Eurokrise: Eine Muh, eine Mäh, eine Tätärätätä
Die von der Presse ausgerufene Rückkehr der Eurokrise angesichts der Entwicklungen in Spanien und Griechenland impliziert ja, dass diese irgendwann mal weg war. Diese Ansicht teilen wir nicht. Es handelt sich letztlich um eine strukturelle Krise der Währungsunion. Die Lösung wird nun in der Heilung der Fundamentalsituation gesucht, während elementare Mechanismen des Kapitalmarktes ignoriert werden. Die Problematik der engen Verknüpfung des Bankensystems mit den Staaten kann auch durch Verbote (Staaten-CDS) nicht gelöst werden. Letztlich wird versucht, mit viel Schminke die grundsätzlichen Konstruktionsfehler der Währungsunion zu übertünchen – ohne diese nachhaltig zu ändern. weiterlesen …
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Haftungsdach oder § 34f GewO?
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Friedrich Nietzsche, Fondsboutiquen und die Wahrheit
„Was ist die Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern. Es gibt keine Fakten, nur Interpretationen". Vielleicht ist dies e ...
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You can’t always get what you want
Wir gehen, unserem optimistischen Naturell folgend, nach wie vor davon aus, dass das griechische Problem temporär gelöst ist und die Währungsunion Bestand hat. Dieser Gedanke basiert auf dem Glauben, dass sich die ökonomische Ratio durchsetzt. Allerdings muss man eingestehen, dass die Ratio für den Fortbestand der EWWU eine untergeordnete Rolle spielt. Die Frage wird vielmehr sein, wie viel Glaubwürdigkeit die Institution der Währungsunion im Prozess der Umstrukturierung griechischer Staatsanleihen verspielt hat. Und die zentrale Rolle kommt hier Portugal zu. Sollte Portugal den griechischen Weg einschlagen, besteht wenig Hoffnung, dass die Währungsunion auf die lange Sicht den immensen Refinanzierungsherausforderungen trotzen kann. Eines ist dennoch unabhängig von dem Ausgang des Kampfes um Portugal nicht wegzudiskutieren: Die Währungsunion und das europäische Bankensystem stehen mitten in einer Umbruchphase. Im Folgenden eine noch theoretische Analyse, ohne auf den sich daraus ergebenden Ausblick auf die Märkte verzichten zu wollen. weiterlesen …
Panik
“Wenn Du absolut nicht mehr weißt, was Du tun sollst, dann ist es Zeit für Panik.” John van der Wiel; niederländischer Schach-Großmeister
Auch wenn angesichts der Krisenherde der letzten Jahre ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten ist, kann 2011 durchaus als geschichtsträchtig eingestuft werden. Während der Druck auf die Aktienmärkte hinsichtlich der Erfahrungen aus 2008 noch durchaus als moderat bezeichnet werden darf, haben vor allem die Rekordniveaus der Risikoaufschläge im Bankensektor und bei vielen Staaten zu Zweifeln am Finanzsystem im Allgemeinen geführt. Das Lager der Krisenapostel hat hierbei stetigen Zulauf erfahren, wobei in einem Wettkampf der düsteren Aussichten sogar der sofortige Rückfall in die Anarchie nicht mehr ausgeschlossen wird. Diese Tendenzen kulminierten im November 2011 zu panikartigen Entwicklungen insbesondere im Kreditmarkt. Obwohl wir uns standesgemäß mit allzu positiven Ausblicken schwer tun, kommen wir nicht umhin, dieses Szenario durchaus als Chance zu begreifen. Bei der aktuellen Dominanz derjenigen, die Gold als einzige Antwort auf die aktuelle Situation verstehen, erscheinen riskante Asset-Klassen zumindest teilweise sehr attraktiv bewertet. Wenn man das Anarchieszenario ausschließt, gibt es vor allem zwei Marktsegmente, die in 2012 profitieren werden: Financials und Staatsanleihen der in 2011 vom Markt Gescholtenen. weiterlesen …
The Modern World: Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.
Wir sind ja durchaus nicht abgeneigt, Kritik zu üben und haben das bezüglich der grundlegenden Idee aber auch vor allem bezüglich der Umsetzung der Griechenlandrettung ausführlich getan. Diesen Artikel wollen wir aber der Frage widmen, ob eine Pleite Griechenlands aktuell (nicht prinzipiell) immer noch die bessere Lösung ist. Letztlich sind die ökonomischen Kosten eines Zahlungsausfalls Griechenlands in den letzten Monaten gestiegen, weshalb es nun durchaus die bessere Alternative sein kann, weitere Hilfsmaßnahmen umzusetzen. Das führt in letzter Konsequenz in eine Transferunion, die ihre politische Mehrheit erst noch finden muss. Die aktuelle Unsicherheit bezüglich des Private Sector Involvements (PSI), der Freigabe der nächsten Tranche des Rettungspakets und der Umsetzung einer langfristigen Lösung (ESM) bedingt einige Opportunitäten an den Kreditmärkten, die für Investoren mit einer gewissen Resistenz gegen Marktschwankungen langfristig sehr profitable Renditen versprechen. weiterlesen …
Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt
So John F. Kennedyn in seiner Antrittsrede vom 20. Januar 1961. Neuzeitliche Interpretation: Fragt nicht was die Welt für Euer Land tun kann, fragt, was Euer Land für die Welt tun kann.
Alle Welt schaut auf Griechenland und die Eurozone als den potenziellen Auslöser einer erneuten Schockwelle für das globale Finanzsystem. Wir haben unsere Sicht der griechischen Situation bereits ausgiebig dargestellt und dabei versucht aufzuzeigen, dass die Situation lösbar bleibt, indem der Weg zu einer regelgebundenen Transferunion beschritten wird. Ob das ökonomisch sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Es kommt aber dadurch nicht unmittelbar zu einer neuen Katastrophe an den Finanzmärkten, da es noch Staaten gibt, die Griechenland Kredite gewähren können. Derweil gibt es auf der anderen Seite des Atlantiks ein Land, das sehr viel schwerwiegendere Schockwellen an das Finanzsystem senden kann, wenn die dortige Entwicklung so weiter geht wie bisher: Die USA. Im Folgenden werden wir argumentieren, dass die wirkliche Gefahr für die Märkte von den USA ausgeht - sollten sich die wirtschaftliche Entwicklung und die Haushaltssituation nicht nachhaltig erholen. weiterlesen …
Die größte Erfindung des menschlichen Geistes - Die Zinseszinsen
“EZB-Bashing” ist en vogue - spätestens seit der Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Staatsanleihen-Käufen. Die Probleme der EZB sind jedoch viel weitreichender, wobei sie nicht zu beneiden ist, denn sie läuft Gefahr, unfreiwillig die Rolle des Elefanten im Porzellanladen zu übernehmen. Viele fundamentale Gründe sprechen für eine Zinsanhebung. Das immer noch äußerst fragile Bankensystem spricht dagegen. Im Folgenden argumentieren wir, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins weit weniger spürbar anheben wird als es der Markt erwartet. Wenn sie es doch tun sollte, wird das auf das lange Ende der Zinskurve keine nachhaltige Wirkung entfalten - es besteht somit die Gefahr einer Verflachung oder sogar Inversion der Zinskurve, was die Profitabilität des Bankensystems in Mitleidenschaft ziehen wird. Im Zusammenspiel mit den regulatorischen Herausforderungen, vor denen die Banken ohnehin stehen, spricht dies letztlich für eine längst überfällige Konsequenz: Eine Konsolidierung des europäischen Bankensystems. Der Kreditmarkt wird sich hiervon nicht abkoppeln. weiterlesen …
The Final Countdown
Die Griechenlandkrise nimmt langsam präsidiale Ausmaße an - alles ist bereits gesagt, aber nichts entschieden. Das sendet ein fatales Signal an die Märkte, da seit zwei Jahren versucht wird, einen Zahlungsausfall Griechenlands zu vermeiden und man es versäumt hat, glaubwürdige Mechanismen zu etablieren, um den Druck von der Eurozone zu nehmen. Letztlich steht Griechenland trotz der bereits empfangenen Gelder aus dem ersten Rettungspaket schlechter da denn je. Angesichts des anstehenden Refinanzierungsbedarfs muss in den nächsten Wochen eine Entscheidung getroffen werden. Der Countdown läuft. weiterlesen …
Die Angst des Tormanns beim Elfmeter
Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.
K.-H. Waggerl
Obwohl die Griechenlandkrise einige sehr spezielle Facetten aufweist, zeigt sie zwei zentrale Schwachpunkte des globalen Finanz- und Wirtschaftsystems auf: Die Bereitstellung von Liquidität und die Umverteilung von durch diese Liquidität geschaffenem Wohlstand. Es wird zu viel Finanzvermögen geschaffen und dieses wird ungerecht verteilt. Zur Beseitigung dieser Probleme bedarf es drei grundlegender Reformen: weiterlesen …
Hör mal, haste mal ne Mark
Als wäre die Schuldensituation in Europa und den USA an sich nicht schon schlimm genug, haben die teilweise dilettantischen (Europa) und machtpolitisch dominierten (USA) Versuche, einen Ausweg zu finden, eine nachhaltige Wirkung auf die Investoren weltweit. Es handelt sich hierbei nicht um einen temporären Vertrauensverlust, sondern vielmehr um die Erkenntnis, dass die fatale Suche nach einem sicheren Hafen im Kapitalmarkt einer Odyssee gleicht. In diesem Artikel beschäftigen wir uns hauptsächlich mit zwei Fragen: Wie konnte es soweit kommen? Und was bedeutet der Verlust einer sicheren Anlagealternative für die globale Kapitalallokation und für die aus der Portfoliotheorie bekannten Optimierungsmechanismen? weiterlesen …
Liebe macht blind
Die Europäische Union ist eine Liebesgemeinschaft - trotzt allen ökonomischen Zwängen! In der Vergangenheit haben wir schon öfter darauf verwiesen, dass die Europäische Währungsunion ein politisch gewolltes Konstrukt ist (kürzlich wurde H. Kohl mit dem Kissinger Preis für seine Verdienste geehrt) und diesem politischen Willen wird nun Tribut gezollt. Ärgerlich ist dabei nur, dass das niemand zugibt, wodurch sich der politische Unmut in den Geber- aber auch in den Empfängerländern mehrt. Vor diesem Hintergrund muss die aktuelle Restrukturierungsdiskussion gesehen werden, die den Anschein erweckt, als wäre sie eher von politischer als von ökonomischer Seite lanciert worden. Bei genauem Hinsehen stellt man nämlich fest, dass jegliche Art der Restrukturierung zu erheblichen Problemen führt. Deshalb kommen wir zu dem Schluss, dass im wahrscheinlichsten Szenario keine Umschuldung griechischer Staatsschulden erfolgen wird und die (bereits de facto bewilligten) Transferleistungen weiterhin gezahlt werden. Viel Rauch um Nichts - aber so ist das manchmal in der Liebe. weiterlesen …





