Kabinett wird weiblicher


Angela Merkel beantwortet die Krise mit einem Befreiungsschlag und setzt dabei auf Frauen. Die Rochade im Kabinett funktioniert so: Ursula von der Leyen übernimmt das Arbeitsministerium und die 32-jährige Abgeordnete Kristina Köhler übernimmt das Familienministerium.

Kristina Köhler ist ein hessisches Talent. Die promovierte Diplom-Soziologin ist im neuen Kabinett jetzt das Nesthäkchen. Sie gilt als ziemlich tough und ist ledig. Auch das ist ein Signal an die Union. Schade nur, dass Angela Merkel nicht schon früher den Mut zu mehr Weiblichkeit hatte. Ihr Kabinett hat durch das Austauschen des glücklosen Jung erheblich gewonnen. Mit der erfahrenen Ministerin Ursula von der Leyen an der Spitze dürfte auch das wichtige Arbeitsministerium gewinnen.

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Jung tritt zurück - ein überfälliger Schritt


Die Pannenregierung macht munter weiter: Franz-Josef Jung tritt als Arbeitsminister zurück, weil er als Verteidigungsminister versagt hat. Karl-Theodor zu Guttenberg hingegen macht eine bessere Figur. Angela Merkel ist politisch beschädigt.

Kein Politikbeobacher verstand, weshalb Franz-Josef Jung weiter der Bundesregierung angehörte. Er hatte nach dem Bombardement von Kundus die absurde Salami-Taktik bei der eigenen Kommunikation angewandt.  Die Opfer seien Anhänger der Taliban gewesen, hieß es von Jung im Parlament. Inzwischen weiß man: Insgesamt sind wohl 142 Menschen gestorben, von denen zumindest 40 Zivilisten waren.

Angela Merkel muss sich jetzt vorhalten lassen, den Kurzzeit-Rekord für einen Minister in einer Bundesregierung mit verschuldet zu haben. Sie ließ zu, dass Jung vom Verteidigungsministerium ins Arbeitsministerium wechselte.

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Wirtschaftskompetenz in der Politik


Es gibt Parteien denen unterstellen wir mehr Kompetenz in Wirtschaftsfragen als anderen. Wie wir seit dem Start der neuen Regierung wissen, ist es in Wirtschaftsfragen gar nicht so einfach fündig zu werden in der deutschen Parteienlandschaft.

Natürlich sind Politiker nicht deshalb wirtschaftskompetent, weil sie ein Wirtschaftsstudium absolviert haben, aber schaden würde es meist auch nicht. Ökonomen, die eine Politikerkarriere anstreben, gehen zunächst meist in die FDP. Das liegt auch an der eigenen Profession und der Ausbildung an Universitäten. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie meine akademischen Lehrer mir die Lektüre der FAZ und speziell einiger marktliberaler Autoren empfohlen haben. Zudem gab es an der Universität zu Köln hochkarätige Professoren, die in Deregulierungskommissionen tätig waren. Die waren wie Professor Jürgen Donges rhetorisch einfach besser als andere und konnten begeistern. Ihre Argumente sind deshalb allerdings nicht stichhaltiger gewesen.

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