Lehman Brothers war kein “Jahrhundertfehler”
Am 15. September 2008 meldete Lehman Brothers Insolvenz an. In der Folge kam es zu schweren Verwerfungen an den Börsen und die Kurse fielen scheinbar ins Bodenlose. Dennoch sollte niemand glauben, dass die Probleme an den Märkten bei einem “Weiter so” ausgeblieben wären. Dass es sich um einen Jahrhundertfehler handelte, ist jedenfalls eine Legende.
Unter angelsächsischen Ökonomen wird die Frage, ob Lehman Brothers der eigentliche Sündenfall in dieser Krise war und man die Investmentbank besser gerettet hätte, viel kontroverser diskutiert als hierzulande. Natürlich kann man im Nachhinein formulieren, dass wenige Milliarden US-Dollar Rettungssumme - verglichen mit dem Desaster danach - eventuell günstiger für alle Beteiligten gewesen wären. Das klingt logisch, aber ist es auch richtig?
Bestand damals diese Rettungsoption überhaupt? Was wäre gewesen, wenn die Welt das Verbriefungsspiel einige Jahre weiter betrieben hätte? Wer in Szenarien und Fundamentaldaten denkt, der dürfte schnell zu dem Ergebnis kommen, dass der Knall über kurz oder lang ohnehin erfolgt wäre.
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