Performance im Vorjahr müssten sich die Vertreter der deutschen Musikbranche und die Macher der ARD eigentlich schämen: “Alex swings, Oscar sings”, unser Gesangs-Duo in Moskau, war gar nichts. Eine selbsternannte langweilige Stripperin gehörte zu der Aufführung des Retorten-Songs, der ohne Vorentscheid von überforderten Entscheidern ausgewählt wurde. Der Heilsbringer in diesem Jahr war wieder einmal Stefan Raab. Er hat ein ungewöhnliches Talent aufgebaut und ihr europaweit ein sehr sympathisches Image verpasst. Deutschland kann sich zu einem großen Teil mit seiner Kandidatin identifizieren und geht positiv gestimmt in den Entscheid heutabend. weiterlesen …
Wie man Hedgefonds reguliert – ein einfacher Virus reicht
Erschreckend ist wie wenig kreativ die Politiker bei der Regulierung von Hedgefonds sind. Dabei gibt es statt komplexer Regeln eine einfache Lösung, die die Gefahren an der Ursache anpackt. Der Schlüssel ist die Kreditvergabe an Hedgefonds. Nationale Regelungen sind möglich und Deutschland könnte vorangehen, indem es einen Regulierungsvirus verbreitet.
Probleme entstehen immer dann, wenn diese Hedgefonds mit dem Geld anderer spielen. Einige – nicht alle Hedgefonds - arbeiten mit Krediten. Solche Kredite erhalten die Hedgefonds von Banken. Kommt ein Hedgefonds in eine massive Schieflage, dann ist der Bankenkredit in der Regel auch gefährdet.
Euro-Krise - Wer sind eigentlich die Zocker?
Leider verstehen Politiker diese Krise nicht: Der Absturz des Euro ist Ausdruck tiefen Misstrauens gegenüber den Staaten in Euroland und nicht das Resultat verantwortungsloser Spekulanten. Wenn jemand zockt in dem Spiel, dann sind es die Regierungen der Euroländer selbst und die Europäische Zentralbank(EZB).
Angriffskrieg auf den Euro. Euro unter Beschuss. Terrorangriff von Spekulanten. Politikern ist kein Bild martialisch genug, um die aktuelle Krisensituation zu beschreiben. Nur mit der aktuellen Situation hat das wenig zu tun. Auch die üblichen Verdächtigen - Hedgefonds, Ratinagenturen und böse Spekulanten - sind schnell als Verursacher ausgemacht. In Wirklichkeit haben unsere Politiker und Jean-Claude Trichet gerade die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank auf dem Altar eines Strohfeuers geopfert. Die wahren Zocker sitzen in Berlin, Paris und Luxemburg und nicht in Hongkong, Frankfurt oder New York.
Gerüchte um Staatskrise und Rücktritt von Köhler
Bislang unterstellt die Öffentlichkeit dem Ex-Bundespräsidenten, er habe verantwortungslos gehandelt bei seiner Flucht. Ich auch. Ein Gerücht macht jetzt die Runde, das ein neues Licht auf die Sache werfen könnte: Bundespräsident Horst Köhler könnte zurückgetreten sein, weil er die Gesetze zum Euro-Hilfspaket eigentlich nicht unterschreiben wollte, es aber trotzdem getan hat.
Angela Merkel soll laut FTD mit dem starken Wort von der Staatskrise versucht haben, auf Horst Köhler einzuwirken, um seinen Rücktritt zu verhindern. Nun, wenn ein Staatsoberhaupt zurücktritt, dann ist das ein Problem, aber eine Staatskrise entsteht aus anderen Gründen. Beispielsweise, weil ein Staatsorgan einen offenen Verfassungsbruch begeht oder Gesetze nicht achtet. Warum spricht also jetzt die Kanzlerin von so dramatischen Dingen wie einer Staatskrise?
Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück!
Bundespräsident Horst Köhler zieht die sofortige Konsequenz aus seinen misslungenen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und der folgenden Kritik. Die politischen Folgen sind unklar. Vermutlich fällt mit ihm die Biene-Maja-Koalition.
Horst Köhler war ein Symbol für die aktuelle Regierung. Angela Merkel und Guido Westerwelle hatten ihn 2004 installiert, um ihre Regierungsübernahme vorzubereiten. Köhler scheitert an einem Thema, das mit der aktuellen Krise nichts zu tun hat. Er hatte sich in einem Interview missverständlich zum Afghanistan-Einsatz geäußert und dafür hagelte es öffentliche Kritik. Jetzt verlas Horst Köhler eine kurze Erklärung und begründete seinen sofortigen Rückzug vom Amt auch mit dem fehlenden Respekt für das Amt. Selbst die Homepage-Macher des Bundespräsidenten wurden zunächst überrumpelt. Berlin stockt der Atem.
Lesen Sie heute keine Börsenkommentare mehr!
Die freie Welt stehe auf dem Prüfstand. Deutsche Regulierungswut verunsichere die Märkte. Diese undurchdachten Kommentare finden sich momentan überall. Ein Grund mehr, sich auf die Pfingstfeiertage zu freuen und das Lesen einzustellen.
Börsenkommentatoren müssen jede Kursbewegung erklären. Dabei ist ihnen alles recht - nachdenken schadet nur. Wahrscheinlich sind andere Gründe für die zurzeit schlechte Stimmung an den Weltbörsen verantwortlich und die ersten zaghaften deutschen Regelungsbemühungen spielen eine eher untergeordnete Rolle. Geignetere Erklärungen könnten beispielsweise absurd starke Aufwärtsbewegungen bei Aktien seit letztem Frühjahr sein. Die Gefahr einer Rückbesinnung der Notenbanken auf die Inflationsbekämpfung ist ebenfalls ein guter Tipp. Oder einfach das Reißen von allerlei charttechnisch relevanten Niveaus.
Politiker sollten mit dem Ackermann-Bashing aufhören
Joseph Ackermann ist kein beliebter Banker im Volk: Geburtstagsfeier im Kanzleramt. Victoryzeichen im Mannesmann-Prozess und eine Rendite von 25 Prozent auf das Eigenkapital. Jetzt wird der Chef der Deutschen Bank sogar von Brüdern im Geiste attackiert. Ein absurdes populistisches Schauspiel.
Ackermann bezweifelte öffentlich die Griechenland-Rettung. Er sagte: »Ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage ist, diese Leistungskraft aufzubringen, das wage ich zu bezweifeln.« Durch den Rettungsschirm habe man Zeit gewonnen, sonst nichts. Ackermann liegt völlig richtig mit seiner Einschätzung. Das bestätigen ihm auch typische Kritiker, wie der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel und andere Ökonomen.





