Affäre Sarrazin - SPD, Bundesbank und Medien sind beschädigt


Die Sozialdemokraten haben Thilo Sarrazin seinerzeit in den Sattel bei der Bundesbank geholfen. Jetzt wird man den Mann dort nicht mehr so einfach los. Die Medien hypen den Mann, der seine absurden Thesen als scheinbare Wahrheit unter die Leute bringt. Über den Umgang mit Rechtspopulisten.

Cem Özdemir, Vorsitzender der Grünen, hat es richtig beschrieben: Mit Thilo Sarrazin sollte man sich nicht an einen Tisch setzen. Genau das haben aber in unserer Talk-Gesellschaft andere getan - bei Reinhold Beckmann. Die Grüne Renate Künast zum Beispiel, die noch nie eine Talkshow zu irgendeinem Thema ausgelassen hat. Bei Beckmann durfte der peinliche Bundesbanker, der angeblich sein zahlenstrotzendes Halbwissen nur privat vertritt, seine Thesen weiter verbreiten und den Verkauf seines überflüssigen Buches anheizen. Angekündigt wurde Sarrazin übrigens in der ARD unter der Flagge der SPD und der Bundesbank. Plasberg legt mit seiner Sendung nach.

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Eine kleine Nachtkritik: Grenzen des Wachstums


Zu später Stunde diskutierte eine illustre Runde im ZDF nachtstudio über die Frage, ob wir angesichts der Katastrophen dieses Jahres die Grenzen des Wachstums sehen. Am Ende waren sich die Diskutanten nicht einig, ob das Thema verfehlt war oder nicht. Eine kurze Nachtkritik.

Kurt Biedenkopf, Klaus Töpfer und Jean Ziegler diskutierten 38 Jahren nach dem ersten Bericht des Club of Rome ein Thema, das bewußt zum Blick über den Tag hinaus einlud. Der Abend wurde von zwei glänzenden Ex-Politikern gerettet. Der Moderator war völlig neben der Spur und der dritte Gast war zu sehr mit dem Aufsagen von Fakten beschäftigt. Dennoch lohnt ein Blick in das Video des ZDF nachtstudio.

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Ist der DFB für Atomkraft?


Meldungen über Top-Manager machen zurzeit die Runde. Die Unterzeichner sind gegen den Zeitplan zum Ausstieg aus der Atomenergie. Ein Name fällt auf: Oliver Bierhoff. Ist der DFB also für das Verlängern von Laufzeiten der Atomkraftwerke?

Top-Manager machen sich stark für die Interessen der großen Vier: E.on, Vattenfall, RWE und EnBW - die Atomlobby. Sie haben eine Erklärung “Mut und Realismus für Deutschlands Energiezukunft” unterschrieben. Das ist in Ordnung, wenn sie kompetent sind oder die Interessen ihrer Organisation vertreten. Bei Oliver Bierhoff handelt sich der DFB jedoch ein Problem ein. Oder hat man in der Nationalmannschaft bzw. beim DFB neuerdings Angst um die Flutlichtbestrahlung? weiterlesen …

Zur Debatte über die Rente mit 67


Die SPD blamiert sich zurzeit mit einer Diskussion zur Unzeit. Die Rente mit 67 ist in ihrem Grundkonzept ausgewogen und sollte keine Verhandlungsmasse der Politik mehr sein. Im Jahr 2032 müssen Rentenempfänger erstmals tatsächlich bis 67 arbeiten. Rente mit 70 ist ebenfalls eine Fehldiskussion.

Der Autor dieses Artikels gehört dem zweiten Jahrgang (ab 1964) an, der bis zum Renteneintrittsalter 67 tatsächlich arbeiten soll. Ältere klagen nur darüber, müssen aber oft nicht so lange ran. Die Diskussion von Klaus Wowereit und Sigmar Gabriel um eine Rücknahme der Absenkung ist dennoch – trotz meiner persönlichen Betroffenheit - falsch und purer Populismus. Es bedarf etwas Phantasie, sich einen 67-jährigen in 22 Jahren vorzustellen, aber es spricht vieles dafür, dass die 67-jährigen dann fitter sein werden als die 65-jährigen heute. Zumal sie auch noch älter werden im Durchschnitt. Das Rentenproblem wird genau dadurch geschildert: Die Rentenempfänger dann erhalten längere Rentenzahlungen, wenn es bei der alten Regelung und einem Renteneintritt mit 65 bliebe.

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Wirksam regulieren: Haftung erhöhen


Ex-IKB-Chef Ortseifen erhält wegen Marktmanipulation eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und muss etwas Geld zahlen. Sofern das Urteil in der nächsten Instanz bestehen bleibt. Aktionäre der IKB und der Bund verlieren Milliarden. Ein Grund über Haftung erneut nachzudenken?

Ortseifen hat als Bankmanager komplett versagt. Das ist nicht strafbar, sondern einfach nur peinlich. Durch eine irreführende Pressemitteilung hat er das Leben seiner Bank vermutlich um wenige Tage verlängert und ist nach Ansicht einer deutschen Richterin schuldig der Marktmanipulation. Das Urteil “hintenrum durchs Auge” hilft Anlegern wenig und sein präventiver Charakter ist auch nicht zu erkennen. Zeit die Sache fundamental anzugehen.

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Angie sollte von Jogis Jungs lernen


4 zu 1 und endlich sind wir für Wembley quitt. So wichtig Fußball ist: Wichtiger wäre eine charismatische Kanzlerin, die ebenfalls endlich wieder Topleistungen bringt.

Die Amis sind raus und dank einer furiosen spielerischen Leistung der deutschen Mannschaft sind die Engländer im WM-Turnier 2010 auch nur noch Geschichte. Am Rande sei erwähnt, dass Sebastian Vettel in Valencia ebenfalls gewann. Natürlich vor zwei Engländern. Viel wichtiger für die Zukunft Europas wäre jedoch eine Kanzlerin, die ebenfalls Topleistungen bringt. Leider ist Angela Merkel politisch angeschlagen zurzeit und die Krise hat sie und ihr Beraterteam auch noch nicht verstanden.

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Steuersenkungen oder die Wand steht noch


Guido Westerwelle erweist sich als lernresistent: Kaum verspricht eine Statistik etwas Aufwind, da meldet sich das Sprachrohr der politischen Unvernunft zu Wort. Immerhin: Diesmal gibt es sogar parteiinternen Widerstand. Eine kurze Linkliste.

Eine der wichtigsten persönlichen Eigenschaften von Arbeitnehmern und Unternehmern ist es heutzutage: Lernfähigkeit zu beweisen. Dadurch vermeidet man, gegen das gleiche Hindernis mehrmals vergeblich anzurennen. Diese Fähigkeit kann sogar bei Kleinstlebewesen, sagen wir Ameisen, beobachtet werden. Nicht jedoch bei einem Großkopferten unserer Regierung. Das ist schade und bedenklich zugleich, denn genau an dieser Stelle müssten die Besten sitzen - im ehemaligen Land der Dichter und Denker. Würde der politische Markt funktionieren, dann würden auf Bundesebene die hellsten Köpfe sitzen. Liberale aufgepasst: Im politischen System ist diesmal kein Staatsversagen, sondern ein Marktversagen zu beobachten. Wer hier erstmal fest im Sattel sitzt, der kann manchen Unsinn zu Protokoll geben, ohne dafür vom Markt abgestraft zu werden.

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Warnhinweis aus Liechtenstein


Anleger müssen aufpassen, welche Produkte unter dem Label Honorarberatung verkauft werden. In einem ungewöhnlichen Schritt stoppte die Liechtensteinische Aufsicht ein Unternehmen aus Vaduz. Zumindest ein Grund, um etwas genauer hinzuschauen nach Liechtenstein.

Über Liechtenstein gibt es in Deutschland vor allem Eines: Vorurteile. Jetzt meldet sich die Finanzmarktaufsicht (FMA) mit einem ungewöhnlichen Warnhinweis. Die Überraschung dürfte hierzulande zunächst sein, dass es so etwas dort überhaupt gibt. In Liechtenstein heißt es von der FMA über die Quantum Leben AG in Vaduz: »Temporäre Einstellung des Neugeschäfts«. Das ist jedenfalls kein alltäglicher Schritt einer Aufsicht. weiterlesen …

Börsenbriefe und Tricksereien


Es ist eine keine falsche Idee, sein Geld selbst zu verwalten. Dauerhaft erfolgreich ist man allerdings nur, wenn man keinen falschen Gurus hinterherläuft. Die Methoden in der Börsenbriefszene sind bekannt und nicht vertrauenerweckend.

Der größte Fehler beginnt bei der Anfangssumme. Wer mit nur 10.000 Euro startet und das Geld vermehren will, der sollte genau hinschauen, welche Kosten er zu zahlen bereit ist. Kostet ein Börsenbrief beispielsweise 1.000 Euro im Jahr, dann muss der Anleger satte zehn Prozent auf seine Rendite zusätzlich erwirtschaften. Aber: Das vergessen Börsenbriefanbieter gerne. Stattdessen werden geschönte Performancerechnungen präsentiert.

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n-tv der ultimative Kontraindikator


Bei Finanzproduktkategorien und Märkten gibt es solche Indikatoren. Der Nachrichtensender n-tv ist solch ein Anzeiger. Wer genau auf solche Entwicklungen achtet, der wird sicher auch in Zukunft fündig.

Der Aufstieg des Neuen Marktes in Deutschland hatte eine mediale Ursache: n-tv. Auf dem Kanal liefen seinerzeit die Kurse im Laufband durch, die nur eine Richtung kannten. Die Umsätze waren teilweise mau, aber die Wertzuwächse hoch. Irgendwann erreichte dann die Idee des “Easy-Money” auch andere Kreise. Es gab Ende der 90er-Jahre kein anderes Gesprächstthema auf Partys. Damals war es noch ziemlich teuer, sich gute Kursinformationen anderweitig zu beschaffen. Börsenportale mit Echtzeitkursen gab es Ende der 90er-Jahre noch nicht. Durch die ständige Wiederholung von Börsenkursen und Berichten hatte man damals den Eindruck, der Neue Markt sei eine Gelddruckmaschine. Heute sind wir schlauer: Geld wurde umverteilt und echte Werte wurden nur wenige geschaffen. Internetaktien hatten sich in drei Jahren im Preis fast verzehnfacht und nur wenige Unternehmen existieren heute noch.

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