Rentabel und sicher investieren mit Nachhaltigkeitsbonus


Mehr Transparenz im Bereich Nachhaltigkeit steigert die Attraktivität des Sektors

In Zeiten der Unsicherheit und der Schnelllebigkeit besinnen sich immer mehr Menschen fortbestehender Werte und suchen nach Beständigkeit. Viele von ihnen orientieren sich am Trend der Nachhaltigkeit. In Europa ist dieser Trend mittlerweile auch auf den Finanzmärkten angekommen. Gemäß einer Studie von Eurosif sind fast 18% aller europäischen Investments nachhaltig.  Erstaunlicherweise sitzt Deutschland im Bereich der nachhaltigen Investments noch auf der europäischen Hinterbank: Hier sind gerade einmal 0,7% aller Gelder nachhaltig investiert. Doch warum sieht es so aus, als würden wir Deutsche den Anschluss an die europäische Entwicklung verlieren?

Unwissen ist sicher nur ein Grund für die Nachzügler Position Deutschlands. Viele Investoren überblicken noch nicht, was sich hinter dem Begriff der nachhaltigen Investments verbirgt. Grundsätzlich wird hier zwischen drei Kernthemen unterschieden: Klimaschutz, sozialer Frieden und Gesundheit. Doch vielen der angebotenen Fonds und Lösungen fehlt die Transparenz, damit die Investoren ableiten können, welches Nachhaltigkeitsziel verfolgt wird und welche Methodik bei der Selektion des Portfolios genutzt wird. Wie das jüngste Beispiel der PAX Bank zeigte, sind erhebliche Imageschäden die Folge, wenn das Gebot der Transparenz nicht genügend beachtet wird. 

Defensive Nachhaltigkeitskonzepte sind noch Mangelware

Darüber hinaus schrecken vor allem die privaten Investoren vor nachhaltigen Investments zurück, weil sie als sehr viel risikoreicher gelten als herkömmliche Investments. Diese Vorbehalte erscheinen nachvollziehbar. Statistiken des BVI zeigten, dass die in Deutschland zugelassenen, nachhaltigen Publikumsfonds im Jahr 2008 einen Wertverlust von rund 42% hinnehmen mussten, während die Gesamtheit aller hier zulässigen Publikumsfonds  nur einen Wertverlust von 21% zu verzeichnen hatte. Warum sind die Verluste ausgerechnet bei den nachhaltigen Investments so hoch ausgefallen? Viele nachhaltige Investments haben eine sehr hohe Aktienquote mit der natürlich auch ein erhöhtes Risiko einhergeht. Diese hohe Aktienquote entsteht bei nachhaltigen Investments leicht, weil es im Bereich des Geldmarktes und der Immobilien keine nachhaltigen Investmentalternativen gibt. Allein  Geldmarkt und Immobilien haben, laut BVI, insgesamt einen Anteil von etwa 28% an den traditionellen Publikumsfonds. Letztlich mangelt es also schlichtweg am Angebot von defensiven Lösungen im Nachhaltigkeitsbereich.

Mehr Freiheitsgrade reduzieren das Risiko                                                                             

Nachhaltigkeit und Risikomanagement müssen jedoch nicht zwangläufig in einem Gegensatz zueinander stehen. Mit der Definition konkreter Nachhaltigkeitsziele und dem pragmatischen Umgang mit den verschiedenen Methoden zur Umsetzung nachhaltiger Investitionsstrategien können beide Ziele einfach in Einklang gebracht werden. Die vier Methoden des Baukasten sind die Anwendung von Positivkriterien, also die bewusste Auswahl von Investments, die zur Erreichung eines nachhaltigen Kernthemas beitragen und die Anwendung von Negativkriterien, die solche Investments ausschließen, die im Gegensatz zum Nachhaltigkeitszielen des Fonds stehen. Darüber hinaus kann durch Engagement Einfluss auf die Unternehmensführung einzelner Investments genommen werden. Dies kann z.B. durch Stimmbündelung erfolgen oder durch das Kontaktieren der Investor Relations Abteilung. Die vierte Methode des Baukastens ist gesellschaftliche Verantwortung, die vom Fondsmanagement wahrgenommen wird, z.B. durch Spenden für das jeweilige Nachhaltigkeitsziel oder aktive Mitarbeit in entsprechenden Verbänden oder Projekten. Aus der Kombination der vier Methoden des Nachhaltigkeitsbaukastens und der Fokussierung auf möglichst nur 1 Nachhaltigkeitsziel je Portfolio ergeben sich Freiheitsgrade, die genutzt werden können, um Risiko, Rendite und Nachhaltigkeit in Balance zu bringen. Von absoluter Bedeutung ist es jedoch, dass diese Freiheitsgrade transparent gemacht werden und als gewollter Kompromiss für den Anleger deutlich werden. Nur so ist gewährleistet, dass nachhaltige Investments nicht als Mogelpackung abgestraft werden und der positive Trend zu mehr gesellschaftlicher Verantwortung bei der Geldanlage ungebrochen bleibt.

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