Wie man mit CDS-Zockern umgeht


Credit Default Swaps (CDS) sind Ausfallversicherungen auf Kredite, Anleihen oder Schuldner. Hedgefonds nutzen diese Finanzwetten, um gegen Staaten oder Unternehmen zu spekulieren. Wollen Politiker den großen Jungs endgültig das Handwerk legen, dann sollten sie die Sicherheitsarchitektur der Geschäfte grundlegend verändern.

Offenbar hat inzwischen auch der letzte Politiker begriffen, dass die Spekulationen gegen Griechenland Kredite für öffentliche Haushalte verteuerten. Aus genau diesem Grunde sind CDS-Wetten weltweit in Verruf gekommen. Das Problem ist eigentlich nicht einmal die Grundidee des Instruments: Ein Anleger kann sich gegen Ausfallrisiken schützen, wenn er das Risiko nicht mehr tragen will und jemand anders ist bereit dazu. Genau so funktionieren auch Hermes-Bürgschaften, die Geschäfte für Unternehmen im Ausland absichern sollen. Darauf haben Industrievertreter jüngst bei einem Gespräch in Berlin hingewiesen. Was jedoch an den Finanzmärkten im Namen grenzenloser Freiheit teilweise passiert, ist grob missbräuchlich und ohne volkswirtschaftlichen Nutzen.

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Lieber Guido zurücktreten bitte jetzt!


Der Rauch hat sich einigermaßen verzogen: Übrig geblieben ist von Guido Westerwelles Sozialstaatsdebatte die Demotivation der Deutschen nicht zu arbeiten. Sein Rücktritt ist damit überfällig.

Lieber Guido,

da haben wir aber mal wieder richtig Krawall gemacht. Mit rechtspopulistischen Thesen hast Du eine Debatte vom Zaun gebrochen, die gar niemand auf dem Schirm hatte, die Dir allerdings an den richtigen Stammtischen Zustimmung verspricht. Schade nur, dass die Leistungsbereitschaft von Empfängern der Sozialstaatsleistungen darunter leidet. Falls Du Dich selbst achtest, bleibt jetzt nur Dein Rücktritt aus der Bundesregierung.

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Aktienkurse - und nun?


Die Aktienmärkte sind angeschlagen. Eine Fortsetzung der Rallye ist durch die aktuellen Entwicklungen eher unwahrscheinlicher geworden. Abstürzen müssen die Märkte dennoch nicht. Seitwärts ist die wahrscheinlichste Richtung bei überwiegenden Abwärtsrisiken.

Das letzte Jahr war für Börsianer ein Jahr des Glaubens: Der schnelle Aufschwung der Aktienmärkte mehrte die Hoffnung, das Wachstum würde schnell zurückkehren. Allerdings ist die reale Wirtschaft nicht so leicht wieder zu beleben, wie es mancher kursgläubige Börsianer gerne hätte. Zuletzt gab das Verbrauchervertrauen in den USA nach, Staatspleiten wurden offen diskutiert und die Notenbanken wollen die Niedrigzinsperiode beenden. Zudem dürften die staatlichen Konjunkturprogramme in den USA und Europa rückläufig sein.

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Banken im Steuerkampf unter Druck


Ein Urteil in Liechtenstein könnte ernsthafte Konsequenzen für Geschäftsmodelle von Banken haben. Davon ist mehr zu erwarten als von Druck durch die Politik. Das Schweizer Bankgeheimnis ist jetzt schon Geschichte.

Die Sueddeutsche Zeitung meldet, dass eine Bank in Liechtenstein einem Kunden Schadenersatz leisten muss, da das Institut ihren Kunden nicht rechtzeitig auf ein Informations-Leck im eigenen Haus hingewiesen hat. Was zunächst absurd klingt, die Bank zahlt die Steuerschulden des Kunden via Schadenersatz, dürfte Banken in Steuerparadiesen aufhorchen lassen.

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Obamas Bankenplan - das Top-Thema in Davos


Die Bundesregierung schläft, während andernorts über die wichtigste politische Initiative der letzten Jahre diskutiert wird. Wie kann man das Finanzwesen zähmen, ohne der Realwirtschaft zu schaden. Barack Obama hat einen Vorschlag gemacht, der jetzt die Unterstützung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gefunden hat.

Trichet sagte dem Wall Street Journal zufolge, sein Institut wolle sicherstellen, dass sich der Bankensektor auf die Finanzierung der Realwirtschaft konzentriert - was seine Hauptaufgabe sei. Insofern geht die geplante Bankenregulierung in den USA in die richtige Richtung. CNBC meldet derweil, dass Trichet sich damit hinter die Pläne von Barack Obama gestellt hat. Die Bundesregierung zögert noch.

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Haushaltsdebatte - unklar wohin die Reise geht


Die Regierungskoalition legte diese Woche ihren ersten Haushalt vor. Angesichts der Wirtschaftskrise ist das ein Etat, der erhebliche Schulden aufnimmt. Das ist richtig so und war alternativlos. Der Spielraum für neue Prioritäten betrug zehn mickrige Milliarden Euro - bei einem Gesamtvolumen von 325,4 Milliarden Euro.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will mit dem Haushalt neue Schwerpunkte setzen - sagte er am Freitag. Angesichts der Krise und der kurzen Beratungszeit sind diese neuen Prioritäten mit zehn Milliarden Euro eher gering ausgefallen, weshalb die umstrittene Umsatzsteuersenkung in Höhe von vermutlich 1,1 Milliarden Euro für Hotels zu heftiger Kritik führte. Damit muss die neue Regierung leben - sie hat eine Einzelgruppe begünstigt und trotz ankündigter Steuervereinfachungen das Gegenteil beschlossen. Das ist ein klarer ordnungspolitischer Fehlstart und das von den Parteien, die immer ganz viel Wert auf Ordnungspolitik legen.

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Über Curling, Schach und hinkende Vergleiche


Curling sei Schach auf Eis. Das ist ein hinkender Vergleich, der Schach ehrt und etwas über die Headline-Kommunikation in den Medien aussagt. Einige Hinweise.

In der Berichterstattung über Vancouver kommt eine recht unbekannte Sportart zu mehr Aufmerksamkeit. Das Curling ist ein Eis-Teamsport mit vier Spielern, die abwechselnd Steine in die Nähe eines Zielbereichs bugsieren müssen. Dabei setzen sie verschiedene Techniken und auch »Schrubber« (Curler bevorzugen »Wischer«) ein, um gewünschte Bewegungseffekte der anderen Steine zu erzielen und Punkte im Haus zu sammeln. Das Spiel ist sehr spannend und die Spieler benötigen allerlei taktische und konditionelle Fähigkeiten. Vom Spielablauf erinnert das Spiel stark an Boule oder Boccia. Dabei tut man den Curlern sicherlich etwas unrecht, da ihr Spiel mehr taktische Elemente beinhaltet.

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Zum Urteil des Verfassungsgerichts: Logisch wäre Mindestlohn jetzt


Die SPD ist programmatisch in der Schröder-Zeit gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass eine freihändige Vergabe von staatlichen Leistungen verfassungswidrig ist.

In den USA gibt es seit 1938 einen Mindestlohn. In 51 Staaten zusammengeschlossen in der Internationalen Arbeitsorganisation auch. Nur Deutschland leistet sich als struktureller Technologie-Standort den flächendeckenden Ausbau des Niedriglohnsektors. Diesen hat Gerhard Schröder mit seinen Sozialsystemreformen eingeführt. Er hat damit gezeigt, dass er keine näheren Kenntnisse der Zusammenhänge von einem modernen Sozialstaat und der Arbeitswelt hat. Das aktuelle Problem ist das Lohnabstandsgebot nach § 28 Abs. 4 SGB XII, das für Leistungsempfänger des Staates die Anreizschwelle, eine Arbeit anzunehmen, definiert.

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100 Tage schwache Opposition der SPD


100 Tage stümpert die neue Regierung jetzt schon vor sich hin: Die FDP scheitert an ihrer fehlenden Wirtschaftskompetenz. Die CSU gibt Populismus pur. Merkel schweigt für die CDU. Man könnte angesichts des schlechten Regierungsstarts beinahe die finanzmarktpolitische Orientierungslosigkeit der Opposition vergessen.

Wir stecken in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg und die Opposition hat genau wie die Regierung kein tragfähiges Konzept für Korrekturen in der Wirtschafts- und Finanzordnung vorzuweisen. Wenigstens sollte man erwarten, dass die Sozialdemokraten in dieser Keynes-Zeit aufblühen und die Regierung vor sich hertreiben. Fehlanzeige. Die größte Oppositionspartei ist nicht nur personell ausgezehrt, sondern hat auch keine frischen Ideen für eine andere, nachhaltigere Wirtschaftspolitik vorzuweisen.

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Obama-Bashing von Börsenkommentator


Das ist wieder typisch: Obama fährt einen Anti-Wirtschaftskurs und ist ein übler Populist - so die Kritiker. In Wirklichkeit ist das nur eine dümmliche Kritik von Interessenvertretern. Manchmal blamieren sich auch Journalisten, wenn sie jegliche Objektivität verlieren und Sprachrohr werden.

Barack Obama hat eine härtere Gangart im Umgang mit Banken angekündigt: Er fordert unter anderem die Einschränkung des Eigenhandels von Banken. Das ist vernünftig und verständlich. Die US-Regierung musste die Banken gegen Milliarden-Risiken absichern und jetzt kommen die zusätzlichen Kosten der Arbeitslosigkeit für den Staat hinzu. Es ist die wichtigste Aufgabe eines US-Präsidenten, Schaden von seinem Volk abzuwenden. Obama hat darauf einen Eid geschworen. weiterlesen …