Marktrückblick April 2009: Die große Erholung im Frühling


Die Comebackrallye geht in die zweite Runde: Nach einem Aufbäumen im März nahmen die Aktienmärkte rund um den Erdball in den vergangenen viereinhalb Wochen gehörig an Fahrt auf. Der Dax verzeichnete mit zweistelligen Gewinnen nicht nur  den stärksten Monat des Jahres, sondern gar den besten Börsenmonat seit sechs Jahren bzw. den viertbesten aller Zeiten!

Was für einen Unterschied sieben Wochen machen können. Bis auf ganze 3589 Punkte war der Dax am 9. März heruntergeprügelt worden  – ein Absturz in Richtung der Jahrzehnttiefs aus dem März 2003 schien denkbar.    

Stattdessen notiert der Deutsche Aktienindex (Dax) nach einer wahren Achterbahnfahrt im ersten Drittel des Jahres nahezu wieder dort, wo er das Jahr begonnen hatte. Nach einem furiosen Sprint im April ging der deutsche Bluechip-Index gestern bei 4769 Zählern aus dem Handel. Das sind nur noch 41 Punkte oder nicht mal 1 Prozent weniger als per Ende letzten Jahres. Um fast wieder auf das Vorjahresniveau  aufzuschließen, brauchte es allerdings auch eines wahren Husarenritts: Um satte 17 Prozent legte der Dax in den letzten viereinhalb Wochen zu.   

Deutsche Aktienindizes: Börsenstar TecDax – 16 Prozent Plus in 2009  

Eine wahre Kursexplosion war indes bei den Nebenwerten zu beobachten. Nach nur 4427 Zählern in Vormonat schloss der MDax nunmehr bei 5565 Zählern. Die zweite deutsche Aktienliga löste sich damit endlich von den Fesseln immer neuer Verlustmonate und legte das schier unglaubliche Kursfeuerwerk von 26 Prozent Plus binnen eines Monats hin, um ihr Jahresminus auf weniger als 1 Prozent zu minimieren.     

Weitaus weniger spektakulär, aber ebenfalls noch zweistellig fiel die Erholung im deutschen Kleinstwerte-Index im April aus: Der SDax legte immerhin 13 Prozent auf nunmehr 2685 Punkte zu. Damit liegt er allerdings immer noch 4 Prozent unter dem Startniveau des Jahres.

Zum veritablen Börsenstar entwickelt sich dagegen immer mehr der deutsche Technologieindex, der in den vergangenen viereinhalb Wochen ebenfalls zweistellig zulegen konnte. Und das um ebenfalls stattliche 22 Prozent. Der TecDax, der das vergangene Jahr bei 508 Zählern noch als Klassenletzter abgeschlossen hatte, schob sich bis zum Monatsende wieder bis auf 590 Punkte nach vorne –  und damit 2009 schon um 16 Prozent ins Plus!

Internationale Börsen: Hangseng 2009 bereits 8 Prozent vorne  

Ebenfalls stark, doch nicht ganz so gut geschlagen hat sich das amerikanische Pendant zum TecDax. Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq Composite ging bei 1717 Zählern aus dem Handel – exakt 188 Punkte oder 13 Prozent besser als im Vergleich zum Vormonat. Seit Jahresbeginn wuchs das Plus daraufhin auf 9 Prozent.

Ebenfalls deutlich auf Erholungskurs befindet sich der marktbreite Dow Jones Industrial Average: Der traditionsreichste Index der Welt gewann weitere 561 Zähler oder knapp 7 Prozent an Wert zurück, nachdem zu Jahresbeginn noch zweistellige Verluste angefallen waren. Bei nunmehr 8168 Zählern beendete der Dow Jones das erste Jahresdrittel 2009 jedoch noch im negativen Terrain – nämlich bei Minus 7 Prozent.

Deutlich furioser verlief die Entwicklung für Anleger, die europäischen Aktien im vergangenen Monat die Treue gehalten haben: Nach einer Gegenreaktion im März legte der EuroStoxx50 in den vergangenen  viereinhalb  Wochen kräftig zu – nämlich um beachtliche 15 Prozent, um nunmehr bei 2375 Zählern aus dem Handel zu gehen. Das sind rund 5 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch immer noch 3 Prozent weniger als noch zu Jahresbeginn.

Ebenfalls deutlich erholt zeigten sich die japanischen Aktienmärkte: Der Nikkei 225 konnte im April nochmals rund 9 Prozent zugewinnen, um bei 8828 Zählern aus dem Handel zu gehen. Das Minus seit dem 1.1. ist damit auf weniger als ein Prozent zusammengeschrumpft. Noch deutlicher im Rallye-Modus befindet sich dagegen die chinesische Halbinsel Hongkong: Nach Zugewinnen von rund 15 Prozent liegt der Hangseng-Index nunmehr bei 15.520 Punkten schon 8 Prozent über dem Niveau des Jahresbeginns. 

Große  Gewinne der BRIC-Märkte: Börse Moskau neuer Champion 2009

Damit nicht genug: Tatsächlich gibt es auf der Weltkarte ein paar Märkte, die dem allgemeinen Abwärtstrend des Börsenjahres 2009 nicht nur trotzen könnten, sondern in diesen Tagen mit zweistelligen Gewinnen eine furiose Wiederentdeckung feiern - die wieder boomenden BRIC-Märkte.

So zog etwa die brasilianische Börse nach nur moderaten Verlusten zu Jahresbeginn im April kräftig an und legte weitere 15 Prozent zu. Die Nachhaltigkeit der Rallye ist beeindruckend: Bei nunmehr 47.289 Zählern liegt der Bovespa  2009 damit bereits um satte 25 Prozent vorne!

Noch höher notieren die 2008 noch so gebeutelten russischen Aktienmärkte. Der RTS, der von der Börse Moskau gestellt wird, wurde am Donnerstag schon wieder bei 865 Zählern taxiert. Das entspricht  einem saftigen Plus von 26 Prozent nach den happigen Verlusten zu Jahresbeginn. 2009 notieren russische Aktien damit gar um 38 Prozent fester.

Ebenfalls nach oben zeigt der Trend in Indien. Die Leitindex der Börse Bombay, der sich 2008 halbiert hatte,  zeigte sich von den jüngsten Abschlägen gut erholt: Der Sensex notierte am Donnerstag bei 11403 Zählern um 17 Prozent höher als im Vormonat. Exakt so hoch fällt auch das Kursplus seit Jahresbeginn aus.

Nicht ganz so deutlich fiel die Fortsetzung der Rallye an den chinesischen Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen aus. Der maßgebliche Shanghai-A-Index blieb Ende April bei 2477 Zählern stehen: Das entspricht einem Plus von weiteren 4 Prozent allein im vergangenen Monat.  Seit Januar belaufen sich die Zugewinne indes bereits auf 36 Prozent.     

Rohstoffmärkte im Abwärtstrend: Öl, Silber, Gold und Euro geben nach

Abwärts ging es dagegen an den Rohstoffbörsen. So legte der Goldpreis, der 2009 über weite Strecken angezogen hatte, im April den Rückwärtsgang ein. Gegen Ende der letzten Woche wurde er bei 880 Dollar taxiert – ein Minus von 7 Prozent. Gegenüber Jahresbeginn ist das Plus damit auf knappe zwei Prozent zusammengeschmolzen.  Ebenso deutlich ging es für den Silberpreis nach unten, der im Vormonat noch bei 13,10 Dollar festgestellt wurde. Am Donnerstag wurden dagegen noch 12,15 bewilligt – das ist aber immer noch ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Startniveau zu Jahresbeginn.

Moderat schwächer tendiert auch der Ölpreis, dem bis zum Jahresende vollkommen die Luft ausgegangen war. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex gaben die Rohölnotierungen im Monatsverlauf allerdings nur moderat um zwei Prozent nach, um bei 52,30 Dollar zu schließen. Seit Jahresbeginn bleibt ein stattliches Plus von 24 Prozent.

Auch an den Devisenmärkten ging der Abwärtstrend unterdessen weiter: Der Euro, der  in den letzten Monaten  über weitere Strecken  an Wert eingebüßt hatte,  ging Ende April bei 1,32 Dollar aus dem Handel. Damit gab die europäische Gemeinschaftswährung in den letzten viereinhalb Wochen weitere zwei Prozent nach und liegt 2009 und bereits 5 Prozent hinten.

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