Marktrückblick Juli 2009: Die Sommer-Bullen sind zurück
Es ist nicht weniger als eine veritable Sommerrallye: Nach Wochen der Skepsis und Stagnation setzt das Bullenlager mitten zur schönsten Jahreszeit zum Sturmlauf an – und reißt dabei die Jahreshochs. Vor allem die BRIC-Märkte beeindrucken weiter.
Der Pessimismus schien die Märkte zur Jahresmitte wieder fest im Griff zu haben. Sicher, da war die Erholungsrallye im zweiten Quartal. Doch nach sechs Monaten lag der Dax trotzdem schon wieder im Minus – die Bären waren wieder am Drücker.
Nur einen Monat später wissen Börsianer: Es war ein nachhaltiges Comeback. Binnen viereinhalb Wochen haben die Aktienmärkte, getrieben durch die erfreuliche US-Quartalssaison und konjunkturelle Erholungssignale, verlorenes Terrain zurückerobert und im laufenden Jahr gar neue Bestmarken aufgestellt.
So setzte etwa der Deutsche Aktienindex (Dax) zu einer regelrechten Rallye-Serie an, bei der er in der zweiten Monatshälfte gleich neun Handelstage nacheinander im Plus beenden konnte. Per 31. Juli blieb der Deutsche Bluechip-Index bei 5332 Punkten stehen – das entsprach einem Plus von satten 11 Prozent im Juli. Seit Jahresbeginn liegt der Dax damit exakt genauso viel Prozent vorne.
Deutsche Aktienindizes: Börsenstar TecDax – 32 Prozent Plus in 2009
Ebenfalls deutlich im Aufwärtstrend befindet sich der MDax, der nach sechs Monaten immerhin um drei Prozent vorne gelegen hatte. Viereinhalb Wochen später hat der deutsche Midcap-Index seine Position deutlich verbessert: Nach einem Plus von 8 Prozent schloss der MDax am Freitag nunmehr bei 6204 Punkten. Wie die Bluechips liegen die deutschen Nebenwerte im laufenden Jahr damit um 11 Prozent vorne.
Auch im deutschen Kleinstwerte-Index geht die Erholung weiter: Der SDax legte im Juli mehr als 100 Punkte zu und hat damit wieder die 3000-Punktemarke zurückerobert. Nach einem Plus von 4 Prozent notiert der deutsche Smallcaps-Index nunmehr bei 3014 Zählern. Das entspricht einem Zugewinn von 7 Prozent gegenüber dem Jahresstartniveau.
Weiter in ganz anderen Dimensionen bewegt sich unterdessen der eigentliche Börsenstar des Jahres an den deutschen Aktienmärkten: Nach 627 Punkten beendete der TecDax am Freitag den Juli nunmehr bei 673 Zählern. Nach einem Plus von weiteren 7 Prozent liegt der deutsche Technologieindex damit seit Jahresbeginn um beachtliche 32 Prozent vorne!
Internationale Börsen: Hangseng 2009 bereits 43 Prozent vorne
Noch etwas besser geschlagen hat sich das amerikanische Pendant zum TecDax. Getrieben durch starke Quartalszahlen ging die amerikanische Technologiebörse Nasdaq im Juli nunmehr bei 1978 Zählern aus dem Handel – exakt 144 Punkte oder 8 Prozent besser als im Vergleich zum Vormonat. Seit Jahresbeginn wuchs das Plus daraufhin auch schon bereits auf 25 Prozent an.
Auch der Dow Jones Industrial Average setzte seinen Erholungskurs der letzten Monate fort. Nach einer fulminanten 700-Punkterallye, die einer Wertsteigerung von 9 Prozent entsprach, befindet sich der Dow nach mehr als einem halben Jahr nun endlich wieder im positiven Terrain. Der traditionsreichste Index der Welt notierte am Freitag bei 9172 Zählern. Das sind knapp 5 Prozent mehr als noch am 31.12. letzten Jahres.
Ebenfalls erfreulich verlief dagegen die Entwicklung für Anleger, die europäischen Aktien in den vergangenen Monaten die Treue gehalten haben: Der EuroStoxx50 konnte per Ende Juli 236 Punkte zugewinnen, um bei 2638 Punkten aus dem Handel zu gehen – das waren knapp 8 Prozent mehr als noch im Vormonat. Ende Dezember waren es noch 2451 Zähler.
Weiter im Aufwind zeigten sich die japanischen Aktienmärkte, die an nach Zugewinnen in den letzten Monaten noch mal anzogen: Nach 9958 Punkten per Ende Juni knackte der Nikkei 225 nun wieder die 10.000-Punktemarke, um bei 10.356 Zählern zu schließen – ein Plus von knapp vier Prozent.
Noch deutlicher im Rallye-Modus befindet sich dagegen die chinesische Halbinsel Hongkong. Ende vergangener Woche blieb der Hangseng bei 20.573 Zählern stehen. Das entspricht einer Wertsteigerung von nochmals 11 Prozent gegenüber dem Niveau von Ende Juni. Seit dem Jahresbeginn liegt der Hangseng damit um beeindruckende 43 Prozent vorne.
Große Gewinne der BRIC-Märkte: Boom kehrt nach China zurück
Doch das ist noch nicht mal die Spitzennotierung im laufenden Jahr. Gerade die im Herbst-Crash noch so hart getroffenen BRIC-Märkte erlebten im ersten Halbjahr 2009 dank enormer Kurszuwächse ein nahezu wundersames Comeback, das sich im Juli nochmals beschleunigte:
So zog etwa die brasilianische Börse auch in den letzten vier Wochen noch mal um rund 6 Prozent an. Die Nachhaltigkeit der Rallye ist beeindruckend: Nach 37.553 Punkten per Ende Dezember 2008 lag der Bovespa Ende Juli nunmehr wieder bei 54.765 Zählern. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent.
Und noch höher notieren die 2008 noch so gebeutelten die russischen Aktienmärkte. Der RTS, der von der Börse Moskau gestellt wird, konnte wieder die 1000-Punktemarke knacken. Zum 31. Juli schließlich wurde der RTS bei 1017 Zählern taxiert – das entsprach einem kräftigen Kursplus von 63 Prozent!
Ebenfalls steil nach oben zeigt der Trend in Indien. Der Leitindex der Börse Bombay, der sich 2008 halbiert hatte, zeigt sich von den Abschlägen zu Jahresbeginn weiter bestens erholt: Der Sensex notierte Ende letzter Woche bei 15.670 Zähler – im Vorjahr waren es gerade mal 9716 Punkte. Das Kursplus seit Jahresbeginn liegt damit nunmehr schon bei stattlichen 61 Prozent!
Noch beachtlicher ist das Plus ausgefallen, das die chinesischen Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen seit Januar verzeichnet haben. Der maßgebliche Shanghai-A-Index blieb Ende Juni bei 3412 Zählern stehen: Das entspricht einem Plus von enormen 88 Prozent in den vergangenen sieben Monaten.






