Anlageklasse Cash


Der Euro ist weiter unter Druck und China muss mit Vermögensblasen kämpfen. Wer soll angesichts der hohen weltweiten Staatsschulden das Wachstum der Zukunft finanzieren? Vor anderthalb Jahren waren Staaten die bevorzugten Schuldner. Angesichts der Griechenlandkrise ist klar: die Staatsstimuli laufen aus.

China veranstaltet zurzeit die Expo zur “Stadt der Zukunft”. Gleichzeitig versuchen die Geldpolitiker im Land eine Vermögensblase bei Immobilien zu stoppen. Sie erhöhten dieses Jahr schon dreimal die Geldreserven der Banken, wodurch eine reduzierte Kreditvergabe erreicht werden soll. Die Häuserpreise in China sind in den letzten Jahren explodiert und das Wachtsum des Landes beruht fast ausschließlich auf steigenden Immobilienpreisen und verstärkter Bautätigkeit. Gleichzeitig zeigt die Krise in Europa, dass ab sofort Haushaltskonsolidierung angesagt ist. Keine gute Aussichten für die Wirtschaft also.

Anleger stehen momentan vor einer schwierigen Gemengelage: Aktien waren im letzten Jahr die mit Abstand lukrativste Anlageklasse. Allerdings ziehen immer mehr Wolken am Aktienhimmel auf. Der Dax hält sich zurzeit zwar immer noch über 6.000 Punkten, aber die Zuversicht weicht beinahe täglich aus den Märkten. Freitag haben sich zu Börsenschluss die US-Märkte ergeben. Zwar folgte auf jeden schlechten Tag bislang immer wieder eine Erholungsphase, diesmal könnte diese aber ausbleiben und ein starker Rutsch wäre dann nicht unwahrscheinlich.

Auch bei Staatsanleihen müssen Anleger inzwischen wieder genauer hinschauen. Positiv könnten in Zukunft aus Anlegersicht höhere Renditen sein. Kurzfristig sind Staatsanleihen aber genau deshalb eher zu meiden, da die Kurse restlaufender Staatsbonds in den nächsten Wochen unter Druck geraten dürften.

Vorteilhafter sind derzeit vermutlich Unternehmensanleihen zu bewerten. Zum einen rentieren diese zurzeit höher und zum anderen sind viele Unternehmen besser finanziert als manche Staaten.

Cash als Alternative?

Cash als bevorzugte Anlageklasse ist als ein rein taktischer Hinweis für aktive Investoren zu verstehen: Es geht dabei vor allem um Flexibilität und weniger um langfristige Engagements in Bargeld, die auch ihre Schattenseiten haben.

Jeder Anleger sollte ohnehin eine ordentliche Cashquote von mindestens zehn Prozent in seinem Depot einplanen. Wer schon jetzt nicht voll investiert ist, dem dürften sich in den nächsten Monaten - zumindest im Vergleich zu heute - bessere Investmentchancen bieten. Entweder günstigere Aktienkurse oder höhere Renditen bei Staatspapieren winken.

Langfristig könnte auch Cash eine schwierige Anlageklasse sein: Zurzeit diskutieren einige internationale Anleger wie Marc Faber Inflationsgefahren, da die Staaten zur Entschuldung die Notenbankpresse anwerfen könnten. Marc Faber warnt momentan zudem vor Investments in China und sieht einen auch zukünftig einen schwachen Euro.

Aktien sind immerhin ein Schutz gegen Inflation. Genauso dürften Investments in Immobilien ebenfalls das Vermögen einigermaßen im Wert erhalten können - zumindest in Deutschland, das bislang realistische Immobilienpreise kennt. Wer kreativer sein will, der muss aufpassen: In Italien und Spanien sind die Immobilienpreise weiterhin deutlich zu hoch, weshalb man dort zurzeit keine Ferienimmobilien kaufen sollte - in zwei Jahren könnte es dort schon preiswerter sein. Wen es in die Schweiz zieht, der muss eine Prognose für den Wechselkurs Euro - Schweizer Franken entwerfen. Seit Oktober 2007 befindet der Euro sich auf Talfahrt zur schweizerischen Währung und hat bislang 15 Prozent eingebüßt. Die Tendenz des Euro ist vermutlich weiter fallend.

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