Nachhaltigkeitsinvestments müssen transparenter werden
Die Finanzkrise hat uns gelehrt, dass Verantwortung und Nachhaltigkeit das Fundament allen menschlichen Handelns bilden sollten. Neben der Rendite, dem Risiko und der Liquidität einer Geldanlage interessieren sich Investoren auch immer mehr für die Nachhaltigkeit eines Investments. Doch welche Investments schaffen es überhaupt die vier Ziele in Einklang zu bringen? Immerhin haben auch ökologische Investments in der Krise erheblich an Wert verloren, so dass das Risiko einer fundamental nachhaltig ausgerichteten Anlagestrategie zunehmend hinterfragt wird. Transparenz ist die notwendige Voraussetzung um Rendite, Risiko und Nachhaltigkeit ins Gleichgewicht zu bringen und neue Investorenkreise zu erschließen.
Obwohl nachhaltige Investments immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gelangen, bleibt der Begriff, einer aktuellen Studie von Union Investment folgend, oft eine Worthülse. Intuitiv wird Nachhaltigkeit meist den ökologischen Themen zugeordnet. Das Deutsche Forum für Nachhaltige Geldanlagen fasst den Begriff jedoch sehr viel weiter und definiert drei übergeordneten Themen: Klimawandel, Gesundheit und Sozialer Frieden. Das Ziel Gesundheit wird beispielsweise durch ökologische Lebensmittelwirtschaft, sauberes Wasser oder die Meidung von Tabak und Alkohol erreicht. Investments die sozialen Frieden anstreben, widmen sich hauptsächlich der Armutsbekämpfung. Schließlich haben weltweit immer noch mehr als 2,6 Milliarden Menschen weniger als zwei Dollar pro Tag zu ihrer Verfügung, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Wie transferiert man Nachhaltigkeitsziele in eine Geldanlagestrategie? Seit einiger Zeit hat sich die Anwendung verschiedener Strategien in der Praxis durchgesetzt. Sie können entweder in Kombination oder einzeln angewendet werden – je nach dem wie viel Gewicht dem Ziel der Nachhaltigkeit beigemessen werden soll. Die vier wichtigsten Strategien sind Positivkriterien, Ausschlusskriterien, Engagement und andere Ausdrucksformen gesellschaftlicher Verantwortung. Bei Anwendung von Positivkriterien werden bewusst Investitionen in Unternehmen gesucht, die im Einklang mit dem gewünschten Nachhaltigkeitsziel arbeiten. Im Gegensatz dazu werden durch festgelegte Ausschlusskriterien Unternehmen gemieden, die in klarem Gegensatz zu den gewünschten Zielen arbeiten. Beim Aktionärsengagement wird die unternehmerische Beteiligung aktiv genutzt, um Einfluss auf eine nachhaltige Unternehmensführung zu nehmen. Durch Bündelung der Stimmrechte verschiedener nachhaltig motivierter Investoren können so auch große Konzerne in Einzelfragen zu positiven Veränderungen bewegt werden. Die vierte Nachhaltigkeitsstrategie wird durch eine entsprechende gesellschaftliche Haltung und Aktivität des Vermögensverwalters, also der Fondsgesellschaft oder dem jeweiligen Fondsberater zum Ausdruck gebracht. Durch Mitgliedschaften und Aktivitäten in nachhaltigen Organisationen, wie z.B. dem Forum für nachhaltige Geldanlagen oder dem SÜDWIND Institut kann der jeweilige Vermögensmanager selbst auch vorbildhafte Beiträge leisten.
Die Anwendung einzelner oder mehrerer Nachhaltigkeitsstrategien ermöglicht eine Unterscheidung von fokussiert nachhaltigen Investments, wo die Nachhaltigkeit das führende Kriterium ist gegenüber Investments mit selektiven Nachhaltigkeitsaspekten. Also solchen Konzepten, wo Risiko, Rendite und Nachhaltigkeit stärker gleichgeordnet sind. Diese unterschiedlichen Strategien sind anhand der Methodik einfach zu unterscheiden und können transparent präsentiert werden. Diese neue Transparenz über Ziele und Methodik schafft die notwendige Grundlage, damit immer mehr Investoren einen Einstieg in den Bereich Nachhaltigkeitsinvestments finden.





